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Africa Cup: Anschlag auf Togos Mannschaft

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Africa Cup  

Co-Trainer und Pressesprecher sterben bei Anschlag

09.01.2010, 09:34 Uhr | sid, dpa

Togos Star Emmanuel Adebayor (vorne) ringt nach dem feigen Anschlag auf ihn und seine Mannschaftskollegen um Fassung. (Foto: AP)Togos Star Emmanuel Adebayor (vorne) ringt nach dem feigen Anschlag auf ihn und seine Mannschaftskollegen um Fassung. (Foto: AP) Schock zwei Tage vor Start des Africa Cups: Der Überfall auf die Fußball-Nationalmannschaft Togos im Gastgeberland Angola hat zwei Teammitglieder das Leben gekostet. Wie ein Offizieller der afrikanischen Fußball-Konföderation CAF erklärte, sind bei dem Rebellenangriff auf den togolesischen Mannschaftsbus der Assistenztrainer und Pressesprecher des Teams erschossen worden. Bei der Schießerei im Grenzgebiet wurden zudem mehrere Personen verletzt. Auch der Busfahrer soll getötet worden sein.

Zu den Verwundeten zählten unter anderem die Spieler Obilale Kossi (Torhüter des französischens Amateurklubs GSI Pontivy) und Verteidiger Serge Akakpo vom rumänischen Klub Vaslui. Akakpos Verein teilte mit, der 22-Jährige sei von zwei Kugeln getroffen worden und habe viel Blut verloren. Er sei aber nicht in Lebensgefahr.

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Maschinengewehrfeuer auf Togos Bus

Der Bus mit Spielern und Funktionären, darunter der bei Bayer Leverkusen unter Vertrag stehende Ergänzungsspieler Assimiou Toure, geriet kurz nach dem Passieren der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Angola unter Maschinengewehrfeuer. Das Grenzgebiet gilt wegen aufständischer Gruppen als besonders unsicher. Zu dem Anschlag bekannte sich unterdessen die Front für die Befreiung der Enklave Cabinda (FLEC). In der ölreichen Nordprovinz Cabinda kommt es seit der Unabhängigkeit Angolas 1975 immer wieder zu bewaffneten Konflikten.

Weitere Anschläge angekündigt

Die Rebellen kündigten weitere Anschläge an. "Diese Operation war nur der Anfang einer Serie von zielgerichteten Aktionen in der gesamten Region Cabinda", hieß es in einem Bekennerschreiben. Ob der Angriff auf Togos Fußballer zielgerichtet oder nur ein Zufall war, ist bislang noch offen.

Erleichterung in Leverkusen

Nach erster großer Sorge gab es derweil in Leverkusen Erleichterung: Bayer-Spieler Assimou Touré sei nach ersten Informationen unversehrt geblieben. "Er ist körperlich nicht verletzt. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut", sagte Leverkusens Pressesprecher Dirk Mesch. Der Bundesliga-Spitzenreiter will seinem 22 Jahre alten Abwehrspieler die Entscheidung über den Zeitpunkt der Rückkehr überlassen. "Wir haben Kontakt herstellen können, was sich sehr schwierig gestaltete. Wir stellen ihm frei, zu entscheiden, ob er sofort zurückkommen möchte. Sollte das sein Wunsch sein, werden wir sofort alles in die Wege leiten", erklärte Mesch.

"Wurden wie Hunde beschossen"

Derweil wurden Einzelheiten über den Angriff bekannt. "Wir hatten gerade die Grenze überschritten, um uns herum waren Polizeibusse. Alles sah gut aus, als plötzlich das Feuer auf uns eröffnet wurde", berichtete Togos Stürmer Thomas Dossevi dem Sender Radio Monte Carlo. "Wir wurden mit automatischen Waffen wie Hunde beschossen und haben uns 20 Minuten lang unter unseren Sitzen versteckt gehalten", sagte der Profi des FC Nantes.

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Teilnahme unwahrscheinlich, Adebayor reist ab

Dass die bis ins Mark erschütterten Spieler Togos am Turnier teilnehmen, ist äußerst unwahrscheinlich. Das Staatsfernsehen Angolas zeigte Togos Kapitän Emmanuel Adebayor völlig verschreckt und in Tränen aufgelöst. Vor dem Krankenhaus, in dem die Verletzten behandelt werden, tröstete Afrikas Fußballer des Jahres von 2008 seine Mitspieler. "Niemand ist bereit, hier sein Leben zu riskieren. Sie haben gesehen, wie ein Mitspieler mit einer Kugel im Körper schrie, dann bewusstlos wurde und das alles", sagte Adebayor, der mittlerweile nach Hause geflogen ist. Und der Profi von Manchester City meinte weiter: "Ich glaube, dass viele Spieler abreisen wollen. Ich bin froh, dass ich noch lebe." Sein Teamkamerad Alaixys Romao fügte an: "Ich kann nur an eines denken, den Wettbewerb abzublasen und nach Hause zu fahren."

Turnier soll aber stattfinden

Togos Spieler hatten sich im Kongo auf das Turnier vorbereitet. Nach Angaben des togolesischen Verbandes war mit der Mannschaft vereinbart worden, dass sie fliegen und nicht per Bus nach Angola reisen sollte. Der CAF-Sprecher Suleimanu Habuba sagte, der Zwischenfall habe wie ein Schock gewirkt. "Unsere erste Priorität ist die Sicherheit der Spieler, aber das Turnier wird weiter gehen."

Krisensitzung wegen des Anschlags

In einer Erklärung teilte der Verband mit, es sei eine Krisensitzung abgehalten worden, bei der der Angriff verurteilt worden sei. Die angolanischen Behörden hätten eine Untersuchungskommission in die Region geschickt, um die Lage zu erkunden. Die Organisatoren werden sich mit Politikern und Offiziellen in Cabinda in der Nähe an der Grenze zum Kongo treffen. Es sei auch ein Gespräch zwischen einem hohen angolanischen Politiker und dem CAF-Präsidenten Issa Hayatou geplant. Dabei sollen Entscheidungen getroffen werden, um einen ordnungsgemäßen Ablauf des Wettbewerbs und die Sicherheit der Teilnehmer zu garantieren.

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Sicherheitsmaßnahmen werden verschärft

Angolas Sportminister Goncalves Muandumba erklärte, die Sicherheitsvorkehrungen würden nach dem Vorfall drastisch verschärft. "Wir garantieren, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Schutz und Unversehrtheit aller Mannschaften, Fans, Betreuer und Touristen zu gewährleisten", sagte der Politiker und fügte an: "Wir werden unsere Anstrengungen verdoppeln." Eine Absage des Turniers hatte die afrikanische Konföderation CAF umgehend abgelehnt. Joseph S. Blatter, Präsident des Weltverbandes FIFA, hat bereits einen umfassenden Bericht und sofortige Aufklärung gefordert.

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