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Wirtschaftskrise im Fußball: "Der Weg der Bundesliga ist genau richtig"

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Fussball - Wirtschaftskrise  

"Der Weg der Bundesliga ist genau richtig"

16.03.2009, 13:39 Uhr | t-online.de

Von Johann Schicklinski

Michael Ballack vs. Cristiano Ronaldo - Die Topstars spielen in England. (Foto: imago)Michael Ballack vs. Cristiano Ronaldo - Die Topstars spielen in England. (Foto: imago) Die englische Premier League wird nach Meinung des Finanzexperten Stefan Ludwig auf Jahre hinaus ihren Status als stärkste Liga der Welt behaupten. Auch die Finanzkrise wird an der wirtschaftlichen Vormachtstellung der englischen Klubs nicht ändern, so die Meinung des Verantwortlichen der Sportbusiness-Gruppe der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte. "Wenn man die Finanzkraft an den Umsatzzahlen festmacht, ist im Moment in England kein Einbruch in Sicht", sagte Ludwig im Interview mit www.t-online.de.

Vor allem durch den kürzlich abgeschlossenen Fernsehvertrag, der den Klubs für die Spielzeiten 2010 bis 2013 Einnahmen von über 2 Milliarden Euro garantiert, könnten die englischen Klubs ihre Dominanz ausbauen: "Dieser Kontrakt beschert den Klubs so gute Konditionen, so dass die Premier League auch in den nächsten Jahren mit Abstand die umsatzstärkste Liga Europas bleiben wird", sagte Ludwig. Gerade erst haben zum zweiten Mal nacheinander jeweils alle vier englische Teilnehmer das Viertelfinale der Champions League erreicht.

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Über 2 Milliarden TV-Gelder für englische Klubs

Vor allem durch den kürzlich abgeschlossenen Fernsehvertrag, der den Klubs für die Spielzeiten 2010 bis 2013 Einnahmen von über 2 Milliarden Euro garantiert, könnten die englischen Klubs ihre Dominanz ausbauen: "Dieser Kontrakt beschert den Klubs so gute Konditionen, so dass die Premier League auch in den nächsten Jahren mit Abstand die umsatzstärkste Liga Europas bleiben wird", sagte Ludwig. Gerade erst haben zum zweiten Mal nacheinander jeweils alle vier englische Teilnehmer das Viertelfinale der Champions League erreicht.

Pay-TV bringt der Premier League exorbitante Einnahmen

Ludwig gilt als Kenner der wirtschaftlichen Gegebenheiten im internationalen Klubfußball. Der Mitautor der jährlichen Studien "Annual Review of  Football Finance“ und "Football Money League“ nennt vor allem die Erlöse aus dem Pay-TV als Grund für den Vertragsabschluss in Rekordhöhe. "Die gesellschaftliche Akzeptanz des Pay-TV ist in England sehr groß, so dass sich das auch in den Abonnenten-Zahlen niederschlägt. Eine Refinanzierung der hohen Kosten für das Premium-Produkt Premier League ist so möglich."
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Deutsche wollen nichts zusätzlich zahlen

Anders ist die Lage in Deutschland, wo das Bezahlfernsehen nicht die gewünschten Abonnentenzahlen erreicht. "Deutschland die mit Abstand größte Zahl an frei empfangbaren Fernsehsendern in Europa. Da ist die Bereitschaft der Leute, für einen Fernsehsender zusätzlich zur GEZ- und zur Kabel-Gebühr noch etwas extra zu bezahlen, nicht so ausgeprägt wie in England, wo es bedeutend weniger frei empfangbare Programme gibt", sagte Ludwig.

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"Investoren wird es immer geben"

Die Finanzkraft der großen Klubs der Premier League lässt sich auch auf das Engagement von Investoren zurückführen, wie zum Beispiel Chelseas Mäzen Roman Abramovich oder Malcolm Glazer bei Manchester United. Auch hieran wird die Wirtschaftskrise Ludwigs Meinung nach nichts ändern: "Ich denke, dass es immer reiche Persönlichkeiten oder auch Gruppen geben wird, die sich durch eine hohe Affinität zum Fußball auszeichnet und die deshalb ihr Geld auch gerne in diesem Bereich investieren. Sicher wird sich das Investorenklima aufgrund der Finanzkrise etwas beruhigen, aber das Produkt Premier League bleibt interessant." Die Bundesliga, in der allerdings keine Mehrheitsbeteiligungen möglich sind, sieht Ludwig ebenfalls gut gerüstet: "Ich sehe auch hierzulande ein günstiges Investorenumfeld, aber mit Ausnahme der Topklubs sind die Vereine nicht unbedingt für die 'Global Players', also weltweit operierende Investoren, interessant."

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Sponsoreninteresse und Zuschauerzuspruch bleiben stabil

Auch für die Sponsoringerlöse der Spitzenvereine befürchtet Ludwig durch die Finanzkrise keinen Einbruch: "Die Top-Klubs sind Premium-Marken, bei denen sich die Sponsoren im Normalfall nicht einfach so zurückziehen, da sie sonst ihre exklusive Position verlieren würden. Das zeigt auch das Beispiel Manchester United, bei denen es nach Rückzug des Trikotsponsors AIG bereits eine Vielzahl an potenziellen Nachfolgern gibt." Auch der Zuschauerzuspruch bleibt nach Meinung des Finanzexperten hoch: "Gerade bei den Klubs mit einem hohen Fanpotenzial wird die Auslastung groß bleiben. Die Fans wollen Ablenkung von den schlechten Nachrichten, die sie allzu oft in den Medien lesen müssen, und dabei erfüllt der Fußball sicherlich auch zukünftig eine wichtige Funktion."

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"Weg der Bundesliga genau richtig"

Im internationalen Vergleich sieht Ludwig die deutsche Eliteliga gut aufgestellt: "Meiner Meinung nach ist der Weg der Bundesliga genau richtig. Ich sehe in Deutschland neben dem FC Bayern mit Schalke 04, Werder Bremen, dem Hamburger SV, dem VfB Stuttgart oder auch Borussia Dortmund viele Klubs mit Potenzial für die 'Top-20' in Europa, während in anderen Ligen die Schere zwischen reich und arm immer weiter auseinandergeht." Durch die solide Finanzpolitik werde Deutschland zudem für ausländische Stars attraktiver, so Ludwig: "Vielleicht kommen nicht die absoluten Weltklasse-Spieler, aber die Bundesliga ist gut aufgestellt und wird für Stars aus anderen Ländern immer attraktiver." Dadurch, so hofft der Analyst, wird das in den letzten Jahren durchwachsene Abschneiden der deutschen Vereine im Europapokal wieder erfolgreicher: "Ich persönlich hoffe, dass wir in Zukunft dauerhaft mit zwei Klubs unter den letzten 16 der Champions League vertreten sind. Ich sehe hier in Deutschland auch einige Kandidaten, für die dies aufgrund der finanziellen Voraussetzungen möglich ist."

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