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UEFA sagt Finanz-Doping den Kampf an

15.09.2009, 14:08 Uhr | sid

UEFA-Boss Michel Platini zieht die Zügel an. (Foto: imago)UEFA-Boss Michel Platini zieht die Zügel an. (Foto: imago) Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat den Kampf gegen das Finanz-Doping forciert. "Die Eckdaten für das Financial Fair Play sind abgesegnet worden und müssen nunmehr in enger Abstimmung mit den Klubs und den Nationalverbänden weiterentwickelt und in die Statuten eingearbeitet werden, damit sie wie geplant ab der Saison 2012/2013 greifen können". sagte Theo Zwanziger.

"Sie sind ein deutliches Zeichen gegen die weiterhin steigenden Ablösesummen und Spielergehälter, die auf Dauer den Fußball in Europa kaputt machen", so der DFB-Präsident, der gleichzeitig auch Mitglied in der UEFA-Exekutive ist, nach der zweitägigen Exko-Sitzung in Nyon weiter:

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Dehaene soll die Finanzen kontrollieren

Erwartungemäß hatte die UEFA unter Vorsitz von Präsident Michel Platini die Einführung eines Finanzkontrollsystems beschlossen, um finanzielles Fair Play unter den Klubs zu gewährleisten. Die Vereinen sollen demnach nur noch soviel Geld ausgeben wie sie aus dem Bereich Fußball einnehmen. Chef des neu eingeführten Finanz-Kontrollgremiums der UEFA ist der ehemalige belgische Premierminister Jean-Luc Dehaene.

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Platini will mehr Gleichgewicht

Subventionen wie beim Ballack-Klub FC Chelsea durch einen Mäzen wie den russischen Oligarchen Roman Abramowitsch zählen nicht dazu. UEFA-Boss Platini hatte sich für eine stärkere Kontrolle stark gemacht, um der Verschuldung der Klubs entgegenzuwirken. "Die Vereine dürfen nicht mehr ausgeben als sie einnehmen. Wenn Real Madrid Kredite bekommt, die zurückgezahlt werden, habe ich damit kein Problem. Wenn ein Mäzen zwei Jahre lang einem Klub hilft und der seine Schulden nicht bezahlt, dann schon", sagte Platini und fügte hinzu: "Ich will nicht der Präsident sein, der die Vereine in die Schulden treibt. Ich will auch nicht der Präsident sein, der Vereine wegen Überschuldung ausschließen muss. Ich will wieder mehr Gleichgewicht im Fußball."

Zwanziger: Deutsche Klubs können profitieren

Würde diese Regel schon heute und nicht erst in drei Jahren bestehen, dürften Manchester United, FC Liverpool, der FC Chelsea und Inter Mailand schon jetzt nicht mehr in der Champions League an den Start gehen. Außerdem sollen in den kommenden Jahren auch mit Blick auf die weltweite Finanzkrise die Ausgaben für Transfers, Gehälter und Beraterhonorare deutlich reduziert werden. "Das wäre ein richtungweisender Schritt für die Entwicklung des europäischen Vereinsfußballs in wirtschaftlich nicht ganz einfachen Zeiten", sagte Zwanziger, der auf "dfb.de" betonte, dass "sich die UEFA mit der neuen Regelung an den Grundstrukturen der Bundesliga-Lizenzierung" orientiere: "Und wenn es zum Financial Fair Play in Europa kommt, bin ich überzeugt, dass es für die deutschen Klubs in einem dann wieder finanziell fairen Wettbewerb leichter wird, Titel in den europäischen Wettbewerben zu gewinnen."

Spieltage für Nationalteams geändert

Im fernen München durfte sich zudem Bayern-Manager Uli Hoeneß nach seiner Kritik am Spielplan der Nationalmannschaften über einen Punktsieg freuen. Denn das UEFA-Exekutivkomitee entschied, dass die Doppelspieltage in der Qualifikation zur EURO 2012 statt wie bislang samstags und mittwochs künftig freitags oder samstags und dienstags stattfinden müssen. Dies soll den Spielern eine frühere Rückkehr zu ihren Klubs ermöglichen. Ein Zugeständnis an die Klubs. "Diese Änderung wurde schon lange vor den jüngsten Äußerungen des Herrn Hoeneß geplant und ist somit keine unmittelbare Reaktion darauf. Ich denke, dass diese Entscheidung jedoch ein weiterer ausgleichender Schritt im permanenten Spannungsverhältnis zwischen den Klubs auf der einen und den Nationalverbänden auf der anderen Seite ist", sagte Zwanziger.

Gruppen für EM-Quali festgelegt

Das UEFA-Exko hat außerdem beschlossen, in der Qualifikation für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine sechs Sechser- und drei Fünfer-Gruppen zu bilden. Die beiden Gastgeberländer sind automatisch qualifiziert, womit noch 51 Länder an den EM-Ausscheidungsspielen teilnehmen. Die neun Erstplatzierten sowie der beste Gruppenzweite sind automatisch qualifiziert. Die acht verbleibenden Gruppenzweiten bestreiten untereinander Play-off-Duelle und ermitteln die letzten vier EM-Endrunden-Starter.

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