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Afrika Cup: Angola vergibt eine 4:0-Führung gegen Mali

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Verrückter Auftakt mit acht Toren

11.01.2010, 07:52 Uhr | t-online.de

Malis Souleymane Diamoutene (li.) gegen Angolas Manucho. (Foto: dpa)Malis Souleymane Diamoutene (li.) gegen Angolas Manucho. (Foto: dpa) Afrikas Fußball ist eben anders, auch, was Eröffnungsspiele angeht: Nach den Tränen um Togo bot die Auftaktpartie des Africa Cups des Gastgebers Angola gegen Mali in der Hauptstadt Luanda nicht nur Ablenkung, sondern ganz viel Spaß. Zumindest der neutrale Betrachter freute sich über acht Tore und eine selten gesehene Aufholjagd der Gäste. Sie waren praktisch erledigt, als es nach 74 Minuten 0:4 hieß. Bei Abpfiff 20 Minuten später stand es 4:4.

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Den sicheren Sieg aus der Hand gegeben

Nicht nur Angolas portugiesischer Trainer Manuel José de Jesus schüttelte voller Unglauben den Kopf über das, was er gerade mitverfolgt hatte. Sein Kapitän Kali fand Worte: "Wir sind komplett am Boden zerstört, angesichts dessen, was uns heute passiert ist. Wir hatten den Sieg in der Hand und sind in unser Verderben gelaufen."

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Beruhigendes 2:0 zur Pause

Nach einer eher ereignisarmen ersten halben Stunde hatte sich für die Angolaner alles so planmäßig angelassen: Ihr erfahrener Torjäger Flávio Amado brauchte nur sechs Minuten, um rechtzeitig vor dem Seitenwechsel eine beruhigende 2:0-Führung herauszuköpfen. In der 36. und 42. Minute jubelte der Großteil der 50.000 Fans. Der dritte Sieg Angolas im 14. Einsatz in einer Partie des Africa Cups begann sich abzuzeichnen.

Malis Diskussionsrunde

Umso mehr, da die Malier bis dahin vor allem im Mittelfeld enttäuschten. Es gab viel zu diskutieren. Die Gästeelf versammelte sich nach der Pause deutlich vor den Angolanern auf dem Feld und analysierte gruppendynamisch die ersten 45 Minuten. Als Kapitän Mahamadou Diarra in der 49. Minute völlig frei vor Angolas Keeper Carlos Fernandes auftauchte und mit seinem strammen Schuss an den Bauchmuskeln des 30-Jährigen scheiterte, wurde deutlich, dass Mali zurück im Spiel war. Doch die Herrlichkeit dauerte nur eine knappe Viertelstunde an, in der die Angolaner in der Defensive gebunden waren.

Zwei Elfmetertore

Frühestens mit dem ersten Elfmetertor, das Amaral Felisberto Gilberto nach 64 Minuten zum 3:0 gelang, schien Mali bezwungen zu sein. Gilberto musste zwei Mal verwandeln, da seine Kollegen beim ersten Versuch zu früh in den Strafraum gestürmt waren. Malis Torsteher Mahamadou Sidibe hatte schon da die Ecke geahnt - die von ihm aus linke - und die Kugel beinahe abgewehrt. Anschließend entschied sich Gilberto für die andere Ecke. Auch Sidibe tat das, verfehlte den Schuss aber knapp. Gegen Manuchos Strafstoß zehn Minuten später hatte Sidibe dann keine Chance.

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Diarra: "Zurück aus der Hölle"

Mit dem 4:0 waren die Territorien auf dem Feld so deutlich abgesteckt, dass auf Mali niemand mehr einen Pfifferling gab - nicht mal die Betroffenen selbst. "Wir haben für unsere Fehler bitter bezahlt, wurden teilweise vorgeführt", bilanzierte Diarra. "Aber wir haben den Glauben an uns nicht verloren, das darf man im modernen Fußball nie. Wir kamen zurück aus der Hölle. Deshalb sollten wir uns über dieses Resultat freuen."

Von wegen Ehrentreffer...

Und wie: 4:4 nach 0:4, darunter ein Doppelpack des Barca-Stars Seydou Keita. Dessen ersten Treffer nach 79 Minuten bejubelte noch niemand, stand es doch immer noch 1:4 gegen Mali. Angolas Torhüter hatte den Ball nach einer Flanke durchrutschen lassen und Keita die Verwirrung in der Hintermannschaft der Platzherren aus kürzester Distanz ausgenutzt. "Der Ehrentreffer Malis", notierte der Live-Ticker bei eurosport.de, dem weltweit übertragenden TV-Sender des Africa Cups.

Zwei Mal Keita

Was dann weiter passierte, ging in die Geschichte ein: Keitas früherer Teamkollege beim FC Sevilla, Frederic Kanouté, setzte einen Kopfball nach Flanke von Linksverteidiger Adama Tamboura schulmäßig ins Eck. Auf der Uhr blieben offiziell noch zwei Minuten. Plötzlich wurden die Knie der Angolaner immer weicher. Jeder Angriff Malis beschwor jetzt Gefahr herauf - mit Folgen. Per sehenswertem Volleyschuss vollendete der am langen Pfosten postierte Keita in der 93. Minute zum 3:4. Jetzt war bis zum Ende der vierminütigen Nachspielzeit alles möglich. Der eingewechselte Moustapha Yattabare netzte einen zunächst von Fernandes abgewehrten Schuss zum unglaublichen Finale ein. "Ein fantastisches Resultat", jubelte Malis Coach Stephen Keshi über die Auferstehung der Seinen. Der frühere Abwehrchef der Super Eagles aus Nigeria hatte bemerkenswerterweise an die Wende geglaubt: "Und meine Spieler dachten genauso. Aber über das, was in den ersten 65 Minuten passierte, dürfen wir nicht hinweggehen. Das müssen wir analysieren."

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