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DFB-Präsident Zwanziger kritisiert Auswüchse im Profifußball

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Fussball - Theo Zwanziger  

Zwanziger: "Fußball ist mehr als Wirtschaft"

08.02.2009, 13:06 Uhr | sid

DFB-Präsident Theo Zwanziger (Foto: dpa)DFB-Präsident Theo Zwanziger (Foto: dpa) Theo Zwanziger hat die Auswüchse im Profifußball kritisiert: "Wenn gewisse Größenordnungen erreicht werden, ist das für mich unmoralisch. So viele Millionen kann kein Mensch wert sein", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntags-Zeitung". Der DFB-Boss bezieht sich dabei auf die utopischen Spieler-Gehälter vor allem im europäischen Ausland.

Zugleich verurteilte Zwanziger, dass die Klubs zu Spielbällen von Investoren werden. "Wir müssen uns fragen: Können und wollen wir es uns leisten, dass ein Sponsor oder Scheich einen Verein kauft und wieder verkauft? Diese Modelle tragen zu den kommerziellen Auswüchsen bei."

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"Sport ist auch Solidarität"

Dass sich Scheichs wie in England, zum Beispiel bei Manchester City, bei Vereinen einkaufen und dann ihre persönlichen Ziele verfolgen, ist dem DFB-Boss ein Dorn im Auge: "Das ist mit meinem Empfinden und meinen Vorstellungen eines geordneten Gemeinwesens ebenfalls nicht zu vereinbaren, zumal dem Sport eine besondere gesellschaftliche Rolle zukommt." Er fügte hinzu: "Sport ist auch Wirtschaft, aber er ist mehr als Wirtschaft. Sport ist auch Solidarität. Unsere Solidaritätsstrukturen, die wir in Deutschland oft als Vereinsmeierei belächeln, geben Stabilität und Tradition. Wenn wir jedoch Scheichs oder Sponsoren erlauben, Vereine als handelbares Wirtschaftsgut zu betrachten, dann geht diese Grundstruktur verloren."

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Zwanziger plädiert für Beibehaltung der "50+1"-Regel

Deshalb sprach sich Zwanziger für die Beibehaltung der 50+1-Regel bei den deutschen Profiklubs aus, für deren Abschaffung sich einige Vereinsvertreter einsetzen. "Das deutsche Vereinssystem, das keinen Sponsor oder Scheich als Eigentümer erlaubt, darf nicht kaputtgehen. Dafür werde ich mich einsetzen", sagte der DFB-Chef. Dass aber auch in Deutschland nicht alles rosig ist, stellt Zwanziger ebenfalls heraus, zumal der DFB nicht den Anspruch habe, "eine heile Welt darzustellen".

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"Fußball ist für alle da"

Er selbst wolle als Präsident des größten Sportfachverbandes der Welt aktiv daran mitwirken, dass gewisse Werte auch im Fußball weiterhin gepflegt werden: "Wir wollen Sport benutzen als Kampf gegen jede Diskriminierung. Der Fußball ist anfällig, weil viele den Fußball nur unter dem Aspekt "Gewinnen und verlieren" sehen wollen. Das hat mit Gesellschaft und Gemeinschaft nichts zu tun." Deshalb werde er in seiner Funktion weiter darum kämpfen, dass der Fußball für alle da ist: "Wenn ich schon die Chance habe, diesen Verband zu führen, dann möchte ich nicht die Reichen reicher, die Armen ärmer, die Mächtigen mächtiger und die Machtlosen noch ohnmächtiger machen. Ich möchte den Minderheiten eine Plattform geben, die von sich aus im Fußball nicht so wahrgenommen werden. Der Hass muss weniger werden, auch auf dem Fußballplatz."

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