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Stolpert Zwanziger über die Affäre Amerell/Kempter?

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Stolpert Zwanziger über die Affäre Amerell/Kempter?

01.08.2010, 11:34 Uhr | t-online.de, t-online.de

Stolpert Zwanziger über die Affäre Amerell/Kempter?. Theo Zwanziger steht seit Monaten in der Kritik. (Foto: imago)

Theo Zwanziger steht seit Monaten in der Kritik. (Foto: imago)

Stolpert Theo Zwanziger über die Personalie Michael Kempter? Oder lässt der DFB-Präsident den 27-jährigen Schiedsrichter fallen, um seine Wiederwahl im Oktober nicht zu gefährden. Und wenn ja, kommt er damit tatsächlich durch? Immerhin hat der DFB-Boss sein Amt von Kempters Wahrhaftigkeit abhängig gemacht. In den nächsten Wochen kommen auf den Deutschen Fußball-Bund und seinen Boss stürmische Zeiten zu. Nach einer medialen Auszeit während der WM in Südafrika geht der Fall, der noch jede Menge Sprengstoff birgt, in die nächste Runde, die das katastrophale Missmanagement Zwanzigers erneut sichtbar machen wird.

Der nach angeblichen sexuellen Belästigungen an Kempter von seinen Ämtern im Februar zurückgetretene Schiedsrichterfunktionär Manfred Amerell kämpft derweil um seinen guten Ruf. Er hat Kempter und den DFB auf 150.000 Euro Schadensersatz verklagt. Jedes Mitglied des DFB-Präsidiums habe laut Amerell-Anwalt Jürgen Langer die schriftliche Aufforderung bekommen, bis zum 2. August die Schadensersatzansprüche seines Mandanten gegen den Verband "materiell und immateriell" anzuerkennen. "Wenn in dieser Zeit nichts passiert, werden wir auch die Klage gegen den DFB einreichen", hatte Langer erklärt und Zwanziger zum Rücktritt aufgefordert: "Ein DFB-Präsident, der den Fall so behandelt, ist nicht mehr tragbar."  Das DFB-Gremium hat die Ansprüche als "inhaltlich in keiner Weise nachvollziehbar" erklärt. Daher wird die ganz Sache nun vor Gericht ausgetragen

Nominierungsposse um Kempter

Interessant ist die Tatsache, dass der deutsche Fußball-Verband das Schreiben Amerells zwar als "inhaltlich in keiner Weise nachvollziehbar" beurteilte, aber in dessen Folge sofort reagierte und Kemptner vorerst aus dem Verkehr zog. Eigentlich sollte der ehemalige FIFA-Referee am 31. Juli die Drittliga-Partie zwischen Sandhausen und Offenbach leiten. "Durch diese Maßnahme soll gewährleistet werden, dass der Fall mit der nötigen Ruhe möglichst schnell aufgearbeitet werden kann", ließ der DFB offiziell verlauten. Warum der Verband nicht schon vor Monaten diese Herangehensweise wählte, bleibt völlig schleierhaft.

Kempter sollte so schnell wie möglich auf den Platz zurückkehren, obwohl immer mehr Hinweise auftauchen, dass es sich im Fall Amerell/Kempter eher um ein privates Eifersuchtsdrama handelt, als um sexuelle Nötigung. Während Zwanziger bei Kempter sofort zur Normalität zurückkehren will, bleibt Amerell für den DFB in der Rolle des bösen Buben. "Man muss fragen, wer mit Kempter unter einer Decke steckt, wenn der mit solcher Gewalt geschützt werden muss“, wundert sich längst nicht nur Amerell.

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Erster DFB-Funktionär äußert sich kritisch

Erstmals äußerte jetzt sogar ein DFB-Funktionär öffentlich Kritik. DFB-Vize Rolf Hocke geißelte eine plötzliche Rückführung Kempters in den Profibetrieb: Er sei "überrascht", so Hocke vor wenigen Tagen, "dass Kempter schon für diesen Samstag nominiert ist. In Pretoria haben wir die Schiedsrichter-Listen für erste, zweite und dritte Liga abgesegnet - mit ausdrücklicher Ausnahme der Person Kempter. Weil wir gesagt haben, wir wollen uns erst ein umfassendes Bild zur Sache von Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel geben lassen."

Irgendjemand muss also hinterher bei der Schiedsrichter-Ansetzung einen Alleingang gestartet und Kempter durchgedrückt haben. Das Geschacher um Kempter, der von Zwanziger noch vor wenigen Monaten als gesellschaftliches Vorbild in den Himmel gehoben wurde, war folglich bereits während der WM groß. Wie die "Süddeutsche Zeitung" erfahren haben soll, wollte man damals Kempter sogar als Erstliga-Schiedsrichter durchdrücken. Diese Fraktion konnte sich aber nicht durchsetzen. Wenig später wurde Kempter offiziell vom DFB wegen "persönlicher Unreife" in Liga drei zurückgestuft, um jetzt gänzlich aus dem Verkehr gezogen zu werden.

Fragen bleiben offen

Die Vorgehensweise des DFB und speziell Zwanzigers im Fall Amerell/Kempter ist schon lange nicht mehr nachvollziehbar. Für den 65-Jährigen war der junge Schiedsrichter noch vor kurzem ein Vorbild für die Gesellschaft, dann wurde er vom Verband offiziell wegen erkennbaren Hinweisen, „die dem Anforderungs- und Persönlichkeitsprofil sowie einer Vorbildfunktion des Schiedsrichters in der Elite der deutschen Schiedsrichterei abträglich sind“, in die 3. Liga zurückversetzt, um ihn nun gänzlich fallen zu lassen. Im Oktober will sich Zwanziger zu einer dritten Amtszeit als DFB-Präsident wiederwählen lassen. Bis dahin werden noch viele Fragen zu Kempter beantwortet werden müssen.

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