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DFB und DFL wollen Manipulationsvorwürfe aufklären

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DFB und DFL wollen Manipulationsvorwürfe aufklären

31.08.2008, 15:19 Uhr | dpa

DFB-Präsident Theo Zwanziger will den Manipulationsvorwürfen nachgehen. (Foto: imago)DFB-Präsident Theo Zwanziger will den Manipulationsvorwürfen nachgehen. (Foto: imago) Nach dem neuerlichen Verdacht von möglichen Manipulationen im deutschen Profi-Fußball haben die beiden Dachverbände DFB und DFL nun eine umfassende Aufklärung der Angelegenheit angekündigt.

Nach Informationen des "Spiegel" könnten zwei Spiele im Jahr 2005 verschoben worden sein: die Erstliga-Partie Hannover 96 gegen 1. FC Kaiserslautern am 26. November (5:1) und das Zweitliga-Spiel Karlsruher SC gegen die Sportfreunde Siegen am 7. August 2005 (2:0). DFL und DFB beauftragten das Unternehmen Sportradar mit einer Analyse der Partien.

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Zwanziger verspricht Aufklärung

"Der DFB-Kontrollausschuss wird nach Auswertung des Materials entscheiden, ob er ermittelt. Wir werden mit Sicherheit nichts unter den Teppich kehren", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger der "Bild am Sonntag". Der DFB-Chef stellte aber auch klar, dass die Saison 2005/2006 nicht neu aufgerollt werde. Nach dem Hoyzer-Skandal war beschlossen worden, dass in vergleichbaren Fällen keine rückwirkenden Ergebnis-Veränderungen nach dem 30. Juni eines Spieljahres erfolgen können.

Auch WM-Spiele manipuliert?

Während der kanadische Journalist Declan Hill im "Spiegel" auch Verdächtigungen bezüglich des WM-Achtelfinalsieges (3:0) von Rekordweltmeister Brasilien gegen Ghana äußerte und Verwicklungen eines asiatischen Wettsyndikats vermutete, fand das Magazin eigenen Recherchen zufolge die Auffälligkeiten bei den Partien Hannover gegen Kaiserslautern und KSC gegen Siegen. "Es gibt keinerlei Anhaltspunkte", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball und erklärte: "Bevor nichts erwiesen ist, gilt bei allen Vereinen und Spielern die Unschuldsvermutung." Vertreter der betroffenen Klubs reagierten skeptisch, forderten aber ebenfalls eine schnelle und umfassende Aufklärung.

Wolf glaubt nicht an Manipulation

"Es handelt sich um eine Anfangsvermutung, die aber ernst genommen werden muss. Es muss eine umfassende Aufklärung stattfinden", sagte Hannovers Vorstandsvorsitzender Martin Kind. "Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre das für den Fußball eine Katastrophe." Lauterns damaliger Trainer Wolfgang Wolf erklärte: "Ich halte meine damaligen Spieler erst einmal für unschuldig. Zudem bin ich davon überzeugt, dass man solche Dinge nicht manipulieren kann." Alle Spieler, deren mutmaßliche Verbindungen zu der angeblichen Schlüsselfigur der "Spiegel" offenlegt, beteuern ihre Unschuld.

Millionen-Wetten auf Bundesligaspiele gesetzt

Der angebliche Wettpate war bereits im Juni vergangenen Jahres vom Frankfurter Landgericht wegen versuchter Manipulation von Spielen in der deutschen Regionalliga und der österreichischen ersten Liga zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt worden. Auf das Hannover-Spiel sollen 2,8 Millionen Euro gesetzt worden sein. Durch das 5:1 soll der Mann aus Malaysia 2,2 Millionen Euro gewonnen haben. Auf das Zweitliga-Match wettete er angeblich fast vier Millionen. Der Asiate soll im Ausland untergetaucht sein, nachdem er gegen Kaution freigelassen wurde.

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