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Nationalmannschaft: Sammer nicht begeistert von EM-Party in Berlin

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Nationalmannschaft  

Sammer nicht begeistert von EM-Party

30.07.2008, 17:46 Uhr | sid

Matthias Sammer kritisiert die EM-Party in Berlin. (Foto: imago)Matthias Sammer kritisiert die EM-Party in Berlin. (Foto: imago) Matthias Sammer hat mit Blick auf den Nachwuchs des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Party der deutschen Nationalmannschaft nach dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien (0:1) auf der Berliner Fanmeile kritisiert. Rund 100.000 Anhänger hatten die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) trotz der Final-Pleite gefeiert wie Popstars.

"Ich finde es nicht richtig, dass Spieler in ein EM-Finale gehen, das Endspiel verlieren, und sich dann auf der Berliner Fanmeile feiern lassen, als hätten sie das Spiel gewonnen. Dann habe ich das Problem, so etwas einem U19-Nationalspieler zu erklären und vor einem Finale den letzten Siegerinstinkt rauszukitzeln", sagte der DFB-Sportdirektor zum Abschluss des 51. Internationalen Trainerkongresses in Wiesbaden.

Kritik an Pocher

Einen Tag nach der 0:1-Niederlage gegen die Iberer in Wien hatten der DFB-Auswahl am 30. Juni in der Hauptstadt rund 100.000 Fans vor dem Brandenburger Tor einen herzlichen bis euphorischen Empfang bereitet. Auf Kritik war dabei bereits der Auftritt des Comedian Oliver Pocher gestoßen, der im Entengang die Laufweise deutscher Gegenspieler - wie beispielsweise den von Portugals Superstar Cristiano Ronaldo - veralberte. Auch Bayern Münchens Angreifer Lukas Podolski (Humba-Humba-Tätärää) war nichts davon anzumerken, dass er tags zuvor ein EM-Finale verloren hatte.

Vermittlungsproblem

Grundsätzlich war es für Sammer eine "Selbstverständlichkeit", dass sich der dreimalige Welt- und Europameister nach dem insgesamt erfolgreich verlaufenen Turnier von seinen Fans verabschiedete. Den DFB-Sportdirektor störte alleine, dass den Juniorenspielern damit das Gefühl vermittelt wurde, eine Niederlage in einem großen Finale habe sportlich betrachtet kaum eine Bedeutung.

Zweifelhafter Auftritt in Berlin: Oliver Pocher. (Foto: imago)Zweifelhafter Auftritt in Berlin: Oliver Pocher. (Foto: imago)

Finke und Rangnick referieren

Abseits dieser Diskussion endete der Internationale Trainer-Kongress, der gemeinsam vom DFB und dem Bund Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) organisiert worden war, mit einer engagiert geführten Podiumsdiskussion zum Thema "Die EM 2008 unter taktischen Aspekten". Der langjährige Trainer des SC Freiburg, Volker Finke, hielt in seinem Vortrag ein Plädoyer für den Kombinationsfußball. Der 60-Jährige führte die ungarische Nationalmannschaft der 50er Jahre, die Brasilianer der 60er Jahre aber auch die deutsche Nationalmannschaft des Jahres 1972 als Beispiele für sehenswerten und effektiven Kombinationsfußball an.

1000 Trainer aus dem In- und Ausland

Trainer Ralf Rangnick von Bundesliga-Aufsteiger 1899 Hoffenheim verdeutliche in seinem Vortrag vor rund 1000 Kollegen aus dem In- und Ausland wie Taktiken im Spiel umgesetzt und im Training vermittelt werden können. "Wir freuen uns über die Rekordbeteiligung von erstmals über 1000 Trainern aus dem In- und Ausland. Wir planen bereits für den Oktober in Frankfurt in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball-Bund ein europäisches Meeting der Spitzentrainer an dem vor allem die Trainer der Nationalverbände teilnehmen werden", sagte BDFL-Präsident Horst Zingraf in einem Interview mit dfb.de.

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