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DFB legt Michael Kempter auf Eis

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Kempter wird vorerst nicht eingesetzt

30.07.2010, 16:51 Uhr | sid, sid

DFB legt Michael Kempter auf Eis. Michael Kempter wird vorerst nicht als Schiedsrichter vom DFB eingesetzt. (Foto: imago)

Michael Kempter wird vorerst nicht als Schiedsrichter vom DFB eingesetzt. (Foto: imago)

Der Deutsche Fussball-Bund (DFB) hat Michael Kempter ausgebremst. Der Referee darf die ihm ursprünglich zugewiesene Drittliga-Begegnung zwischen dem SV Sandhausen und Kickers Offenbach nicht pfeifen. Bis zum Abschluss der internen Aufarbeitung der Affäre um den früheren Schiedsrichter-Beobachter Manfred Amerell wird der DFB den 27-Jährigen nicht mehr ansetzen. Dem jüngsten Bundesliga-Schiedsrichter aller Zeiten droht sogar das vorzeitige Karriere-Aus.

Der Kontrollausschuss des Verbandes und die Schiedsrichterkommission werden jetzt die neuen Vorwürfe Amerells überprüfen - dann wird entschieden, "ob oder in welcher Form Kempter als Schiedsrichter in Zukunft eingesetzt werden kann." Amerells Anwalt Jürgen Langer hatte jedem DFB-Präsidiumsmitglied in den vergangenen Tagen eine 13-seitige tabellarische Auflistung zugeschickt. Inhalt: Die vermeintlichen Widersprüche von Michael Kempter bei dessen Aussagen gegen Amerell beim DFB und der Staatsanwaltschaft Augsburg.

DFB lehnt Schadensersatzforderungen ab

Das Präsidium beschloss zwar auf seiner turnusmäßigen Sitzung einstimmig, Amerells Schadensersatzforderungen in Höhe von insgesamt 150.000 Euro nicht anzuerkennen. Allerdings genügte diese Auflistung, um die Mitglieder im Fall Kempter noch einmal ins Grübeln zu bringen. Offiziell klingt das so: "Bis zur Klärung des Sachverhaltes wird Michael Kempter nach Absprache zwischen Herbert Fandel, dem Leiter der Schiedsrichterkommission, und Lutz-Michael Fröhlich, Abteilungsleiter Schiedsrichter des DFB, nicht mehr angesetzt. Durch diese Maßnahme soll gewährleistet werden, dass der Fall mit der nötigen Ruhe möglichst schnell aufgearbeitet werden kann."

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Hocke äußert scharfe Kritik

DFB-Vizepräsident Rolf Hocke setzte sich damit mit seiner Forderung durch, die schnelle Ansetzung Kempters zu überdenken. Hocke hatte sich in der "Süddeutschen Zeitung" beklagt, Fandel habe mit der Ansetzung einen Alleingang getätigt. Bei der WM habe man gemeinsam beschlossen, dass Kempter vorerst noch nicht nominiert werden solle. Er sei "überrascht, dass Kempter schon für diesen Samstag nominiert wurde", hatte Hocke erklärt. "In Pretoria haben wir die Schiedsrichterlisten für erste, zweite und dritte Liga abgesegnet - mit ausdrücklicher Ausnahme der Person Kempter. Weil wir gesagt haben, wir wollen uns erst ein umfassendes Bild zur Sache von Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel geben lassen."

Amerell meldet sich zu Wort

Die Personalie Kempter sollte ausdrücklich ausgeklammert werden, doch anscheinend drückte Fandel dessen Ansetzung durch. Bei Amerell sorgte dies für unverhohlene Empörung. "Man muss fragen, wer mit Kempter unter einer Decke steckt, wenn der mit solcher Gewalt geschützt werden muss. Jetzt zeigt sich, ob die Präsidiumsmitglieder nur Marionetten des Präsidenten und des Herrn Fandel sind", sagte Amerell, der von Kempter und drei weiteren Referees der sexuellen Nötigung bezichtigt wird.

Kempter in der Warteschleife

Amerell fordert von seinem früheren Zögling Kempter wegen angeblicher Verleumdungen Schadensersatz in Höhe von 150.000 Euro, der DFB soll die Ansprüche bis spätestens 2. August anerkennen. Dies verweigerten die 19 Präsidiumsmitglieder. Kempter hilft dies jedoch nicht: Seine Pfeife bleibt vorerst stumm.


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