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Tasci, Ribéry und Co.: Fasten unmöglich

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Tasci, Ribéry und Co.: Fasten unmöglich

12.09.2008, 12:26 Uhr | dpa

Ribéry betet als gläubiger Muslim häufig vor den Spielen. (Foto: imago)Ribéry betet als gläubiger Muslim häufig vor den Spielen. (Foto: imago) Für muslimische Fußballer bedeutet der Ramadan jedes Jahr eine Gratwanderung. Seit Beginn der Fastenzeit am 1. September müssen sie sich zwischen Glauben und Gesundheit entscheiden. "Damit für mich keine Gefahr entsteht, stimme ich die Fastenzeit mit meinem Training ab", sagt Serdar Tasci, der aktuell einzige muslimische Spieler im DFB-Kader.

Insgesamt zehn Bundesligaspieler nehmen sich den medizinischen Rat zu Herzen und umgehen die strenge Regel. "Beginnt und beendet das Fasten, wenn ihr die Mondsichel seht", heißt es im Koran.

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Verzicht aufs Trinken problematisch

Aus medizinischer Sicht ist vor allem der Verzicht auf Flüssigkeitsaufnahme vor und nach dem Spiel nicht ratsam. Wilfried Kindermann, langjähriger medizinischer Betreuer des DFB, räumt zwar ein, dass die Auswirkungen unterschiedlich sein können. "Trotzdem machen mögliche Kreislaufbeschwerden, Konzentrationsschwächen und Muskelverletzungen den Ramadan für Fußballer zum Problem", sagt Kindermann. Ihre volle Stärke können die Profis während des Fastens seiner Meinung nach nicht abrufen: "Ich erinnere mich an Bemerkungen von Fußballtrainern, die bei muslimischen Fußballspielern eine Beeinträchtigung der sportlichen Leistungsfähigkeit während des Ramadan beklagten."

Fasten für Profis nicht möglich

Nicht nur Tasci sieht sich aufgrund der hohen körperlichen Belastung nicht in der Lage, zu fasten. Auch der Schalker Halil Altintop sagt: "Bei den vielen englischen Wochen im Herbst würde mir sonst die Puste ausgehen." Ähnlich sehen es auch Franck Ribéry (FC Bayern) oder Boubacar Sanogo (Werder Bremen), die in den 29 Tagen der Fastenzeit das Gebot des Korans in ihrem Sinn lockern.

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Ahanfouf fastet trotz Belastung

Eine Ausnahme im deutschen Profifußball bildet Abdelaziz Ahanfouf vom Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden. "Der Ramadan ist für meinen Glauben sehr wichtig", sagt Ahanfouf. "Da kann ich nicht auf andere schauen."

Erfolgreich trotz der Einschränkungen

Der Marokkaner mit deutschem Pass hat sich von keinem Trainer das Fasten verbieten lassen. Bisher konnte ihm kein Trainer einen Leistungsabfall während der Fastenzeit attestieren. Ganz im Gegenteil: In seiner erfolgreichsten Spielzeit 2004/2005 in der 2. Liga beim MSV Duisburg gelang Ahanfouf im Fastenmonat der bislang einzige Hattrick seiner Karriere.

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Ahanfouf: "Nur der Glaube zählt"

Seit Januar spielt Ahanfouf beim Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden. Drei Spiele noch wird er in der Fastenzeit bestreiten. "Die ersten Tage sind hart, manchmal zwickt es dann mal hier oder tut da weh", sagt der 30-Jährige. "Aber wenn man einen Rhythmus gefunden hat, geht es." Außerdem sei der medizinische Aspekt in diesen 29 Tagen nur eine Nebensache. "Da zählt nur der Glaube und das Gebot, das Fasten durchzuziehen."

Fastenzeit kann auch nachgeholt werden

Tasci, Ribéry und Co. interpretieren ihren Glauben anders und berufen sich auf die Sonderfälle im Koran. Reisenden, kranken Menschen, schwangeren Frauen, kleinen Kindern und körperlich schwer arbeitenden Menschen erlaubt die heilige Schrift des Islam die Fastenzeit auszusetzen und später nachzuholen. Für viele muslimische Fußballer gilt daher: Harte Arbeit ist der beste Ausweg aus dem Zwiespalt.

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