Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball >

Fußball: Stadionverbot auch auf Verdacht zulässig

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Stadionverbot auch auf Verdacht zulässig

30.10.2009, 12:23 Uhr | dpa

BGH-Entscheidung: Stadionverbot sind auch auf verdacht zulässig. (Foto: dpa)BGH-Entscheidung: Stadionverbot sind auch auf verdacht zulässig. (Foto: dpa) Randalierer und Hooligans aufgepasst! Der Bundesgerichtshof (BGH) hat Stadionverbote auf Verdacht für zulässig erklärt. So können die Verbote auch dann erlaubt sein, wenn die konkrete Beteiligung an Gewalttätigkeiten nicht nachgewiesen ist.

Dem Urteil zufolge genügt es bereits, dass der Fan Teil einer durch Randale aufgefallenen Fangruppe war. "Auf den Nachweis, er habe sich an den aus der Gruppe begangenen Gewalttätigkeiten beteiligt, kommt es nicht an", entschied der BGH.

Kommentar Der falsche Weg

Randale Mordversuch auf Dorfsportplatz
Randale Neonazi-Angriff auf Leipziger Fans
Randale Schlägerei bei Toleranz-Turnier

Bayern-Fan klagt vergeblich

Damit wies das Gericht die Klage eines Fans und Dauerkarteninhabers des FC Bayern München ab, der nach einem Spiel beim MSV Duisburg im März 2006 mit einer Gruppe des Fanklubs "Schickeria München" in eine Randale mit Duisburger Fans geraten war. Er bestritt jede Beteiligung, die anfänglichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Landfriedensbruchs wurden wegen Geringfügigkeit eingestellt. Trotzdem erhielt er ein bundesweites Stadionverbot für gut zwei Jahre.

Amateur-Fußball Massenschlägerei zwischen Spielern und Zuschauern
Amateur-Fußball II Lebenslange Sperre nach Massenschlägerei

Niedrige Hürde für Stadionverbote

Nach den Worten des BGH ist dies vom Hausrecht des Vereins gedeckt. Danach reichen für ein Stadionverbot bereits "objektive Tatsachen", die künftige Störungen befürchten lassen. Weil auch die anderen Zuschauer vor Randale geschützt werden müssen, dürfen laut BGH die Hürden für ein Stadionverbot nicht zu hoch gehängt werden. Nur bei Willkür sei ein Ausschluss unzulässig.

Regionalliga Harte Strafe für den 1. FC Kaiserslautern
Oberliga Randale in Leipzig

Anwalt erwägt Verfassungsbeschwerde

Die Angelegenheit könnte möglicherweise bald ein Fall für das Bundesverfassungsgericht werden. "Der BGH verlangt, dass der Betroffene selbst beweisen muss, dass er nicht als Störer aufgetreten ist. Dies halten wir für verfassungsrechtlich bedenklich. Wir werden daher prüfen, ob wir Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil einlegen", sagte Marco Noli der Rechtsanwalt des Beklagten.

Rund 3000 Stadionverbote in Deutschland

In der Bundesliga gelten nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes zurzeit zwischen 2900 und 3000 bundesweite Stadionverbote. Die genaue Zahl kann von Woche zu Woche variieren, da Stadionverbote regelmäßig neu ausgesprochen werden oder auslaufen. Hauptursachen dafür sind gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei oder Randale. Die Höchstdauer für ein bundesweites Verbot beträgt drei Jahre. Maßgeblich sind die "Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten" des DFB.

Stadionverbote auf polizeiliche Empfehlung

Verhängt werden Stadionverbote von den Vereinen. Die sprechen sie auf Empfehlung der Polizei aus oder weil sie selbst Zeugen schwerwiegender Verstöße gegen die Stadionordnung wurden. Vereine und Verbände übertragen sich vor jeder Saison gegenseitig ihre Hausrechte. Daher kann ein Stadionverbot, das in Duisburg ausgesprochen wurde, auch in Stuttgart, Hamburg oder Berlin gelten.

Fanverbände kritisieren Verbotspraxis

Fanverbände kritisieren seit Jahren, dass viele Verbote bereits "auf Verdacht" verhängt werden. Laut DFB-Richtlinien ist dafür nur ein Ermittlungsverfahren gegen einen Fan ausreichend, ein richterliches Urteil ist für ein Stadionverbot nicht nötig. Der Sicherheitsbeauftragte des DFB, Helmut Spahn, verteidigt dieses Verfahren. "Stadionverbote sind Präventivmaßnahmen auf zivilrechtlicher Grundlage. Es muss ein Mittel geben, andere Zuschauer vor gewaltbereiten Gruppen zu schützen", sagt er.

DFB überarbeitet Richtlinien

Im Dialog mit den Fans hat der DFB seine Richtlinien allerdings 2008 überarbeitet. Unter anderem wurde die Höchstdauer für ein bundesweites Stadionverbot von fünf auf drei Jahre reduziert. Mittlerweile hören die meisten Vereine die betroffenen Fans auch erst an, bevor sie über ein Stadionverbot entscheiden.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

Shopping
Macht den Kaffeemoment zur besten Zeit des Tages

Siemens Kaffeevollautomat der EQ Serie: Erfahren Sie vollendeten Kaffeegenuss. von OTTO

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal