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Alle Wege führen nach Basel

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Länderspiele  

Alle Wege führen nach Basel

03.04.2008, 16:33 Uhr | dpa

Alexander Frei (Foto: imago)Alexander Frei (Foto: imago) Der 800. Länderspielauftritt einer deutschen Nationalmannschaft strotzte nur so vor Historie. Fand er doch statt gegen den Dauergegner aus der Schweiz, der zum 50. Mal mit der Auswahl des DFB die Klingen kreuzt. Noch dazu geschieht dies auf den Tag genau fast 100 Jahre nach dem Premierenauftritt einer deutschen Elf – und der fand auch in Basel statt. Seinerzeit, am 5. April 1908, siegten die eidgenössischen Gastgeber mit 5:3. Seitdem gewann der EM-Mit-Gastgeber aber nur noch sieben der direkten Duelle, die deutsche Mannschaft deren 35. Ein Erfolg im St. Jakobs-Park wäre der 457. der DFB-Geschichte.

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54 Jahre nach 54

Diese liest sich angesichts von drei WM- und drei EM-Titeln glanzvoll. Und: Genau 54 Jahre nach 54 und dem so genannten „Wunder von Bern“ könnte erneut das Nachbarland Schweiz zum Schauplatz einer ausgelassenen deutschen Siegesfeier werden.

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Unvergessene Duelle

Dort, wo am 4. Juli 1954 Fußball-Deutschland aus den Wirren des zweiten Weltkriegs und der Isolation der Nachkriegszeit triumphal wiederauferstand, findet erstmals eine EM-Endrunde statt. Die Schweiz tat sich organisatorisch mit Österreich zusammen, das in einem denkwürdigen WM-Viertelfinale vor 54 Jahren den damaligen WM-Ausrichter mit 7:5 niederhielt, um im ebenso denkwürdigen Halbfinale anschließend vom späteren Weltmeister Deutschland mit 6:1 auseinandergenommen zu werden. Ungezählte Fäden laufen im Aufeinandertreffen der Schweiz und Deutschlands historisch zusammen, zig Kreise schließen sich.

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Wendepunkte dank Schweizer Supports

Immer wieder reichten die Schweizer dem DFB die Hand: Nicht nur, um vor 100 Jahren dessen offizielle Länderspiel-Historie zu starten, als die Platzherren nach zwei Niederlagen gegen Frankreich ihren ersten Länderspielsieg feierten. Die Schweiz stand Deutschland im ersten Länderspiel nach dem Ersten Weltkrieg (4:1 für die Schweiz am 27. Juni 1920 in Zürich) gegenüber, im ersten Länderspiel nach dem Zweiten Weltkrieg (1:0 für Deutschland am 22. November 1950 in Stuttgart), im letzten Länderspiel vor dem ersten WM-Gewinn in der Schweiz (5:3 für Deutschland am 25. April 1954 in Basel), im ersten Länderspiel nach dem ersten EM-Triumph (5:1 für Deutschland am 15. November 1972 in Düsseldorf), im ersten Länderspiel nach dem zweiten WM-Titel (2:1 für Deutschland am 4. September 1972 in Basel), im ersten Länderspiel nach dem zweiten EM-Sieg (3:2 für Deutschland am 10. September 1980 in Basel) und im ersten Länderspiel nach der deutschen Wiedervereinigung (4:0 für Deutschland am 19. Dezember 1990 in Stuttgart), gleichzeitig erster Auftritt des Weltmeisters von 1990 vor heimischem Publikum.

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22 Jahre vor der ersten WM

Vor 100 Jahren war an einen WM-Titel nicht nur deshalb nicht zu denken, weil die erste WM-Endrunde noch 22 Jahre auf sich warten lassen sollte. Einen Bundes- bzw. Reichstrainer gab es genauso wenig wie ein Konzept.

Aus der Zeitung von der Nominierung erfahren

Der Frankfurter Fritz Becker, bereits nach sechs Minuten Schütze des ersten deutschen Länderspieltores zur 1:0-Führung in Basel, erfuhr aus der Zeitung von seiner Nominierung, ehe die Einladung des DFB noch bei dem damals 19-jährigen Oberprimaner eintraf. Um die elf Akteure, die schließlich auf dem Platz standen, hatte es heftige Diskussionen gegeben. Hugo Kubaseck, Vorsitzender des Bundesspielausschusses, hatte schließlich das letzte Wort gehabt.

 

Keiner kennt seine Mitspieler

Die Taktik für die Begegnung oblag Spielführer Arthur Hiller – „Hiller II“ genannt. Allerdings: Der Mittelläufer vom 1. FC Pforzheim kannte keinen seiner Mitspieler. Die Ur-Elf war aus allen Teilen Deutschlands zusammengestellt, niemand hatte einen Vereinskollegen neben sich. Becker, der alleine aus Frankfurt angereist war, lernte seine Kollegen erst im Quartier kennen, dem Basler Hotel „Metropol“.

 

Inkognito

Noch schlimmer: Akteure wie Ernst Langmeier liefen gar unter falschem Namen auf. Als „Jordan“ ging der damals 24-jährige Magdeburger, der nur dieses eine Mal für die Nationalelf auflaufen sollte, in die DFB-Geschichte ein – und als erster Eigentor-Schütze, zum 2:1 für die Schweiz in der 28. Minute. Dieses Eigentor allerdings taucht erst in den neuesten Statistiken des DFB auch als solches auf. Die Schweizer schreiben diesen Treffer weiterhin dem damaligen Debütanten Dr. Siegfried Pfeiffer zu, der vier Minuten darauf auch das 3:1 markierte und – wie Jordan – über diesen einen Einsatz nicht hinauskam.

Schüler dürfen nicht in Vereinen spielen

Der Hintergrund Langmeiers Tarnung als Jordan: Schülern - wie auch Becker - war es offiziell untersagt, dem Fußballsport auf Vereinsebene nachzugehen – und erst recht auf internationaler Ebene.

Erster Doppelpack

Die betrat auch „das Beckerle“, wie der erste Torschütze von Kickers (später: Eintracht) Frankfurt genannt wurde, nie wieder. Allerdings schrieb sich der sprintstarke Linksfuß auch gleich mit dem ersten Doppelpack in die Historie des DFB ein. In der 69. Minute keimte nach Beckers zweitem Streich wieder Hoffnung, den Schweizern ein Bein zu stellen. Die zerstörte Kämpfers 5:3 in der 89. Minute.

Förderers Torjägerqualität

Der dritte deutsche Treffer – zum 2:3-Anschluss in der 52. Minute – ging auf Fritz Förderers Konto. Der Karlsruher durfte 1913, als er im Alter von 25 Jahren zum elften und letzten Mal als Nationalspieler auflief, auf die hervorragende Quote von zehn Toren zurückblicken. Drei davon hatte der rechte Halbstürmer gegen die Schweiz erzielt.

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