Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball >

DFL strebt Verschärfung des Lizenzverfahrens an

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

DFL will Lizenzverfahren verschärfen

16.08.2010, 15:16 Uhr | dpa, sid, sid, dpa

Die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs einiger Klubs ist nicht zweifelsfrei gesichert. (Foto: imago)Die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs einiger Klubs ist nicht zweifelsfrei gesichert. (Foto: imago)Im Kampf gegen die zunehmende Verschuldung der Klubs strebt die Deutsche Fußball Liga eine deutliche Verschärfung des Lizenzverfahrens an. Entsprechende Maßnahmen sollen laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" auf der DFL-Mitgliederversammlung in Berlin beschlossen werden. Unter anderem sollen die Erstliga-Vereine verpflichtet werden, ihre Verbindlichkeiten pro Saison um zehn Prozent zu verringern. Wer dies nicht schaffe, müsse zehn Prozent der entsprechenden Summe als Bußgeld zahlen.

Unter Berufung auf ein DFL-Papier berichtet der "Focus", dass sich die Vermögenslage der Klubs in den vergangenen Jahren verschlechtert habe. Durch die Einbußen hätten sich Liquiditätsprobleme ergeben, die dazu führten, dass in der abgelaufenen Saison "die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs bei einigen Klubs nicht immer durchgängig und zweifelsfrei gesichert war". Die Klubs konnten ihre Gehälter fast nicht zahlen. Durch die neuen Maßnahmen soll erreicht werden, dass die Schulden erstmals sinken und nicht wie bisher verlangt nicht weiter steigen.

Eigener Kanal trotz Finanznot

Trotz der Probleme denkt die Bundesliga wegen der anhaltenden Verluste von Pay-TV-Partner Sky an einen eigenen Ligakanal. "Die Liga muss am Szenario eines eigenen Senders arbeiten. Die Vereine sind stark genug, ein autonomes Bundesliga-Fernsehen auf die Beine zu stellen. Das unternehmerische Risiko ist angesichts der Attraktivität des Fußballs überschaubar", sagte Thomas Röttgermann, Geschäftsführer vom Bundesligisten VfL Wolfsburg, dem "Handelsblatt".

Bayern Münchens Vorstandsboss Rummenigge stellte zu Beginn der Woche gleich das komplette Geschäftsmodell von Sky infrage. "Ich mache mir große Sorgen, weil es uns gemeinsam, Liga und Bezahlsender, in 20 Jahren nicht gelungen ist, Pay-TV in Deutschland wirklich zu etablieren. Die haben den Fehler gemacht - und das fing schon zu Zeiten von Georg Kofler an -, die Leute praktisch zu Abos zwingen zu wollen, indem sie Sport mit Filmen koppeln", sagte Rummenigge der "Wirtschaftswoche".

"800 Millionen Euro um konkurrenzfähig zu bleiben"

Rummenigge hatte zuletzt gefordert, dass in Zukunft Einnahmen in Höhe von mindestens 800 Millionen Euro erzielt werden müssten, damit die Bundesliga auf internationaler Ebene konkurrenzfähig bleibt. Die Premier League kassiert pro Jahr sogar noch einmal knapp 400 Millionen Euro mehr. Der deutsche Fernsehmarkt gibt solche Preise aber nicht her. Deshalb zerstreute Liga-Boss Reinhard Rauball zwei Tage vor seiner Wiederwahl in Berlin die Hoffnungen der Bundesligisten auf eine künftige Explosion der TV-Einnahmen. "Ich will keine blühenden Landschaften versprechen. Medien-Erlöse wie in England sind für uns derzeit nicht zu erzielen. Man muss den Blick für die Realität wahren. In der aktuellen Diskussion über die Situation auf dem Fernsehmarkt wird deutlich, dass solche Zahlen bei uns im Moment nicht zu erreichen sind", sagte Rauball.

Die wirtschaftliche Lage beim Münchner Pay-TV-Sender, der die Übertragungsrechte von 2009 bis 2013 für rund 200 Millionen Euro pro Spielzeit von der DFL erworben hatte, scheint zumindest so problematisch, dass Rauball die 36 Erst- und Zweitligisten jüngst schriftlich über die aktuelle Situation informiert hat. Sky hatte durch eine weitere Kapitalerhöhung und die Ausgabe einer Wandelanleihe zuletzt rund 340 Millionen Euro in die Kasse gespült bekommen.

DFL ist optimistisch

Unterdessen hat die DFL dem in der Krise steckenden Bezahlsender den Rücken gestärkt. "Ich halte mich gerne an die Fakten. In den letzten Jahren wurden alle Rechnungen von Sky pünktlich bezahlt. Ich gehe davon aus, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird", sagte DFL-Geschäftsführer Tom Bender in Unterföhring. "Im Übrigen stehen wir mit Sky in einem konstruktiven Dialog. Erst am Rande des Champions-League-Finals in Madrid haben Ligapräsident Dr. Rauball und mein Kollege Christian Seifert mit James Murdoch gesprochen. Er hat dabei vermittelt, dass Sky in absehbarer Zeit Gewinne machen wird und er das Unternehmen weiter ausbauen möchte", sagte Bender weiter.

Bei Sky erwartet man, dass die Liga die Partnerschaft mit dem Sender fortführen wolle. Sorgen macht sich die DFL in dem vorab übermittelten Statement nicht. "Die Rechteperiode läuft bis zum Sommer 2013. Wir gehen nicht davon aus, dass es innerhalb der laufenden Rechteperiode dazu kommt, dass eine Alternative zu den aktuellen Partnern überhaupt nötig würde. Und das gilt ganz grundsätzlich und nicht nur auf unseren Partner Sky bezogen", sagte Bender.


Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal