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Mittelstürmer-Legende Klaus Fischer feiert seinen 60. Geburtstag

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Der ewige Fallrückzieher wird 60 Jahre alt

26.12.2009, 19:25 Uhr | sid, t-online.de

Klaus Fischer trifft im WM-Halbfinale am 8. Juli 1982 in Sevilla gegen Frankreich per Fallrückzieher zum 3:3 in der Verlängerung. Der heutige UEFA-Präsident Michel Platini (li.) kann nur staunen. (Foto: imago)Klaus Fischer trifft im WM-Halbfinale am 8. Juli 1982 in Sevilla gegen Frankreich per Fallrückzieher zum 3:3 in der Verlängerung. Der heutige UEFA-Präsident Michel Platini (li.) kann nur staunen. (Foto: imago) Kein deutscher Stürmer wird von den Fußballfans derartig mit einer immer wieder fein anzusehenden Strafraumakrobatik verbunden wie Klaus Fischer. Der zweitbeste Bundesliga-Torschütze aller Zeiten feiert heute seinen 60. Geburtstag. Unvergessen, wie der gebürtige Bayer mit großer Vergangenheit als Profi tief im Westen, im WM-Halbfinale 1982 gegen Frankreich für den 3:3-Ausgleich in der Verlängerung sorgte - per Fallrückzieher. Der WM-Titel blieb ihm zwar nach 1978 auch 1982 verwehrt, doch 32 Tore in nur 45 Länderspielen sprechen ihre eigene Sprache: Platz 12 in der ewigen Torschützenliste des DFB.

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Dieser Fallrückzieher gegen die Schweiz verfolgt ihn mittlerweile

Sein zehntes dieser 32 Tore im DFB-Trikot ist kollektiv in Erinnerung geblieben, weil es so schön war. Mittlerweile - nach 32 Jahren - lastet es aber beinahe auf Fischer wie jenes 1:0 von Hamburg während der WM 1974 im einzigen deutsch-deutschen Duell auf A-Länderspielebene auf DDR-Stürmer Jürgen Sparwasser: Am 16. November 1977 gelang Fischer zum 4:1 im Länderspiel gegen die Schweiz in Stuttgart quer in der Luft liegend das offizielle "Tor des Jahrhunderts". "Die Auszeichnung macht mich zwar stolz, aber ich habe in meiner Bundesliga-Karriere 268 Treffer erzielt. Da waren einige schöne dabei, aber nur noch ein weiterer Fallrückzieher", sagt der assimilierte Westfale.

Genialer Moment im dramatischen WM-Halbfinale 1982

Doch es sind und waren eben nicht zuletzt die spektakulären Fallrückzieher, die in Erinnerung geblieben sind. So wie im WM-Halbfinale am 8. Juli 1982 gegen Frankreich (3:3 n.V., 5:4 i. E.), als er mit einem seiner unnachahmlichen Kunstschüsse in der Verlängerung zum 3:3 traf, ehe Deutschland in der legendären Nacht von Sevilla das Elfmeterschießen gewann.

Verständigungsprobleme in Gladbach

Tief im bayerischen Wald, im 500-Seelen-Dorf Kreuzstraßl, begann die Karriere des etwas schmächtigen Jungen, der seinen Heimatklub SC Zwiesel beinahe schon mit 18 Jahren in Richtung Westen verlassen hätte. "Hennes Weisweiler hat mich zum Probetraining bei Borussia Mönchengladbach eingeladen, aber dort hat man mich nicht verstanden. Ich hatte ja so einen bayerischen Dialekt, außerdem war ich ihm körperlich zu schwach", erinnert sich Fischer.

Ausgebildeter Glasbläser

Zunächst absolvierte er eine Lehre als Glasbläser, um einen "anständigen Beruf" zu lernen, doch den Traum vom Fußballprofi erfüllte sich Fischer trotzdem. 1860 München, der deutsche Meister von 1966, suchte einen Mittelstürmer, und Fischer unterschrieb für zwei Jahre. Weil die "Löwen" 1970 trotz der 19 Treffer ihres jungen Angreifers den Gang in die Zweitklassigkeit antreten mussten, nahm Fischer einen zweiten Richtung Westen und heuerte bei Schalke 04 an. "Meine Mutter hatte mich gewarnt: Wenn du da hochgehst, kannst du ja gar kein weißes Hemd mehr anziehen", erzählt Fischer.

