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Wettskandal: DFB will schnelle Strafen

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Wettskandal  

Zwanziger: "Werden schnell handeln"

21.11.2009, 14:55 Uhr | dpa

Zwanziger: "In unserem Sinne, dass die Staatsanwaltschaft das so aggressiv angeht." (Foto: dpa)Zwanziger: "In unserem Sinne, dass die Staatsanwaltschaft das so aggressiv angeht." (Foto: dpa) Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will die am neuen Wettskandal beteiligten Spieler und Funktionäre möglichst schnell bestrafen. Sobald beweiskräftige Unterlagen vorliegen, "wird unser Sportgericht und der Kontrollausschuss die sportgerichtlichen Maßnahmen treffen und das entsprechend ahnden", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. Das sportgerichtliche Urteil könne "vielleicht sogar weit vor einer Anklageerhebung und einer richterlichen Entscheidung" fallen.


"Sobald wir wissen, gegen wen ermittelt wird, werden wir der Staatsanwaltschaft natürlich alles zur Verfügung stellen, was sie braucht", sagte Zwanziger. "Es liegt ganz in unserem Sinne, dass die Staatsanwaltschaft das so aggressiv angeht."

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Rund 200 Spiele unter Manipulationsverdacht

Menschen, die den Fußball für ihre kriminellen Zwecken ausnutzten, müssten aus dem Sport entfernt werden, sagte Zwanziger. "Wenn wir die Dinge unter den Teppich kehren würden, dann hätten wir das schleichende Gift der Betrügereien und Manipulationen in unserem Haus." Am Freitag war Europas Fußball vom größten Betrugsskandal seiner Geschichte erschüttert worden. Laut Staatsanwaltschaft Bochum stehen rund 200 Spiele in mehreren europäischen Ländern unter Manipulationsverdacht, es gebe "bisher über 200 Tatverdächtige".

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Hat das Frühwarnsystem Mängel?

Zwanziger bekannte, dass er schon lange von den Ermittlungen wusste. "Das ist ja gar nichts Neues. Wir wussten, dass die Staatsanwaltschaft sich einem Ergebnis nähert." Der DFB will nun prüfen, ob das nach dem Betrugsskandal um Schiedsrichter Robert Hoyzer 2005 installierte Frühwarnsystem auf dem Wettmarkt Mängel hat. "Ich will jetzt noch nicht sagen: Es hat versagt. Ich glaube das wäre zu viel. Aber wir müssen gucken, warum wir nicht gewarnt worden sind", sagte Zwanziger.

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Staatliche Unterstützung gefordert

Der DFB-Präsident forderte zudem die Hilfe der Europäischen Union und der Nationalstaaten bei der Bekämpfung von Betrügereien auf dem Wettmarkt. Nur mit staatlicher Unterstützung könne es gelingen, ein unter klaren Auflagen stehendes Sportwettenangebot zu entwickeln, "das in allen Ländern möglichst gleich gehandhabt wird". Es sei klar, dass der Fußball ein hohes "Gefährdungspotenzial" habe, sagte er.

Zwanziger: "Das ist Kriminalität"

Für ihn ist der Wettskandal aber auch ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. "Das ist Kriminalität." Diese Betrügereien gebe es nicht nur im Sport, sondern "auf allen Ebenen" der Gesellschaft. "Wo Geld ist, da ist auch Korruption. Der entscheidende Punkt ist, wie gehen die Sportler damit um", sagte er.

DFB-Präsident hat "keine Sorge um Vertrauen in Fußball"

"Wir haben 1,4 Millionen Fußballspiele und wenn da 32 Spiele von der Staatsanwaltschaft in Deutschland untersucht werden, dann ist das gut für uns, weil es zeigt, dass wir diese Dinge nicht als Kavaliersdelikt abtun", sagte Zwanziger. "Und wenn die Fans wissen, dass wir diese Dinge (...) ehrlich, offen, transparent und konsequent abarbeiten, dann hab ich überhaupt keine Sorge um das Vertrauen in den Fußball."

Allofs: Manipulation nie ganz auszuschließen

Derweil äußerten sich verschiedene Vertreter der Bundesliga bei "LIGA total!" zum Wettskandal. "Wenn die Vorwürfe sich erhärten, ist das für den gesamten Fußball eine Katastrophe", sagte Nürnbergs Sportdirektor Martin Baader. Werder-Boss Klaus Allofs glaubt, dass Manipulationen im Fußball nie ganz auszuschließen seien. "Das Wichtigste aber ist jetzt, nicht zu spekulieren und Anschuldigungen anzustellen, sondern abzuwarten, wer wirklich beteiligt ist und welche Ausmaße es wirklich am Ende hat."

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Magath und Schuster für harte Strafen

Wenn tatsächlich manipuliert wurde, "dann müssen natürlich harte Strafen her, das ist gar keine Frage", sagte Schalke-Trainer Felix Magath. Ähnlich äußerte sich auch "LIGA total!"-Experte Bernd Schuster. "Ich denke, das man jetzt Zeichen setzen und hart durchgreift muss."


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