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Chronik eines Skandals

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Der Fall Hoyzer  

Chronik eines Skandals

04.04.2008, 14:59 Uhr | dpa

19. Januar 2005: Vier Schiedsrichter informieren den DFB über Ungereimtheiten bei von Robert Hoyzer geleiteten Spielen.

24. Januar 2005: Die Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen gegen Hoyzer auf, das DFB-Präsidium tritt zu einer Krisensitzung zusammen.

27. Januar 2005: Hoyzer gibt in einer schriftlichen Erklärung die gegen ihn erhobenen Manipulations-Vorwürfe zu.

28. Januar 2005: Vier Personen werden als mutmaßliche Drahtzieher des Wettbetrugs festgenommen. Hoyzer erklärt, dass weitere Schiedsrichter und auch Spieler in den Skandal verwickelt seien.

8. Februar 2005: Hoyzer bestätigt in einer ZDF-Talkshow öffentlich, vier Spiele verpfiffen und dafür 67 000 Euro sowie einen Plasma-Bildschirm von kroatischen Hintermännern erhalten zu haben.

10. Februar 2005: Das DFB-Sportgericht sperrt Hoyzer.

12. Februar 2005: Hoyzer muss in Berlin nach einem bereits zwei Tage zuvor erlassenen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Nach 13 Tagen kommt er wieder auf freien Fuß.

11. März 2005: Steffen Karl vom Regionalligisten Chemnitzer FC wird als erster Fußball-Profi festgenommen.

29. April 2005: Hoyzer wird vom DFB-Sportgericht auf Lebenszeit aus dem DFB ausgeschlossen.

20. Mai 2005: Der DFB-Kontrollausschuss erhebt Anklage gegen Referee Dominik Marks. Er soll wie Hoyzer auf Lebenszeit gesperrt werden.

25. Juni 2005: Die Berliner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Hoyzer und Marks, die Brüder Ante, Filip und Milan Sapina sowie Ex-Profi Karl. In der 289-seitigen Anklageschrift werden mehr als 20 Spiele aufgelistet, die manipuliert worden sein sollen.

18. Oktober 2005: Das Berliner Landgericht eröffnet das Hauptverfahren gegen die Gebrüder Sapina, Hoyzer, Marks und Karl.

17. November 2005: Das Berliner Landgericht verurteilt Hoyzer zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft ohne Bewährung. Sein früherer Kollege Marks erhält ein Jahr und sechs Monate Haft auf Bewährung. Der mutmaßliche Drahtzieher Ante Sapina wird zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt. Seine Brüder Milan und Filip erhalten Bewährungsstrafen: Milan ein Jahr und vier Monate, Filip ein Jahr.

28. November 2006: Im Revisionsprozess fordert Bundesanwalt Hartmut Schneider vor dem Bundesgerichtshof überraschend einen Freispruch. Der Jurist beantragte vor dem 5. Strafsenat in Leipzig, das Urteil des Landgerichts Berlin vom November 2005 aufzuheben. Es sei von «bemerkenswerter Oberflächlichkeit», kritisierte Schneider, dessen Antrag in der Fußball-Welt für Empörung sorgt.

15. Dezember 2006: Der Bundesgerichtshof bestätigt das Urteil des Berliner Landgerichts: Hoyzer muss ins Gefängnis.

4. Mai 2007: In einem Schreiben an den DFB erklären Hoyzers Anwälte, dass die gegenüber dem Skandal-Referee geltend gemachten Ansprüche in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro unbegründet seien.

18. Mai 2007: Hoyzer tritt seine Haftstrafe im Berliner Männer- Gefängnis Hakenfelde an.

9. Januar 2008: Vor der 2. Zivilkammer des Landgerichts Berlin beginnt für Hoyzer, der persönlich nicht anwesend ist, der vom DFB angestrengte Schadensersatz-Prozess. Der mögliche Urteilsspruch wird für Mitte März angekündigt. Beide Parteien sehen aber auch die Möglichkeit eines Vergleiches noch vor diesem Termin.

12. Februar 2008: Erstes Gespräch zu einer außergerichtlichen Einigung beim DFB in Frankfurt. Hoyzer wird durch seinen Anwalt Thomas Hermes vertreten.

3. März 2008: Das Berliner Landgericht verschiebt die Urteils- Verkündung auf den 23. April.

4. April 2008: Der DFB einigt sich mit Hoyzer außergerichtlich. Hoyzer erkennt den Schadensersatzbetrag in Höhe von 750 000 Euro an. Der Vergleich muss durch das Landgericht noch ausgefertigt werden.

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