Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball >

Bundesliga - DFL: Geplatzter Sirius-Deal verlangt Notfall-Plan

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

DFL  

Nach geplatztem Sirius-Deal - DFL arbeitet an Plan B

17.09.2008, 16:19 Uhr | dpa

Nach dem geplatzten Sirius-Deal muss die DFL die Medien-Rechte nun selbst vermarkten. (Foto: imago)Nach dem geplatzten Sirius-Deal muss die DFL die Medien-Rechte nun selbst vermarkten. (Foto: imago) Angst vor Millionen-Verlusten, Ärger über das Kartellamt und die Suche nach einem Notfall-Plan: Durch den geplatzten TV-Vertrag über drei Milliarden Euro mit der Agentur Sirius steht die Bundesliga unter enormen Druck. Der Deutschen Fußball Liga (DFL) bleibt nichts anderes übrig, als die aufwendige Vermarktung der Medien-Rechte kurzfristig selbst in die Hand zu nehmen.

Und sie muss die Vereine auf eine jährliche Mindereinnahme von jeweils vier bis fünf Millionen Euro vorbereiten. "Ich bin zuversichtlich, dass die DFL schon bald eine neue Lösung präsentieren kann", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke - allerdings mit einer entscheidenden Einschränkung: "Ich habe Zweifel, dass das neue Modell eine ähnliche Summe bringt."

DFL Künftig wohl weniger Geld für die Bundesliga
Bruchhagen Attacke gegen Bierhoff

Eile ist geboten

Hannovers Klubchef Martin Kind sieht das genauso und sagte: "Wenn 500 Millionen pro Jahr von den TV-Sendern nicht zu refinanzieren sind, dann müssen wir mit weniger auskommen. Darauf müssen wir uns einstellen." Doch die Zeit wird knapp, denn spätestens bis zur Lizenzierung im März brauchen die Klubs Planungssicherheit.

DFL Deal mit Kirch-Firma Sirius wohl geplatzt
Bundesliga Bayern will mit Schweini verlängern

Auf der Suche nach Plan B

Die DFL wollte sich zur Auflösung des Vertrags mit der Garantiesumme von drei Milliarden Euro für sechs Jahre nicht äußern und verwies darauf, dass der Kontrakt offiziell noch nicht gekündigt sei. Intern wird jedoch längst an einem Notfall-Plan gearbeitet. Wie vor drei Jahren muss die DFL selber mit den TV-Sendern und den anderen Medien-Unternehmen verhandeln. Das kostet Zeit und Energie. Fast ein halbes Dutzend Mitarbeiter war monatelang mit fast nichts anderem beschäftigt und zog sich zwischenzeitlich sogar an einem geheim gehaltenen Ort zurück.

Foto-Show Die teuersten Bundesliga-Spieler

DFL-Agentur könnte Vermarktung übernehmen

Dabei sieht die Liga sich besser aufgestellt als 2005. Seit diesem Monat arbeitet die DFL Sports Enterprises GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der DFL. Diese Agentur sollte ursprünglich vor allem die internationalen Fernsehrechte vermarkten, könnte jetzt aber auch auf dem deutschen Markt aktiv werden. Zudem gibt es seit mehreren Jahren die ligaeigene TV-Produktionsfirma Sportcast GmbH. Sie könnte den von Sirius angekündigten Aufbau eines Bundesliga-Kanals übernehmen.

Kleiner Interessentenkreis

Viel mehr als Schadensbegrenzung bleibt der DFL aber wohl nicht übrig. Derzeit nimmt die Liga aus dem Verkauf der nationalen Bundesliga-Rechte etwa 410 Millionen Euro ein und darf durch die Kartellamts-Entscheidung nicht auf eine signifikante Steigerung hoffen. Durch die Entscheidung, dass es eine Bundesliga-Zusammenfassung im frei empfangbaren Fernsehen bis 20 Uhr geben muss, können sich das sogenannte Highlight-Paket nur öffentlich-rechtliche Sender leisten. Die ARD zahlt dafür derzeit rund 100 Millionen Euro, während das beste Angebot eines Privatsenders bei der bisher letzten Ausschreibung bei nur 60 Millionen lag. Und auch der Pay-TV-Sender Premiere wird ohne zusätzliche Exklusivrechte nicht mehr zahlen als rund 240 Millionen.

"Kartellamt ist schuld"

"Es ist eine neue Situation entstanden, die nur das Kartellamt zu verantworten hat", klagte Watzke: "Es hat nachgewiesen, wie man dem deutschen Fußball ohne Not Schaden zufügen kann." Der Stuttgarter Manager Horst Heldt kritisierte: "Wir sind das einzige Land, das sich mit so etwas herumschlagen muss. Das ist die große Stärke der Deutschen, dass sie sich immer selbst ein Bein stellen."

Kurzfristig keine Folgen

Aktuelle Finanzprobleme sehen die Bundesligisten aber nicht. "Wir sehen die Sache gelassen, schließlich war dieses Geld noch nicht verplant", sagte Watzke. Und auch Hannovers Klubchef Kind erklärte, dass die von Sirius und der DFL anvisierten Mehreinnahmen von durchschnittlich knapp 20 Prozent noch nicht in den Etat für die Saison 2009/2010 eingerechnet waren: "Die kommende Saison betrifft das bei uns nicht."

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal