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Fall Amerell: Jetzt packt Schiri Kempter aus

23.02.2010, 15:40 Uhr | t-online.de

Schiedsrichter Michael Kempter belastet Amerell in einem Interview auf's Neue. (Foto: imago)Schiedsrichter Michael Kempter belastet Amerell in einem Interview auf's Neue. (Foto: imago) Die Vorwürfe gegen den ehemaligen Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell erhalten neue Nahrung. Der betroffene FIFA-Schiedsrichter Michael Kempter äußert sich erstmals in einem Interview zu den Umständen der sexuellen Belästigung, sein Abhängigkeitsverhältnis und die Beweggründe, die Geschichte öffentlich zu machen.


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Rückhalt im DFB

"Ich musste mich einfach von dieser Last befreien", sagte Kempter im Interview mit der "Bild"-Zeitung. "Das ist mir alles sicher nicht leicht gefallen." Doch jetzt ist der Referee erleichtert, sich zu diesem Schritt entschieden zu haben. Die engsten Freunde hätten ihn bei seinem Vorgehen unterstützt und ihm Kraft gegeben, zudem "wusste ich, dass mich der DFB nicht alleine lässt." Dabei gilt sein besonderer Dank Volker Roth und DFB-Boss Theo Zwanziger, die ihn sehr unterstützt und die Sache "so schnell und lückenlos wie möglich aufgedeckt" haben.

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Kempter: "Ernstes und bitteres Thema"

Dabei war Schiri-Chef Roth sein erster Ansprechpartner gewesen. Am 17. Dezember habe sich Kempter mit Roth getroffen und ihm die Vorfälle geschildert. "Ich habe ihm gesagt, dass es um ein ernstes und bitteres Thema geht." Kempter beschreibt die Annäherungsversuche Amerells als "schleichenden Prozess", der sich in den letzten zwei Jahren verstärkt habe. Dabei habe sich Amerell ihm sexuell genähert, durch Handauflegen auf den Oberschenkel bis hin zu versuchten Küssen auf den Mund. "Ich wollte nicht, aber er hat nicht aufgehört. Ich habe ihm deutlich signalisiert, dass ich das nicht will."

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Schweigen aus Scham und Angst

Aus Angst um seine Karriere als Schiedsrichter und aus Scham habe er so lange geschwiegen. "Ich habe versucht, es zu verdrängen, aber es kam immer wieder hoch", so Kempter. Erst als er gemerkt habe, dass "es noch mehrere Fälle gibt" habe er sich durchgerungen, etwas zu sagen. "Ich wollte damit auch andere, jüngere Schiedsrichter schützen." Als Amerell einen anderen Schiedsrichter gefragt habe, ob er ihn "mein Schatz" nennen dürfe, seien bei ihm die "Alarmglocken angegangen."

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Abhängigkeitsverhältnis statt Affäre

Eine Affäre mit Amerell weist Kempter entschieden von sich. Er habe sich in einem Abhängigkeitsverhältnis befunden, das "jemand gegen den Willen anderer für seine Interessen ausgenutzt" habe. Das sei bei Amerell der Fall gewesen. "Er hat seine Macht ausgenutzt und mir gedroht. Er sagte mir, das könne Auswirkungen auf meine Ansetzungen als Schiedsrichter haben."

Schwere Entscheidung

Angst, in der Öffentlichkeit verhöhnt oder angefeindet zu werden, hat Kempter nicht. "Ich habe nur die Wahrheit gesagt. Ich bin kein Täter, ich war das Opfer." Er habe die schwerste Entscheidung seines Lebens getroffen und hofft nun, dass die Fans in den Stadien das anerkennen. "Ich wollte diese Vorfälle nicht weiter verheimlichen und glaube, das es Zeit für Herrn Amerell ist, sich zur Wahrheit zu bekennen." Zugleich richtete er den Blick auf sein Comeback in der Bundesliga: "Ich will in den nächsten Wochen so schnell wie möglich wieder pfeifen." Darüber habe er schon beim DFB mit den Verantwortlichen gesprochen. Seine Rückkehr auf den Platz ist für März geplant.

Gerichtstermin am 4. März

Amerells Anwalt Jürgen Langer nannte die Aussagen von Kempter "irritierend und bedenklich". Langer verwies auf den Termin am 4. März vor dem Landgericht München I. Dort wollen Amerell und Langer in einem Zivilverfahren gegen den DFB eine einstweilige Verfügung erreichen, wonach der Verband nicht mehr von "sexueller Belästigung und Übergriffen" in Bezug auf Amerell sprechen darf. "Manfred Amerell wird am 4. März die Antworten geben", sagte der Jurist mit Blick auf den Gerichtstermin weiter. Möglicherweise wird dort auch Kempter als Zeuge aussagen und der DFB seine internen Ermittlungsergebnisse darlegen müssen.

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