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Schiedsrichter-Affäre: Beim DFB schießt mittlerweile jeder gegen jeden

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Beim DFB schießt mittlerweile jeder gegen jeden

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Schiedsrichter-Affäre: Beim DFB schießt mittlerweile jeder gegen jeden. DFB-Boss Theo Zwanziger (li.) und sein Vorgänger Mayer-Vorfelder (Foto: imago)

DFB-Boss Theo Zwanziger (li.) und sein Vorgänger Mayer-Vorfelder (Foto: imago)

Der Fall Amerell zieht auch den DFB immer tiefer in den Schlamassel. Anstatt gemeinsam an einer Lösung der Schiedsrichter-Affäre zu arbeiten, beschuldigen sich DFB-Vertreter gegenseitig und drohen mit Klage. Längst steht auch DFB-Boss Theo Zwanziger im Blickpunkt der Kritik. Ausgerechnet DFB-Ehrenpräsident Gerhard Mayer-Vorfelder attackiert nun seinen Nachfolger auf dem Präsidentenstuhl.

Der Chef des größten deutschen Sportverbandes, der den Fall vor zwei Wochen überraschend für abgeschlossen erklärt hatte, muss sich immer häufiger wegen des mangelhaften Krisen-Managements unbequeme Fragen stellen lassen.

MV sieht Ruf des DFB beschädigt

Er verstehe nicht, dass Zwanziger Amerell bereits nach wenigen Tagen in aller Öffentlichkeit an den Pranger gestellt habe. "Man wäre besser beraten gewesen zu schweigen. Ich persönlich bin der Auffassung, dass jemand unschuldig ist, solange nicht das Gegenteil bewiesen ist", sagte Mayer-Vorfelder im "Express". Der 77-Jährige sieht den Ruf des DFB und des Schiedsrichterwesens belastet.

Roth will Wack verklagen

Derweil droht Schiedsrichter Obmann Volker Roth öffentlich mit Klage, sollte Franz-Xaver Wack weiterhin behaupten, dass er seit mindestens fünf Jahren von den Vorgängen um den früheren Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell gewusst habe. Roth behauptet, er habe auf Hinweise für Amtsmissbrauch bei Amerell hingewiesen. Das Überraschende an diesem Neben-Scharmützel ist: Roth und Wack sollten eigentlich in der Amerell-Affäre an einem Strang ziehen. So hatte es zumindest der DFB geplant, als er den ehemaligen Bundesliga-Referee Wack als Vertrauensperson der betroffenen Schiedsrichter installierte. Doch jetzt gehen auch noch die Beiden aufeinander los.

Auch der Kaiser weiß nicht mehr weiter

Kein Mensch blickt mehr richtig durch in dem immer mehr zum Schmierenstück verkommenen Schiedsrichter-Skandal mit Intrigen, Verleumdungen und Androhungen von Klagen. Wer sagt die Wahrheit, wer lügt? Selbst Franz Beckenbauer weiß keinen Rat mehr. "Wie willst du das lösen"; fragt sich der Kaiser, der bisher für alles immer eine Lösung parat hatte. Alle blicken gespannt auf Donnerstag, dann gibt es in München eine mündliche Verhandlung im Fall Amerell.

Amerell-Anwalt gibt sich siegessicher

"Die Wahrheit wird ans Licht kommen. Der DFB wird Farbe bekennen müssen", sagte Amerell-Anwalt Jürgen Langer und merkte an: "Unsererseits haben wir alles getan, um noch ein größeres Unglück zu vermeiden." Amerell und Langer wollen in dem Zivilverfahren gegen den DFB vor dem Landgericht München I eine einstweilige Verfügung erreichen, wonach der DFB nicht mehr von "sexueller Belästigung und Übergriffen" in Bezug auf Amerell sprechen darf. Mit einer Entscheidung ist bereits am Donnerstag zu rechnen

Öffentliche Gerichtsverhandlung

Die Sitzung im größten Saal des Justizpalasts in der Prielmayerstraße 7 ist öffentlich. Allerdings soll der DFB einen Antrag gestellt haben, wonach die Öffentlichkeit beim Verlesen der eidesstattlichen Erklärungen von Michael Kempter und drei weiteren Schiedsrichtern ausgeschlossen werden soll. Kempter und das Trio, das anonym bleiben will, hatten zuvor eidesstattliche Versicherungen mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung gegen Amerell unterzeichnet. Dieser weist alle Vorwürfe weiterhin strikt zurück.

Zwanziger nicht anwesend

Während Amerell in der Verhandlung anwesend sein wird und Fragen beantworten will, lässt sich die DFB-Spitze von Verbands-Justiziar Jörg Englisch und Anwalt Christian Schertz vertreten. DFB-Boss Theo Zwanziger hatte in der vergangenen Woche betont, dass dem Verband das Ergebnis der Verhandlung "egal" sein könne. "Sollten wir von den staatlichen Behörden gebeten werden, unsere Erkenntnisse in dem Fall herauszugeben, dann werden wir das tun", sagte Zwanziger weiter.

Wack erneuert Vorwürfe gegen Amerell

Wack erneuerte unterdessen seine Vorwürfe gegen Amerell. Zudem warf Wack der Verteidigung von Amerell eine Politik der Ablenkung vor. "Die Beweislast gegen ihn ist erdrückend. Es wird immer nur abgelenkt, aber der Kern, um den es geht, nie kommentiert. Aber beim Prozess wird deutlich werden, wer Opfer und wer Täter ist", sagte Wack der Tageszeitung "Die Welt". Für Wack ist im Fall Amerell ein klares Schema erkennbar.

So soll es abgelaufen sein

"Amerell hat es nach Angaben der Betroffenen über Jahre so praktiziert: Erst das Vertrauen der Schiedsrichter zu gewinnen, dann - etwa bei Fahrten ins Stadion - den Betroffenen näher zu kommen, um schließlich beispielsweise durch das Aushändigen von Regeltestantworten oder Ausübung von Druck sexuelle Gefälligkeiten herbeizuführen", erklärte der Münchner Zahnarzt.

Immer wieder München im Blickpunkt

Wack betonte erneut, dass er bereits vor fünf Jahren auf einen möglichen Amtsmissbrauch von Amerell hingewiesen habe. Kempter sei beispielsweise bei 34 Spieltagen 28- bis 30-mal in München beim FC Bayern, 1860 München oder Unterhaching angesetzt worden. Wack: "Komischerweise war dort auch immer Amerell der Beobachter."

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