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2. Bundesliga: Polizei fordert nach Krawallen in Hamburg Geisterspiele

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Fankrawalle  

Präventivhaft für Hooligans gefordert

08.03.2009, 14:22 Uhr | dpa, sid

Realität der Polizei am Rande so genannter Risikospiele wie St. Pauli gegen Rostock. (Foto: dpa)Realität der Polizei am Rande so genannter Risikospiele wie St. Pauli gegen Rostock. (Foto: dpa) Auch einige Tage nach den schweren Krawallen rund um das Zweitligaspiel zwischen dem FC St. Pauli und Hansa Rostock (3:2) ist die Diskussion um die Konsequenzen weiter in vollem Gange. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) fordert nun eine Präventivhaft für Hooligans.

Gewerkschaftschef Rainer Wendt sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Notorische Krawallmacher lassen sich mit Reiseverboten oder Melde-Auflagen kaum von den Stadien fernhalten. Diese Schwerkriminellen beeindruckt nur, wenn sie die Spieltage hin und wieder in der Zelle verbringen."

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Sogar Geisterspiele in der Diskussion

Zuvor hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger ein generelles Reiseverbot für Krawall-Fans nicht mehr ausgeschlossen. "Wenn es hilft, muss man es tun. Man muss über alle Modelle nachdenken, die friedliche Fans von Gewalttätern trennen", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der "Bild am Sonntag". Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ging noch weiter. Ihr Chef Konrad Freiberg forderte nach den Straßenschlachten auch Partien ohne Publikum. "So extrem muss das möglich sein", sagte er. Angesichts der zunehmenden Krawalle im Fußball befürchtet er, dass es "nur eine Frage der Zeit ist, bis es Tote gibt."

Koordinationsstelle Fanprojekt gegen Reiseverbote

Diese Einschätzung wies der DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn energisch zurück. "Ich möchte nicht von geistiger Brandstiftung reden, aber es ist nicht weit davon entfernt. Diese Aussagen sind völlig unseriös", kritisierte Spahn. Spiele vor leeren Rängen wollte er allerdings auch nicht ausschließen. Die Koordinationsstelle Fanprojekt (KOS) sprach sich gegen Reiseverbote aus, da diese "nichts nützen werden", sagte der Frankfurter KOS-Leiter Michael Gabriel. Er habe insgesamt eine Zunahme von gewalttätigen Vorfällen im Fußball festgestellt. Gabriel betonte aber: "Das ist definitiv kein Ost-Problem."

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Hansa wehrt sich

Rostock zog bereits Konsequenzen: Für vier Störer gibt es ein bundesweites dreijähriges Stadionverbot. Zudem kündigte der kriselnde Klub im Fall einer Geldstrafe durch den DFB zivilrechtliche Schritte gegen die Krawallmacher an. Das Verhalten der Randalierer sei "absolut inakzeptabel und nicht hinnehmbar", erklärte Rostocks Vorstandsvorsitzender Dirk Grabow. Da Hansa-Anhänger schon öfters negativ auffielen, könnten auf den Tabellenvorletzten empfindliche Sanktionen zukommen - selbst Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit sind nicht undenkbar.

Beamte haben kein Lust mehr

Der Landesverband Hamburg der Deutschen Polizeigewerkschaft erklärte, ein derartiger Einsatz wie am Freitag verursache allein für die geschlossenen Einheiten Kosten von mehr als einer Million Euro und werfe die Frage "nach der Kostenbeteiligung der Vereine" auf. Zudem belasten sie nach Meinung der GdP zunehmend die Arbeit der Polizei. "Von 127 Länder-Großeinsätzen im vergangenen Jahr entfielen allein 40 Prozent auf den Fußball. Das ist zu viel. Wir haben mittlerweile Engpässe bei den Polizeikräften", erklärte Freiberg. Immer mehr Beamte klagten zudem darüber, dass sie bei Krawallen angepöbelt oder gar verletzt werden - und jedes Wochenende Dienst schieben müssten.

Forderung: Keine Risikospiele mehr am Freitag

Auf den Kosten für den Großeinsatz der Polizei, die in Hamburg mit 1367 Beamten im Einsatz war, bleibt der Staat sitzen. "Der Staat zahlt die Beamten, und die Beamten sind dafür da, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen", sagte der Hamburger Polizeisprecher Ralf Meyer. Er kritisierte den Termin der Spielansetzung. Künftig sollten für Risikopartien Termine gewählt werden, die als Reisetermin unattraktiv seien, sagte Meyer - etwa sonntags oder montags. "Der Freitagabend ist ein viel zu attraktiver Termin."

DFL hatte Termin abgesprochen

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) arbeitet bei der Auswahl der Spieltermine der 2. Bundesliga eng mit der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der Polizei in Düsseldorf zusammen. "Wir stimmen alle Ansetzungen mit der ZIS ab und haben auch hier den Vorgaben der ZIS entsprochen", sagte DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus.

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