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Fußball: "Schwule Fußballer führen oft Scheinbeziehungen"

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"Schwule Fußballer führen oft Scheinbeziehungen"

10.03.2010, 19:37 Uhr | t-online, t-online.de

Fußball: "Schwule Fußballer führen oft Scheinbeziehungen". Plakat im Berliner Olympiastadion. (Foto:imago)

Plakat im Berliner Olympiastadion. (Foto:imago)

Homosexualität im Fußball bleibt Tabuthema - das zeigt nicht zuletzt die Amerell-Affäre im Schiedsrichterwesen und die Tatsache, dass es keinen geouteten Profifußballer in Deutschland gibt und gegeben hat. Dass es Schwule in allen Ligen gibt, die sich nicht trauen an die Öffentlichkeit zu gehen, ist unbestritten. Die Kulturwissenschaftlerin Tatjana Eggling berät schwule Fußballer und forscht seit Jahren zum Thema "Homosexualität im Profisport".

In "Welt online" äußerte sich die 46-Jährige zum Fall Amerell gegen Kempter, Machtausübung auf sexueller Ebene und ihre Erfahrungen mit den Ängsten von schwulen Fußballern.

"Schwuler Aspekt ist schlüpfriger"

Die Schlammschlacht rund um Schiedsrichter-Lehrwart Amerell bekommt derzeit viel mediale Aufmerksamkeit. Dass das Ganze bei heterosexuellen Protagonisten ähnlich hohe Wellen schlagen würde, bezweifelt Eggling. "Wahrscheinlich nicht. Der schwule Aspekt ist schlüpfriger und massenkompatibler," sagte die Kulturwissenschaftlerin. Wobei im Fall Amerell die Komponente Machtmissbrauch eine große Rolle spielt. Es kommt laut Eggling "im Profisport häufig zu sexuellen Beziehungen und Übergriffen, in denen Machtpositionen ausgenutzt werden".

"Das letzte Reservat echter Männlichkeit"

Trotz schwulem Außenminister und schwulem Hauptstadt-Bürgermeister tut sich der deutsche Profifußball weiter schwer mit dem Thema. Aus Egglings Sicht ist Fußball eine der letzten klassischen Männersportarten und das Stadion das "letzte Reservat echter Männlichkeit". Hier könnten Männer richtig Mann sein, wenn sie es wollen. Die Emotionen dem Verein und den Spielern gegenüber seien ein wichtiges Ventil, um ungeniert Dampf abzulassen. "Wo darf man sonst noch schreien und sogar weinen als Mann?"

Bloß keine Schwächen zeigen

Für Eggling liegt die Ursache für das Versteckspiel und die Angst der Profis nicht vorrangig in herrschender Homophobie. Es geht eher um hohe Emotionalität im Fußball und darum, Schwächen aufzugreifen. "Es geht um Gegnerschaft, um Konkurrenz. Da wird alles benutzt, um den Gegner zu schmähen und ihn herabzusetzen," so die Kulturwissenschaftlerin zu den Ergebnissen ihrer Forschung.

Doppelter Druck ist enorm

Wann sich der erste deutsche Kicker outen wird, vermag Eggling nicht vorherzusagen. Durch ihre Beratung von schwulen Fußballern weiß die Wissenschaftlerin vom hohen Leidensdruck und dem perfekt inszenierten öffentlichen Versteckspiel. Der doppelte Druck sei enorm für die Profis: "Sie müssen sich ja nicht nur in einer Hochleistungssportart bewähren, sondern auch noch ihre sexuelle Neigung verschleiern." Scheinbeziehungen und überzogen männliches Verhalten seien häufige Schutzmechanismen, um sich vor einer ungewollten Entdeckung zu schützen. Viele Homosexuelle beenden ihre Karriere vorzeitig, weil die Angst vor einem Outing oder der Entdeckung einfach zu groß ist.

DFB und Bundesliga-Vereine müssen mitziehen

Um ein Umdenken in naher Zukunft möglich zu machen, muss laut Eggling kontinuierlich für mehr Toleranz geworben werden. Der Deutsche Fußball-Bund hat sich seit langem auf die Fahne geschrieben, jegliche Art von Diskriminierung im Fußball zu verhindern. Auch viele Bundesliga-Klubs setzen sich mittlerweile dafür ein, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden darf. Die schwul-lesbischen Fanklubs sind für Eggling ein sichtbares Zeichen in die richtige Richtung.

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