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DFB: Verband nimmt Amerells Rücktrittsangebot an

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DFB nimmt Amerells Rücktrittsangebot an

12.02.2010, 17:21 Uhr | dpa, t-online.de

Konsequenz: Manfred Amerell ist von allen Ämtern zurückgetreten. (Foto: imago)Konsequenz: Manfred Amerell ist von allen Ämtern zurückgetreten. (Foto: imago) Der DFB hat dem Rücktrittsgesuch Manfred Amerells entsprochen und den früheren Bundesliga-Schiedsrichter von all seinen Ämtern entbunden. "Wir nehmen den Schritt zur Kenntnis und halten ihn für richtig und notwendig", kommentierte der Deutsche Fußball-Bund in seiner Pressemitteilung Amerells Schritt. "Leider", hieß es weiter, lägen "Erkenntnisse vor, die die im Raum stehenden Vorwürfe gegen Herrn Amerell bekräftigen".

Mit Unterstützung seitens des Verbandes muss das ehemalige Mitglied des Schiedsrichterausschusses wohl nicht rechnen. Dies lässt sich aus folgender Passage der Presseerklärung schließen: "Ob die von Herrn Amerell über seinen Anwalt verbreiteten Äußerungen unter diesen Umständen klug waren, möchten wir unkommentiert lassen."

Der Fall Amerell Wieviele Kollegen sind betroffen?

Belästigung eines jungen Kollegen

Amerell soll einen jungen Bundesliga-Schiedsrichter sexuell belästigt haben. Dies bestreitet der 62-Jährige nach wie vor, teilte aber seinerseits mit: "Ich bin enttäuscht, dass meine Privatangelegenheiten in völlig falschen und diskreditierenden Zusammenhängen an die Öffentlichkeit getragen werden. Nachdem ich aber für Glaubwürdigkeit und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Schiedsrichterwesen stehe, will ich mich der Verantwortung stellen."

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Unerträgliches Maß an Verdächtigungen

Amerell nahm zu den Vorwürfen ausführlich Stellung. Er sei "tief betroffen und schockiert", erklärte er. Die öffentlich gemachten Vorverurteilungen, Verdächtigungen und Spekulationen hätten ein Ausmaß angenommen, das für ihn und seine Familie nicht mehr erträglich sei.

Intensive Freundschaft zu jungem Referee war nicht einseitig

"Ich habe in der Vergangenheit zu keinem Zeitpunkt einen jungen Bundesliga-Schiedsrichter sexuell belästigt", schrieb der frühere Geschäftsführer des TSV 1860 München und des Karlsruher SC. Er erklärte, dass er zu dem betreffenden Referee, "dessen sportlichen Werdegang ich in den letzten Jahren begleitet habe, ein sehr gutes Verhältnis" hatte. "Aus den zunächst rein sportlichen Kontakten entwickelte sich im Laufe der Zeit schließlich auch eine intensive private Freundschaft", so Amerell. "Größten Wert lege ich dabei auf die Feststellung", dass er diesen Schiedsrichter "zu keinem Zeitpunkt gegen seinen Willen zu dieser freundschaftlichen Beziehung gezwungen habe".

Ominöse SMS

Amerell räumte ein, dass es sicherlich ein Fehler gewesen sei, diese Freundschaft so eng werden zu lassen. "Die Beziehung war jedoch rein privat, persönlich und völlig unabhängig von meinem Amt im DFB-Schiedsrichterausschuss", schrieb Amerell weiter. In der Mitteilung, die über seinen Anwalt verbreitet wurde, zitierte Amerell auch aus einer Kurznachricht per Handy, die ihm der Referee am 13. Januar geschickt haben soll.

Ein DFB-Vize ist bereits über die Affäre gestolpert

Ein Kommunikations-Hickhack innerhalb des Verbandes in dieser Angelegenheit hatte erst am 10. Februar den DFB-Vizepräsidenten Dr. Rainer Koch dazu veranlasst, seine Zuständigkeit für das Schiedsrichterwesen im DFB-Präsidium abzugeben. Als Nachfolger ist Hermann Korfmacher im Gespräch, der in diesem Gremium bisher für den Amateurbereich zuständig ist und sich zudem mit dem Wettskandal beschäftigte. "Es würde Sinn machen, wenn sie die Aufgaben tauschen", sagte DFB-Vizepräsident Karl Rothmund in Barsinghausen.

Koch beklagt Informationsverzögerung

Koch hatte seine Entscheidung damit begründet, dass der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichterausschusses, Volker Roth, bereits am 17. Dezember 2009 über die Vorwürfe informiert worden sei. Nach eigenen Angaben erfuhr Koch erst am 3. Februar davon. Bescheid wusste indes bereits DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, den Roth knapp einen Monat nach Bekanntwerden der Vorwürfe unterrichtet hatte.

Zwanziger erläutert die Abläufe

Der DFB-Chef hatte am 11. Februar in einem Interview auf der Verbands-Homepage erklärt, dass er am 19. Januar ein Gespräch mit Roth geführt habe, um die Angelegenheit zu erörtern. Am 29. Januar sei es dann zu einer "intensiven Telefonkonferenz" gekommen. Amerell sei am 1. Februar zu einer Unterredung gebeten worden. "Das Präsidium wurde am 4. Februar unterrichtet, der zuständige Vizepräsident Dr. Rainer Koch wurde von mir ausführlich am 3. Februar telefonisch informiert, da er sich zu der Zeit wie ich wusste bereits seit einigen Tagen in Amerika aufhielt", sagte Zwanziger und appellierte, "im Sinne der Personen verantwortungsbewusst mit dem Thema umzugehen".

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