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Bundesliga: Mehrheit der Fußball-Vereine für 50+1-Regel

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Mehrheit für 50+1-Regel

09.11.2009, 15:51 Uhr | dpa

Martin Kind Präsident von Hannover 96 ist für eine Abschaffung der 50+1-Regel. (Foto: imago)Martin Kind Präsident von Hannover 96 ist für eine Abschaffung der 50+1-Regel. (Foto: imago) Die meisten Klubs aus der Bundesliga sperren sich weiterhin gegen englische Verhältnisse mit einer Mehrheitsbeteiligung finanzkräftiger Investoren. Wie eine Umfrage ergab, wird eine deutliche Mehrheit der 18 Erstligisten auf der DFL-Mitgliederversammlung an diesem Dienstag für den Erhalt der sogenannten 50+1- Regel stimmen.

Damit droht Hannover 96-Präsident Martin Kind bei seinem Versuch zu scheitern, eine Satzungsänderung zu erwirken. "Wir wollen nicht, dass der deutsche Fußball aus Russland oder Asien kontrolliert wird", sagte Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund. Er gab damit die vorherrschende Meinung der Führungskräfte wieder.


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Zwei-Drittel-Mehrheit wird benötigt

Die bestehende 50+1-Regel soll verhindern, dass Investoren mehr als 50 Prozent der Klub-Anteile erwerben können. Eine Änderung der Vorschrift müsste von einer Zwei-Drittel-Mehrheit der 36 Profiklubs und vom DFB-Bundestag abgesegnet werden. Kind kämpft schon seit Jahren für eine Modifizierung und erhofft sich von einer Öffnung für externe Geldgeber mehr Chancengleichheit. Seiner Ansicht nach ist die Regelung bei von Großsponsoren unterstützten Klubs wie Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim ohnehin "praktisch außer Kraft gesetzt".

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Kind: "Ein Red Bull 96 soll es nicht geben"

Kind hofft, dass die Ligaversammlung Bereitschaft zu einem Konsensmodell signalisiert. "Die Traditionsmarken im Fußball müssen weiterhin bestehen bleiben, auch wenn ein Investor die Mehrheit übernimmt. Ein Red Bull 96 soll es nicht geben", erklärte der 65 Jahre alte Unternehmer. Er strebt eine Anpassung der 50+1-Regel an die Entwicklung des internationalen Fußballs sowie des Handelsrechts an.

Köln-Manager Meier ist skeptisch

Die meisten Klubs stehen der Initiative von Kind aber ablehnend gegenüber. Elf der befragten 18 Bundeslisten wollen im Falle einer Abstimmung über den Antrag für einen Erhalt der bisherigen Praxis stimmen. "Es soll eine Lex Hannover geschaffen werden, die nur einem Verein, aber nicht der ganzen Liga nützt", kommentierte Köln-Manager Michael Meier.

Hannover und Leverkusen sind für eine Änderung

Eine ähnliche Position bezog Schalkes Vorstandsmitglied Peter Peters: "Die Unabhängigkeit eines Klubs ist sein höchstes Gut. Wird diese Unabhängigkeit aufgegeben, kann man diesen Schritt nicht mehr rückgängig machen - und die daraus entstehenden Folgen für den Verein sind langfristig nicht absehbar." Zwei Klubs (Hannover, Leverkusen) befürworten eine Änderung, die restlichen Befragten wollen sich enthalten oder sind noch unentschlossen.

Konsensmodell will englische Verhältnisse vermeiden

Im Wissen um eine breite Ablehnung erarbeitete Kind ein Konsensmodell. Das soll vielen Gegnern die Angst vor Verhältnissen wie beim englischen Topklub FC Chelsea nehmen, der von der Gunst des Russen Roman Abramowitsch abhängig ist. Dieser Kompromiss sieht vor, dass Investoren sich zu einer Haltedauer von zehn Jahren verpflichten, ihren Wohnsitz seit mindestens drei Jahren in Deutschland haben und ihre Anteile im Falle einer Insolvenz kostenlos an den Verein zurückführen.


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