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Fußball-Wettskandal: Ex-KSC-Profi Dundee bestätigt Bestechungsversuche

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Ex-KSC-Profi Dundee bestätigt Bestechungsversuche

01.09.2008, 16:24 Uhr | dpa

Sean Dundee sollte einen Elfmeter verschießen. (Foto: imago)Sean Dundee sollte einen Elfmeter verschießen. (Foto: imago) Die jüngsten Wett- und Manipulationsvorwürfe haben Fußball-Deutschland in Aufregung versetzt, doch der Auslöser der Debatte rudert zurück. Der kanadische Buchautor Declan Hill relativierte die in Medien transportierten Behauptungen über einen möglichen neuen Wettskandal im Profi-Fußball. "Ich habe nie gesagt, Bundesliga- oder WM-Spiele seien manipuliert worden", erklärte Hill bei der Präsentation seines Buches "Sichere Siege" in Berlin.

"Ich bin in diversen Medien falsch zitiert worden." Dessen ungeachtet hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) telefonisch Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main aufgenommen. Der Weltverband FIFA wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

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Hannover 96 und Kaiserslautern im Blickpunkt

In seinem Buch beschreibt Hill aber den Verdacht, das Bundesliga-Spiel Hannover 96 gegen den 1. FC Kaiserslautern am 26. November 2005 (5:1) und die Zweitliga-Partie Karlsruher SC gegen Sportfreunde Siegen am 7. August 2005 (2:0) könnten manipuliert worden sein.

Dundee sollte Elfmeter verschießen

Der ehemalige KSC-Profi Sean Dundee bestätigte, dass er für Spielmanipulationen angeworben werden sollte. Im Sommer 2005 sei Dundee von einem Mann angesprochen worden, der sich als Fan ausgab, berichtet das ARD-Magazin "Fakt". "Der hat nur gesagt, ob ich mir vorstellen kann für Geld - 10-, 15-, 20 000 Euro - einen Elfmeter zu verschießen. Ich habe gesagt, so etwas mache ich nicht", wird Dundee in einer Pressemitteilung der ARD zitiert. Der 35 Jahre alte Profi bestätigte auch, dass zwei weitere KSC-Spieler angesprochen wurden.

Wurde bei Vier WM-Spielen betrogen?

Zudem schildert Hill nicht nur einen Manipulationsverdacht für das WM-Achtelfinale Brasilien gegen Ghana (3:0), sondern spricht von insgesamt vier Spielen bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, für die ein asiatischer Wettpate die Endstände vorausgesagt haben soll. "Für drei waren die Ergebnisse absolut richtig gewesen. Im vierten betrug der Unterschied nur ein Tor", schreibt Hill.

Italien-Spiel im Visier

Bei den mutmaßlich manipulierten Partien soll es sich laut Aussagen von Hills Gesprächspartnern um die Spiele Ghana gegen Italien (0:2), England gegen Ecuador (1:0) und Ukraine gegen Italien (0:3) handeln. Im dem Buch, in dem es um illegale Praktiken bei Fußball-Wetten in Asien geht, habe er im Zusammenhang mit dem Bundesligaspiel Hannover gegen Kaiserslautern (5:1) lediglich über ein Gespräch mit einem Wettpaten berichtet, beteuerte Hill.

Spiel unter Verdacht: Ghana gegen Brasilien bei der WM 2006. (Foto: imago)Spiel unter Verdacht: Ghana gegen Brasilien bei der WM 2006. (Foto: imago)

Verdächtiger schweigt

Dieser habe von einem Anruf gesprochen, dass Hannover gegen Kaiserslautern mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen werde. "Ich habe nur 20.000 Dollar gesetzt. Nicht viel", wird der Wettpate, der im Buch Lee Chin genannt wird, zitiert. "Chin ließ in keiner Weise durchblicken, wie dieses Ergebnis zustande kommen würde, ob es ein Netzwerk aus Spielern war, und wenn ja, aus welcher Mannschaft, oder ob es ein Netzwerk aus Schiedsrichtern gab", schreibt Hill.

Ghanas Ex-Keeper weist Vorwürfe zurück

In Bezug auf das WM-Achtelfinale Brasilien gegen Ghana wies einer der Hauptbeschuldigten die Vorwürfe zurück. "Das ist eine Lüge! Unwahr!", sagte der ehemalige Nationaltorhüter Ghanas, Abukari Damba, der "Bild"-Zeitung. Dem "Express" sagte er: "Die Vorwürfe sind absolut haltlos. Ich war immer ein honoriger Mann. Ich bin hier nur der Verlierer in einem miesen Spiel." Hill hatte in einem "Spiegel"-Interview erklärt, dass der damalige U 17-Trainer des afrikanischen Landes das Achtelfinale Brasilien gegen Ghana (3:0) bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland beeinflusst haben könnte. Laut Hill soll Damba Kontakt zu asiatischen Wettpaten gehabt haben. Dies bestritt Damba. "Ich war in meinem ganzen Leben noch nie in Bangkok", sagte er und kündigte juristische Schritte an.

FIFA hat eigenes Kontrollsystem

Die FIFA wollte keine Stellungnahme abgeben. Man äußere sich nicht zu Presseberichten, hieß es in der Zentrale in Zürich. Sehr wohl ist sich aber FIFA-Präsident Joseph Blatter der grundsätzlichen Brisanz der Wett-Thematik bewusst. Immer wieder hatte der Schweizer öffentlich auf die Gefahren hingewiesen. Mit dem Early Warning System in Zürich hat die FIFA seit einigen Jahren einen eigenen Kontrollmechanismus für die Spiele unter ihrer Regie installiert.

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