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Nicht nur betroffene Fans trauern oder freuen sich

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Nicht nur betroffene Fans trauern oder freuen sich

13.01.2010, 14:17 Uhr | t-online.de

Von Jörg Hausmann

Enttäuschung bei Klopp & Co.Enttäuschung bei Klopp & Co. Die Bundesliga ist ebenso wenig ein Wunschkonzert wie das Leben an sich. Irgendwie müssen immer die falschen Vereine gehen. Anders gesagt: Ein Großteil der Fans bedauert, dass Mönchengladbach, Mainz und Aachen in der kommenden Saison wieder eine Etage tiefer antreten müssen. In einem der irrsten Abstiegskämpfe der Geschichte, der über Wochen und Monate die halbe Liga um die Existenz zittern ließ, minimierten die geretteten Konkurrenten schlichtweg rechtzeitig ihre Fehlerquote und sammelten ein paar Punkte mehr. Den KSC, Rostock und Duisburg treffen die drei Absteiger frühestens in einem Jahr wieder. Nach Jahren im Unterhaus mischen die drei Traditionsvereine ab August wieder im Kreis der 18 Besten mit.


Borussia Mönchengladbach

Dass dazu erstmals seit der Saison 2000/01 nicht mehr die Borussen aus Mönchengladbach zählen werden, stand ausgerechnet nach dem 1:1-Achtungserfolg gegen den FC Bayern München am 32. Spieltag auch rechnerisch fest. Gegen den entthronten Meister zwei Unentschieden erzielt zu haben, bewahrte Gladbach nicht vor dem zweiten Verlassen der Beletage nach 1999. Eine alles andere als zielgerichtete Personalpolitik im Verbund mit der Vorstellung der Verantwortlichen, ein schmuckes Stadion alleine garantiere schon die Qualifikation für europäische Wettbewerbsspiele, führte die Fohlen geradewegs in Liga zwei. Die Rückkehr des verdienten Jupp Heynckes auf die Trainerbank geriet zum großen Missverständnis. Gladbach hielt oft mit, traf aber viel zu selten.

FSV Mainz 05

Seinem Offensivleiden rückte der FSV Mainz 05 im Winter mit der Rückkehr seines verlorenen Torjäger-Lieblings Mohamed Zidan aus Bremen zu Leibe. Als Tabellenletzter nach der Hinrunde angesichts von sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer dem Untergang geweiht, erfüllte Zidan die in ihn gesetzten Erwartungen. 13 Mal schloss der kaum zu haltende Ägypter mit dem Charme eines großen Kindes Mainzer Angriffe erfolgreich ab. Nach sechs Rückrunden-Begegnungen ohne Niederlage grüßten die Rheinhessen als beste Mannschaft des Kalenderjahrs 2007. Vier Punkte Luft zur Abstiegszone belohnten die neue Leidenschaft. Der Traum vom erneuten Wunder des Klassenerhalts nahm beim Aufsteiger von 2004 immer realere Züge an. Nach dem 1:0 über Bielefeld aber der entscheidende Einbruch: Sieben Partien ohne Sieg folgten und waren nicht mehr auszugleichen. Der Abschied von den Klassefans gelang wenigstens durch ein 3:0 über Gladbach.

Alemannia Aachen

Großartige Fans werden auch der Aachener Alemannia nachgesagt. Doch nicht immer unterstützte der Anhang des Vize-Meisters von 1969 die Schwarz-Gelben bedingungslos. Die Erwartungen an Schlaudraff und Co. schossen nach der respektablen Hinrunde (Platz 13) ins Kraut. Nach drei Niederlagen zu Rückrundenbeginn Ernüchterung. Der nach 36 Jahren in die 1. Bundesliga zurückgekehrte Verein gehörte wieder zu den höchst Gefährdeten - und riss sich zusammen. Sechs Partien und 14 Punkte später plötzlich Neunter, wusste in Aachen trotzdem jeder, dass noch alles passieren konnte. Und es passierte: Sechs Niederlagen nacheinander fraßen sechs Punkte Vorsprung zum gefährdeten Bezirk auf. Bitter, wie nach einem 2:0-Vorsprung gegen Wolfsburg in den Schlussminuten des 33. Spieltags auch die letzte Chance auf den Klassenerhalt verspielt wurde. Der Verein hatte sich den Luxus erlaubt, die Nationalspieler Jan Schlaudraff und Sascha Dum auszusperren.

Karlsruher SC

Beide bleiben dank ihrer Wechsel nach München respektive Leverkusen aber erstklassig und treffen in der kommenden Spielzeit auch wieder auf den Karlsruher SC. In Baden herrscht nach neun quälend langen Jahren ohne Erstligafußball dementsprechende Euphorie. Der treue Edmund Becker kam zum Aufstieg beinahe wie die berühmte Jungfrau zum Kinde. Am 13. Januar 2005 erbte der 50-Jährige ziemlich unvermittelt die Verantwortung für die Profis vom vereinsseitig geholten und dann vom Sponsor verjagten Reinhold Fanz. Aus der Interims- wurde eine Dauerlösung. Schon Karlsruhes souveränes 4:0 in Burghausen signalisierte zum Saisonauftakt, wo es langgehen würde. Der KSC war der Maßstab der Liga, nie schlechter als Zweiter, und das nur sechs Mal. Der Aufstieg stand schon vier Partien vor Saisonende fest.

Hansa Rostock

Ein 2:1 in Rostock tütete den nicht unbedingt zu erwartenden Erfolg ein. Hansa folgt den Karlsruhern, weil mit Trainer Frank Pagelsdorf und Regisseur Stefan Beinlich nie vergessene Helden an die Ostseeküste zurückkehrten - umgeben von aufstrebendem Nachwuchs einem Torjäger wie Enrico Kern, der endlich den Durchbruch schaffen wollte. Auch der frühere Nationalverteidiger Christian Rahn wollte seinen Kritikern beweisen, noch da zu sein. Hansa sorgt für das erste Ost-Doppel im Oberhaus seit 2003. Dass die Kogge den Abstieg aber wie zwischen 1995 und 2004 zehn Jahre in Folge erfolgreich umschifft, sollte nicht vorausgesetzt werden.

MSV Duisburg

Ab ihrer Gründung 1963 bis 1982 war die 1. Bundesliga ohne den MSV Duisburg undenkbar. Als Meidericher SV in der Premierensaison gleich Vize-Meister hinter dem 1. FC Köln, wurde aus den Zebras erst in der jüngsten Vergangenheit so etwas wie eine Fahrstuhlmannschaft: 1991 rauf, 1992 runter, 1993 rauf, 1995 runter, 1996 rauf, 2000 runter, 2004 rauf, 2005 runter, 2007 rauf. Angesichts der schicken Arena, in die die Blau-Weißen vor drei Jahren einzogen, scheinen die Perspektiven glänzend zu sein. Aber Fußball spielt noch immer das Personal. Und das hielt schon 2005/06 - trotz des feinen Stadions - die Zugehörigkeit zur 1. Bundesliga nicht

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