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DFB-Sportdirektor Sammer dementiert Rücktrittsgerüchte

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Sammer dementiert Rücktrittsgerüchte

10.10.2010, 14:26 Uhr | sid, dpa, dpa, sid

DFB-Sportdirektor Sammer dementiert Rücktrittsgerüchte. Hört Matthias Sammer beim DFB schon bald auf? (Foto: imago)

Hört Matthias Sammer beim DFB schon bald auf? (Foto: imago)

Sportdirektor Matthias Sammer wird nach eigenem Bekunden keine Konsequenzen aus den Unstimmigkeiten mit Bundestrainer Joachim Löw und dem DFB ziehen. Der 43-Jährige wies jetzt die zuvor in zahlreichen Medien kursierenden Spekulationen über einen Rücktritt zum Jahresende energisch zurück. "Die einzige Realität ist, dass ich einen Vertrag habe. Es gibt keine Gespräche und keine Überlegungen, diesen nicht zu erfüllen", sagte Sammer. Zuvor hatte er im "Express"-Interview Dissonanzen innerhalb des Deutschen Fußball-Bundes angedeutet. "Es gibt sicherlich einige Fragen, die ich beantworten muss", sagte er.

Welche Fragen ihn beschäftigen, ließ Sammer allerdings offen: "Dazu will ich mich jetzt öffentlich nicht äußern." Hintergrund immer wieder aufkommender Spekulationen um einen vorzeitigen Rückzug Sammers ist der Kompetenzstreit mit DFB-Präsident Theo Zwanziger und Bundestrainer Löw um die Verantwortlichkeit für die U-21-Nationalmannschaft und Trainer Rainer Adrion. Löw hatte sich mit seiner Forderung, an Adrion festzuhalten, durchgesetzt. "Wenn ich den Gedankengang hätte, meinen Vertrag nicht zu erfüllen, würde ich dies mit dem Präsidenten und dem Generalsekretär (Wolfgang Niersbach) besprechen. Solch ein Gespräch ist aber weder anberaumt noch habe ich vor, es zu führen", sagte Sammer.

"Aufgabe als DFB-Sportdirektor ist äußerst reizvoll"

"Meine Aufgabe als DFB-Sportdirektor ist äußerst reizvoll. Ob mich irgendwann etwas anderes reizt, ist jetzt nicht vorherzusehen. Mich haben immer Aufgaben gereizt, in denen ich inhaltlich arbeiten konnte. Mir ging es nie um die Position", fügte Sammer hinzu. Zuletzt wurde Sammer mit dem krisengeschüttelten Bundesligisten VfB Stuttgart, wo Chefcoach Christian Gross in die Schusslinie geraten ist, in Verbindung gebracht: "Nochmals: Ich äußere ich mich nicht zu solchen Spekulationen", sagte Sammer.

Konflikt: Sammer gegen Löw

Sammer hatte im Kompetenzgerangel um die Weiterbeschäftigung von Adrion den Kürzeren gezogen. Der DFB hielt trotz des Scheiterns der Nachwuchs-Europameister in der EM- und Olympia-Qualifikation an dem Coach fest, der von Bundestrainer Joachim Löw gestützt wird. "Es wurde erneut festgestellt, dass Löw den U-21-Trainer benennen kann und dies - wie auch bisher - in enger Abstimmung mit Sammer tun wird", erklärte DFB-Präsident Zwanziger nach Bekanntgabe der Entscheidung pro Adrion Ende August.

Der Verbands-Boss hatte zuvor verärgert auf den Konflikt Sammer/Löw, der vornehmlich über die Medien ausgetragen wurde, reagiert. "Es wäre viel wichtiger, dass die beiden direkt miteinander reden und nicht den Weg über die Medien suchen", betonte Zwanziger: "Da sind mir zu viele Sensibilitäten im Spiel."

"Wir stagnieren im U-Bereich"

Sammer, dessen Kompetenzen eindeutig eingeschränkt wurden, machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. "Fakt ist: Seit 2009 stagnieren wir im U-Bereich. Wir sind von dem gemeinsamen, stringenten Weg der Führung durch die Denkweise im Hause abgekommen. Die U21, gerade Europameister, sollte ein Stück weit wieder autonomer arbeiten, ich sollte mich ein bisschen kümmern. Damit wurde erstens der Sportdirektor geschwächt und zweitens Glaubwürdigkeit verloren im gesamten U-Bereich", hatte Sammer in der "Sport Bild" erklärt.

DFB-Nachwuchsteams sehr erfolgreich unter Sammer

Die Unterstützung von Franz Beckenbauer hatte Sammer nicht geholfen: "Man sollte Matthias die U21 komplett übergeben. Joachim Löw und Oliver Bierhoff haben doch gar keine Zeit dafür." Unter Sportdirektor Sammer, der seit April 2006 im Amt ist, hatte die DFB-Nachwuchsteam große Erfolge gefeiert. Die U17, U19 und U21 waren gleichzeitig Europameister.

Mangelnder Ehrgeiz beim Team der U-21?

Das Scheitern der U-21-Europameister erwies sich jedoch als herber Rückschlag, auch in anderen U-Auswahlen konnte der Erfolgsweg nicht weiter beschritten werden. Sammer hatte Fehler konstatiert, die "wir gemacht haben. Wir müssen uns fragen, ob wir danach mit dem nötigen Ernst und dem nötigen Ehrgeiz weitergemacht haben."

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