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Dynamo Dresden schickt NPD Sponsorenanschreiben

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Dynamo Dresden  

Dynamo Dresden schickt NPD Sponsorenanschreiben

17.03.2010, 13:01 Uhr | Spiegel Online

Dynamo Dresden will keine NPD-Aktivisten im Stadion. (Foto: imago)Dynamo Dresden will keine NPD-Aktivisten im Stadion. (Foto: imago) Ungewollte Kundschaft: Der NPD-nahe "Deutsche Stimme"-Verlag erhält von Drittligist Dynamo Dresden eine Einladung zum Kauf von VIP-Karten und versucht, den Fauxpas propagandistisch auszuschlachten. Der Verein ist entsetzt und spricht von einem Versehen des Vermarkters.

Als der Verlagsleiter der NPD-Zeitung "Deutsche Stimme" den Briefkasten leerte, war die Freude groß: Dynamo Dresden, der wohl populärste Verein in den fünf neuen Bundesländern, bot dem "sehr geehrten Herrn Pühse" VIP- und Logenplätze für das neu errichtete Stadion an und pries die exzellenten Werbemöglichkeiten an: "In diesem exklusiven Ambiente können Sie die einzigartige Atmosphäre des Stadions genießen und zugleich neue Geschäftskontakte knüpfen".

Dynamo bezieht Position gegen Rechtsextremisten

Dass Jens Pühse, der 2004 in Leipzig für die NPD bei den sächsischen Landtagswahlen kandidierte und im Bundesvorstand sitzt, bei Dynamo ernsthaft erwünscht ist, kann er nicht geglaubt haben - obwohl sich in der Dynamo-Fanszene auch zahlreiche Kameradschaftsaktivisten und NPD-Sympathisanten befinden. Allerdings hat sich der Verein in der jüngeren Vergangenheit mehrfach deutlich gegen die Rechtsextremisten positioniert.

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Landtagsabgeordneter genießt Fauxpas

Dass sich das Schreiben dennoch zu einem propagandistischen Erfolg nutzen lassen würde, war ihm und seinen Parteifreunden schnell klar. Bereits wenige Stunden nach Eingang der Werbung echauffierte sich Jürgen Gansel, sächsischer NPD-Landtagsabgeordneter, genüsslich über die angebliche Doppelzüngigkeit des Vereins.

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Alle Spieler unterschrieben gegen rechts

Der habe sich vor der Landtagswahl 2004 einer "großen Anti-NPD-Initiative" der Stadt Dresden angeschlossen, "alle damaligen Spieler mussten eine Liste unterschreiben, in der sie sich gegen "rechts" positionieren. Das Beispiel Dynamo zeigt: Sobald man mit den Rechten Geld verdienen kann, wird der groteske Kampf gegen Rechts ad acta gelegt und Normalität im Umgang mit der NPD gepflegt." Man überlege nun, so Gansel genüsslich weiter, "diese Kontaktchancen für den Deutsche Stimme Verlag tatsächlich zu nutzen".

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Dynamo will keine NPD-Aktivisten im Stadion

Das wird der NPD jedoch nicht gelingen. Auf Anfrage von "Spiegel Online" äußerte sich Dynamo-Pressechef Peter Tauber wenig druckreif über die rechtsextreme Partei: "Alle Spieler haben damals freiwillig gegen diese Partei unterschrieben, das sind erwachsene Leute, die uns nicht brauchen, um gegen diese Leute Position zu beziehen." Und selbstverständlich habe man auch nie die Absicht gehabt, NPD-Aktivisten ins Stadion zu locken: "Glauben Sie mir, wenn es die letzten vier Logen wären und die uns den 40-fachen Preis zahlen - wir würden an diese Leute keine Plätze verkaufen."

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18.000 Adressen eingekauft und angeschrieben

Umso zerknirschter zeigte sich Tauber über das Missgeschick der Vermarktungsagentur: Die habe von einem externen Dienstleister 18.000 Adressen eingekauft und für ein standardisiertes Anschreiben genutzt. Dass die Marketingleute weder beim Namen Jens Pühse (einem der exponiertesten sächsischen NPD-Kader) noch bei der Verlaganschrift Riesa (dem logistischen Zentrum des Landesverbandes) noch beim Namen "Deutsche-Stimme-Verlag" hellhörig wurden, erklärt Tauber mit dem Umstand, dass keiner der Kollegen aus Sachsen stamme. "Dem "Deutsche-Stimme"-Verlag schreiben wir sofort noch einmal: Und zwar, dass sie das erste Anschreiben als gegenstandlos zu betrachten haben."

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