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"Fußball ist alles - auch schwul"

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"Fußball ist alles - auch schwul"

15.12.2008, 11:10 Uhr | Ronny Blaschke, Spiegel Online

Abschied nach 36 JahrenKult-Reporter Breuckmann: „Das war“s für mich“ „Das war s für mich. Ich habe geschrien, geflüstert, gegähnt, gefroren, geschwitzt und gezittert. Aber ich habe Spaß gehabt in den 36 Jahren. Halten Sie der ARD-Bundesliga-Konferenz die Treue.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Radioreporter-Ikone Manfred Breuckmann am Samstag um 17.22 Uhr nach 36 Jahren von seiner Hörergemeinde.

 

Beim Bundesligaspiel VfL Bochum gegen den 1. FC Köln (1:2) war er zum letzten Mal im Einsatz und legte das Mikro bei der legendären WDR-2-Bundesligakonferenz zur Seite. Die Kollegen hatten an seinem Reporterplatz im Bochumer Stadion eine Flasche Sekt gestellt. Nach dem Abpfiff gab es sogar im Radio eine „Manni-Konferenz“ zum Abschied.

 

Und auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) ehrte den 57-Jährigen. „Mit seinem einzigartigen Stil, der hervorragenden Mischung aus Kompetenz und Witz hat Manni Breuckmann über viele Jahre die Herzen der Fans erobert. Seine Reportagen in der ARD-Schlusskonferenz waren Kult, damit hat er einen festen Platz in der Bundesliga-Geschichte“, erklärte DFL-Geschäftsführer Tom Bender und hob die besonderen Qualitäten des WDR-Reporters hervor. Auch die Klubs aus Bochum und Köln überreichten Breuckmann zum Abschied Vereinstrikots.

 

„Wenn man nach so langer Zeit das letzte Mal am Mikrophon sitzt, dann wird das bestimmt ein ganz emotionaler Augenblick“, hatte die Stimme des Ruhrpotts bereits zuvor erklärt, aber auch versichert: „Das wird aber keine menschliche Katastrophe für mich.“ Begonnen hatte alles 1972 mit seiner ersten Übertragung des Regionalliga-Spiels Wattenscheid gegen Neuss. Wattenscheid gewann 2: 0, und Breuckmann durfte beim Westdeutschen Rundfunk weitermachen.

 

Als freier Mitarbeiter kommentierte er während seines Jurastudiums in Marburg die ersten Fußballspiele im Radio. Nach dem ersten und zweiten Staatsexamen stellte sich für ihn die Frage „Staatsanwalt oder Reporter?“ Zunächst war Breuckmann drei Jahre lang Beamter beim Bundespresseamt. Doch die Liebe zum Radio war größer. Eigentlich hätte „Manni“ Breuckmann mit 17 schon wissen müssen, welche berufliche Karriere er einschlägt. „In der Oberprima hat mir mein Klassenlehrer ins Zeugnis geschrieben: „stört durch Schwätzen“. Diesen Fingerzeig hätte ich eigentlich verstehen müssen“, verriet der Kultreporter.

 

Langweilig wird es Breuckmann in Zukunft nicht, dafür hat er bereits die Weichen gestellt. Doch bevor er sich seinem neuesten Projekt, einem Buch über die 50 spektakulärsten Momente im deutschen Fußball, widmet, musste er in den vergangenen Tagen einen wahren Interview-Marathon über sich ergehen lassen. „Ich habe bislang rund 20 Zeitungsinterviews gegeben und hatte um die 15 Termine mit Radio- und TV-Stationen. Das empfinde ich schon als Zeichen meiner Wertschätzung“, berichtet der in Düsseldorf lebende Kultreporter.

 

Er freut sich allerdings auf eines: „Endlich habe ich Samstagnachmittag frei und kann in der Düsseldorfer Altstadt ein leckeres Altbier trinken. Und wenn ich nach Hause komme, fängt die Sportschau an.“ Dem Fußball und seinem Lieblingsklub Schalke 04 wird er auf jeden Fall verbunden bleiben: „Ich glaube nicht, dass ich mir eine Dauerkarte kaufe. Ich werde punktuell ins Stadion gehen. Und dann muss ich nicht mehr wissen, wer die Nummer 29 bei Cottbus trägt.“

 

Sylvia Löhrmann, Grünen-Chefin im Düsseldorfer Landtag, hatte sogar einen offenen Brief verfasst, um Breuckmanns Abschied vom WDR-Mikro zu verhindern. Doch der in Datteln geborene Fußballreporter rückt von seinem im Sommer gefassten Entschluss, in den Vorruhestand zu gehen, nicht mehr ab: „Es kann nicht schaden, wenn man in einem Alter, in dem noch alles funktioniert, einen Wechsel vollzieht.“

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