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Tobias Rau rechnet ab: "Fußball ist eine Scheinwelt"

25.03.2010, 15:31 Uhr | dpa, dpa

Tobias Rau rechnet ab: "Fußball ist eine Scheinwelt". Tobias Rau ist  mit der "Scheinwelt Fußball" fertig und fordert eine bessere psychologische Betreuung der Profis. (Foto: dpa)

Tobias Rau ist mit der "Scheinwelt Fußball" fertig und fordert eine bessere psychologische Betreuung der Profis. (Foto: dpa)

Ex-Profi Tobias Rau zieht ein Jahr nach seinem Abschied mit dem Profi-Fußball Bilanz: Der ehemalige Nationalspieler machte den "extremen Leistungsdruck" im Fußballgeschäft für sein frühes Karriereende mit nur 27 Jahren verantwortlich: "Keiner hat mir erklärt, wie ich mit dem Druck umgehen soll. Leistung und Erfolg zählen mehr als soziales Verhalten", sagte Rau dem Magazin "11 freunde".

Fußballer müssen schauspielern

Das Motto von den "elf Freunden" gelte aber schon lange nicht mehr: "Der Job an sich ist ja fantastisch. Du spielst Fußball und verdienst damit sehr viel Geld. Aber Fußball ist eine Scheinwelt. Deinen eigentlichen Charakter kannst du in diesem Beruf nicht ausleben," so der mittlerweile 28-Jährige. Die Konsequenz sei, dass man "zu einem ziemlich guten Schauspieler" werde.

Jeder ist sich selbst der Nächste

Rau hatte seine Profi-Laufbahn nach Stationen beim VfL Wolfsburg, Bayern München und Arminia Bielefeld im Sommer vergangenen Jahres beendet. Er habe einfach den Leistungsdruck loswerden wollen, denn wegen der extremen Konkurrenzsituation sei sich jeder selbst der Nächste. Der Wechsel zu den Bayern im Jahr 2003 habe die Situation für ihn noch verschärft. "Es war eine andere Welt. Automatisch haben sich die Erwartungen von Medien, Fans und Trainer extrem erhöht. Und damit musste ich alleine klar kommen. Mitgefühl in der Kabine gibt es nicht", erinnerte sich Rau an die Zeit bei den Münchnern.

Rau: "Niemals Schwäche zeigen!"

Einzig zu Mehmet Scholl habe er ein gutes Verhältnis gehabt. "Mehmet hat mir bald auch die Regeln in München erklärt." Die Prozentzahl der Spieler, die in ihrer Mannschaft einen Freund besitzen, schätzt Rau "auf unter drei Prozent". Denn: "Kein Fußballer würde es wagen, Hilfe bei den Kollegen zu suchen. Regel Nummer eins in der Kabine ist: Niemals Schwäche zeigen!" Auch die Kommunikation mit den Trainern sei oft unangenehm: "Es gibt noch Trainer der alten Schule, da musste ich mir Beleidigungen gefallen lassen."

Rau fordert Professionalisierung der Betreuung

Druck und Stress im Fußball werden nicht abnehmen, glaubt Rau. Je mehr Geld im Spiel sei, je mehr Medien berichteten, je mehr Zuschauer ins Stadion kämen, desto größer sei der Druck. Die Bundesliga müsse lernen, "damit professionell umzugehen. Was heißt, dass man sich einfach noch mehr um die psychologische Ebene bemühen sollte". Rau hat festgestellt: "Da besteht eindeutig Nachholbedarf."

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