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Fall Amerell: Muss DFB-Boss Zwanziger zurücktreten?

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Fall Amerell: Muss DFB-Boss Zwanziger zurücktreten?

08.03.2010, 18:29 Uhr | t-online.de, t-online.de

Fall Amerell: Muss DFB-Boss Zwanziger zurücktreten?. Die Luft für DFB-Boss Theo Zwanziger wird immer dünner. (Foto: dpa)

Die Luft für DFB-Boss Theo Zwanziger wird immer dünner. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Aus dem Fall Amerell ist längst ein Fall Zwanziger geworden. Der DFB-Präsident droht über den Schiedsrichter-Skandal um Amtsmissbrauch und sexuelle Belästigungen zu stürzen. Das katastrophale Krisen-Management ist der unrühmliche Höhepunkt in der jüngsten Kette von Pleiten, Pech und Pannen. Wenige Monate vor der WM 2010 in Südafrika versinkt der größte deutsche Sportverband im Chaos. Boss Theo Zwanziger wackelt bedrohlich. Deutliches Indiz dafür: Aus der DFB-Zentrale sickern laut Medienberichten immer mehr Details aus seinem angeblich fehlerhaften Führungsstil durch. Am Rande des Länderspiels gegen Argentinien wurde bereits offen über seinen möglichen Nachfolger diskutiert. Franz Beckenbauer.

Beckenbauer als Nachfolger im Gespräch  

„Zwanzigers Zukunft steht auf dem Spiel“, titelt die „Frankfurter Rundschau“. Zusammen mit der „FAZ“ pflegt man auch aufgrund der geographischen Nähe beste Kontakte zur DFB-Zentrale in Frankfurt. Die „FAZ“ geht in ihrer Beurteilung Zwanzigers sogar noch einen Schritt weiter: „Wie schwach Zwanzigers Rückendeckung in Teilen des deutschen Fußballs mittlerweile geworden ist, zeigten die Tage in München, wo in den besseren und einflussreichen Fußballkreisen hinter kaum mehr vorgehaltener Hand schon die ,große Lösung’ kolportiert wurde: Franz Beckenbauer als neuer DFB-Präsident im Duett mit seinem langjährigen Vertrauten und Generalsekretär Wolfgang Niersbach, dazu im Sommer Sportdirektor Matthias Sammer als neuer Bundestrainer und Oliver Kahn als Manager.“

Unsinnige Auseinandersetzung mit einem Journalisten

Bisher genoss Zwanziger in der Öffentlichkeit einen exzellenten Ruf. Kritik an seiner Person hätte nur mildes Kopfschütteln zur Folge gehabt. Doch das Krisen-Management in der Amerell-Affäre ist bereits der dritte große Offenbarungseid Zwanzigers innerhalb kürzester Zeit und macht Zwanziger endgültig angreifbar. Zuvor sorgte ein monatelanger Rechtsstreit mit dem freien Sportjournalisten Jens Weinreich für Aufsehen. Zwanziger, ehemals Verwaltungsrichter in Koblenz, forderte aufgrund der Bezeichnung „unglaublicher Demagoge“ eine Unterlassungserklärung von Weinreich und unterlag in fünf Gerichtsinstanzen. Der erbärmliche Verlauf der letztlich geplatzten Vertragsverhandlungen mit Bundestrainer Joachim Löw und Co. ist jedem Fußball-Fan noch in guter Erinnerung.

Inquisitor statt Moderator 

Die Amerell-Affäre bringt letztlich das Fass zum Überlaufen. „Statt als Moderator aufzutreten, gab der Präsident den Inquisitor“, schreibt die „FR“.  Die Zeitung weiter: „Zwanziger, der sich gerne als moralische Instanz im Kampf gegen Rassismus, Chauvinismus, Diskriminierung und auch Homophobie feiern lässt, hat aus Borniertheit und Realitätsverlust eine Art Selbstjustiz verfolgt und, wie es aussieht, dabei gleich mehrere Existenzen so gut wie vernichtet.“

Immer wieder mit Rücktritt gedroht 

Dagegen inszenierte sich Zwanziger in der Öffentlichkeit immer wieder als ein Krisen-Manager, der alles im Griff hat. Überraschend häufig meldete er sich bei diesem schwebenden Verfahren zu Wort und erklärte die Angelegenheit für den DFB bereits für abgeschlossen, als die Öffentlichkeit noch völlig im Dunkeln tappte. Er kokettierte bei der Amerell-Verhandlung zum wiederholten Male in seiner Amtszeit mit Rücktritt, wenn das Gericht nicht nach seinem Willen entscheidet. Die Verhandlung endete mit einem Vergleich, so dass Zwanziger gerade noch sein Gesicht wahren konnte. Aber eben nur seines. Dafür lieferte er gleich drei Schiedsrichter ans Messer, die gegen Amerell per Eides statt ausgesagt hatten, aber anonym bleiben wollten. Amerell bekam ihre Namen und zerrt sie nun vor Gericht und somit an die Öffentlichkeit.

Mediendirektor im Alleingang rasiert 

Längst sickern immer mehr Details über das merkwürdige Benehmen Zwanzigers durch. Der so glänzend ins Amt gestartete DFB-Präsident scheint immer mehr die Bodenhaftung zu verloren zu haben. Die „FAZ“ berichtet, dass ihn Mitarbeiter als jähzornig beschrieben, als unfähig zum Delegieren und selbstherrlich auch in Kleinigkeiten. Dazu passt die kürzliche Entmachtung nach Gutsherrenart des bis dato geschätzten Mediendirektors Harald Stenger. „FAZ“: „Seitdem arbeitet die Kommunikationsabteilung des Verbandes, wie die Sache Amerell zeigt, mal konfus, mal selektiv.“

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