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Fußball-Kolumne: Schiedsrichter außer Rand und Band

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Weltklasse - Die Kolumne  

Schiedsrichter außer Rand und Band

17.03.2010, 09:28 Uhr | t-online, t-online.de

Fußball-Kolumne: Schiedsrichter außer Rand und Band.

Eh, hier geblieben: Michael Ballack war mit Tom Henning Övrebö (rechts) gar nicht einverstanden. (Foto: imago)

Von Jonny Giovanni

Den Briten wird zurecht ein besonderer Humor nachgesagt. Ziemlich komisch ist zum Beispiel der tollpatschige Mr. Bean, gespielt von Rowan Atkinson. Noch lustiger fanden wir letzte Woche allerdings Martin Atkinson, der im Mestalla-Stadion des FC Valencia Schiedsrichter spielte. Plötzlich gab er Elfmeter für Werder Bremen. Ohne erkennbaren Anlass. Mr. Atkinson, der Unparteiische, bescherte uns so ein Rätselspielchen um die Hintergründe seines Pfiffs.

Hatte er Luftanhalten gespielt und musste Dampf ablassen? Handelte es sich um seine Interpretation eines alten Fifa-Vorschlags, ein Elfmeterschießen vor Spielbeginn durchführen, um das Unentschieden abzuschaffen?

Mehr kann man nicht verlangen 

Wo man auch hinguckt momentan, die Schiedsrichter sind außer Rand und Band. In der Heimat beliefert uns Manfred Amerell mit einer Soap, international sorgen Martin Atkinson und die anderen dafür, dass die deutschen Mannschaften weiter kommen. Okay, Werder muss am Donnerstag noch das Rückspiel bestehen, aber mehr als so einen Elfmeter und noch eine Rote Karte für Valencia kann man für den Anfang nicht verlangen. Und dass Tom Henning Övrebö das Dreimeterabseitstor von Miro Klose gab, hat den Bayern gegen Florenz den Weg ins Viertelfinale geebnet.

Chelsea vergeht der Spaß an Övrebö 

Schon der Name Övrebö klingt für deutsche Ohren merkwürdig. Vorige Saison ist den Chelsea-Spielern der Spaß an dem Norweger aber völlig entgangen, als Övrebö ihnen bis zu sechs Elfmeter verweigerte, weshalb sie in der Champions League dann durch ein Gegentor in der Nachspielzeit gegen Barcelona verloren. Michael Ballack hat sich ja damals so aufgeregt, als wäre ihm der Leibhaftige begegnet.

Ohne den Schiedsrichter nur drei Titel 

Dabei war Övrebö doch bloß der Maxime des frohsinnigen Genres nachgekommen und hatte den Menschen Freude gemacht. Jeder wollte ja lieber den schönen Fußball von Barcelona im Finale sehen als das grimmige Gebolze von Chelsea. Im Ergebnis gilt Barcelona jetzt als erfolgreichste Mannschaft der Geschichte, weil die Katalanen gleich sechs Titel gewonnen haben. Ohne die Darbietung von Övrebö wären es nur drei, weil ohne Sieg in der Champions League es auch keinen europäischen Supercup und keinen Weltpokal gegeben hätte.

Den Fernseh-Beweis etwa? 

Ach so, ja, wir kennen den Einwand, dass Schiedsrichter gar keine Kabarettisten seien, sondern vielmehr eine objektive Spielführung garantieren sollen; weil es ja um sportliche Gerechtigkeit gehe, um viel Geld und um die Seelen der Fans. Darum, wer für die Nachwelt der Sieger ist und wer der Verlierer. Wir kennen den Einwand und wir halten nichts von ihm. Denn wenn dem so wäre, würde man den Schiedsrichtern dann nicht alle erdenkliche Hilfe an die Hand geben? Den Fernseh-Beweis etwa? Oder, eine Technik, die reagiert, wenn der Ball einen bestimmten Sensor im Tor touchiert hat? Tut man alles nicht, wie gerade wieder vom Weltverband FIFA bestätigt.

Guardiola funkt den Schiri an 

Die Sachen, die man sich in den letzten Jahren neu ausgedacht hat, fördern im Gegenteil noch das komische Element im Fußball. Zum Beispiel kam es in Spanien kürzlich zu einer Szene rund um die Mikrofone, welche die Referees inzwischen zur Verständigung untereinander tragen: Auf den ersten Blick schien Barcelonas Trainer Pep Guardiola an der Seitenlinie beim Spiel in Almeria den Assistenten zu beschimpfen. Tatsächlich aber sprach er am Gesicht vorbei in dessen Mikrofon, um so den Schiedsrichter zu erreichen.

Referees klagen gegen Trainer 

Was er genau gesagt hat, bleibt strittig. Laut dem Bericht des Unparteiischen beleidigte er ihn wüst: „Du pfeifst alles falsch rum, du bekommt überhaupt nichts mit“. Guardiola, der als integer gilt,  bestreitet dies. „Der Bericht lügt“, er habe lediglich gesagt, dass sein Spieler Messi gestoßen worden sei. Weil sie sich ihrerseits nicht der Lüge bezichtigen lassen wollen, verklagen nun die Referees den Trainer vor dem Schiedsgericht des Verbandes. Die Spanier machen es also vor: Die Aufführung muss mit dem Schlusspfiff noch lange nicht vorbei sein.

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