Der Schwarze Fleck des Bundesligaskandals 1971

Auf Schalke wurde er schnell zum Führungsspieler und verpasste mit den Königsblauen 1972 nur knapp die deutsche Meisterschaft, doch das junge Fußballglück wurde bald durch das bis dato dunkelste Kapitel der Bundesliga getrübt. Am 17. April 1971 kassierte Schalke für eine 0:1-Heimniederlage gegen die abstiegsbedrohte Arminia aus Bielefeld 40.000 Mark. Weil Fischer und Co. eine Manipulation sogar per Schwur vor Gericht abstritten, wurde Schalke fortan als "FC Meineid" beschimpft. "Was waren wir dumm, ein Spiel für 2300 Mark pro Mann zu verlieren. Wir bekamen doch schon 2000 Mark Siegprämie", sagt Fischer, dessen Sperre durch das DFB-Sportgericht später von lebenslang auf ein Jahr reduziert wurde.

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Erst mit 27 Jahren endlich Nationalspieler

Erst am 27. April 1977 durfte Fischer, der lange im Schatten von Gerd Müller, dem "Bomber der Nation", stand, seinen Einstand in der Nationalmannschaft feiern - und dann gelangen dem Jubilar im Kalenderjahr 1977 auf Anhieb in neun Länderspielen sagenhafte elf Treffer.

Mit Ex-Gladbacher Kleff nach fast 20 Jahren doch noch zusammengekommen

Als Schalke 1981 erstmals aus der Bundesliga abstieg, ging Fischer zum 1. FC Köln, wo er drei Jahre spielte. 1988 beendete er seine Karriere beim VfL Bochum. Vier Jahre lang begeisterte Fischer, den die Kölner mit damals 34 Jahren als zu alt für die Bundesliga erachteten, noch im Dress des seinerzeit noch unabsteigbaren VfL, traf 27 Mal in 84 Bundesligapartien als Bochumer. Unvergessen, wie Fischer am 10. August 1985 zum Saisonauftakt in Nürnberg in der 25. Minute Dirk Drescher die Schnürsenkel der Fußballschuhe zuband. Der damals gerade 17 Jahre alte Debütant musste den des Platz verwiesenen Zumdick-Stellvertreter Markus Croonen plötzlich ersetzen. Drescher - 18 Jahre jünger als Fischer - tauchte nie mehr in der Bundesliga auf, Croonen nur noch drei Mal. Mit dem damals 38-jährigen Wolfgang Kleff holte sich Bochum Ersatz aus der Generation Fischer. Beide hätten damals Ende der 60er Jahre in Gladbach beinahe nicht nur im Training zusammengespielt.

Fischer wird für vier Partien Bundesliga-Trainer

Nach 1988 strebte der Vize-Weltmeister von 1982 eine Laufbahn als Trainer an, doch daraus wurde nicht wirklich etwas. Im Mai 1992 betreute Fischer nach der Entlassung des legendären Bosniers Aleksandar Ristics in den abschließenden vier Bundesligapartien den damaligen Aufsteiger Schalke 04, half, die Klasse zu erhalten. Bilanz: Zwei Siege, zwei Niederlagen für den vormaligen Ristic-Assistenten. Der Spielplan wollte es, dass Fischer damals als Übergangs-Cheftrainer auch noch auf seine beiden Ex-Klubs Bochum und Köln traf... Drei Jahre arbeitete Fischer als Coach der Schalker Amateure. "Ich habe mich nie in den Vordergrund gedrängt, wahrscheinlich liegt es daran", sagt Fischer, der heute für Schalke noch als Repräsentant tätig ist und eine Fußballschule für Kinder betreibt.

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