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Kaiser-Rückzug bereitet DFB Probleme

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Kaiser-Rückzug bereitet DFB Probleme

12.11.2010, 12:59 Uhr | dpa, dpa

. Franz Beckenbauer beendet seine Tätigkeit für die FIFA. (Foto: imago)

Franz Beckenbauer beendet seine Tätigkeit für die FIFA. (Foto: imago)

UEFA-Chef Michel Platini feiert die Lebensleistung des Kaisers, FIFA-Boss Joseph Blatter bedauert den Rückzug seines Freundes Franz. Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dessen auf nationale Aufgaben fokussierten Präsidenten Theo Zwanziger ist Franz Beckenbauers Abschied aus dem FIFA-Exekutivkomitee aber ein ernsthaftes Problem. Der größte, aber längst nicht mehr mächtigste Sportfachverband droht auf dem internationalen Fußball-Parkett ins Abseits zu geraten.

Schon die komplizierte Suche nach einem Nachfolger offenbart die Schwierigkeiten. Der logische Kandidat Theo Zwanziger ziert sich wie schon vor seiner Wahl in die UEFA-Exekutive. Den DFB-Präsidenten "drängt es nicht in ein weiteres internationales Amt", hieß es aus Verbandskreisen, "zur Not würde er aber natürlich seine Verpflichtungen erfüllen." Beckenbauer hat sich am Tag nach seiner Rückzugsankündigung schon festgelegt. Nur Zwanziger würde qua DFB-Amt beste Chancen auf eine Wahl am 22. März durch die Delegierten des UEFA-Kongresses in Paris haben.

Zwanziger will kein internationales Amt

"Ich würde mir wünschen, er könnte sich dazu entschließen. Das wäre sicher die beste Lösung für den deutschen Fußball", sagte Beckenbauer der "Bild"-Zeitung. Zwanziger machte klar, dass der FIFA-Sitz in deutscher Hand bleiben muss, er selbst aber nicht unbedingt in die Weltregierung strebt. "Wir werden jetzt ganz in Ruhe darüber nachdenken, wie wir uns für die im kommenden Jahr anstehende Wahl eines Nachfolgers aufstellen", sagte er zu der brisanten Personalie.

Weitere deutsche Kandidaten wären der durch seinen Klub-Einsatz international schon profilierte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der im Frühjahr den schwindenden deutschen Einfluss gerade bei der UEFA beklagt hatte. In den Funktionärszentralen in Zürich (FIFA) und Nyon (UEFA) geben längst Spanier, Italiener und Franzosen den Ton an. Auch Liga-Präsident Reinhard Rauball hätte das nötige Funktionärsformat, hat aber noch keine größeren internationalen Meriten vorzuweisen. Allerdings erteilte Bayerns Vereinsboss Spekulationen um seine Person eine Absage. "Ich bin allein schon durch meine Funktionen beim FC Bayern München und in der ECA ein Vertreter des Klub-Fußballs und kein Verbandsmensch. Das ist nicht mein Ziel, sagte Rummenigge.

Was wird aus Niersbach?

Erster Ersatz wäre somit DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, den Zwanziger schon 2009 gerne an seiner Stelle in die UEFA-Exekutive gehievt hätte. Spätestens im Januar muss das DFB-Präsidium eine Entscheidung getroffen haben. Wird nicht Zwanziger aufgestellt, wäre dies schon ein deutlicher Hinweis auf die 2013 wohl anstehende Nachfolgeregelung an der DFB-Spitze. Niersbach werden entsprechende Ambitionen nachgesagt. Für einen Kommentar er nicht zu erreichen.

Kandidiert Zwanziger doch erfolgreich für den FIFA-Job, ergibt sich für den DFB ein neues Problem, wenn der Jurist wie allseits erwartet in drei Jahren sein nationales Amt abgibt. Dann wäre der deutsche Fußball an den internationalen Schalthebeln nur noch durch einen Fußball-Pensionär vertreten, der für die dort übliche Kungelei kein besonders Faible hat.

Lobeshymnen auf Beckenbauer

Die internationalen Reaktionen auf Beckenbauers Renteneintritt verdeutlichen die übliche Ellenbogen-Mentalität. Platini überhäufte den Kaiser förmlich mit Lobeshymnen, in denen zwischen den Zeilen die Erleichterung zu lesen war, dass der "große Deutsche" nicht mehr zum Konkurrenten um den FIFA-Präsidentensessel werden kann. "Ich hätte nach 2006 sicher auch UEFA-Präsident werden können, wenn ich es gewollt hätte", schoss Beckenbauer eine verbale Spitze gegen Platini.

Weltfußball-Chef Blatter bedauert hingegen aufrichtig, dass ihm die letzte echte Lichtgestalt in seinem durch WM-Bestechungsvorwürfe in die Kritik geratenen Spitzengremium abhandenkommt. "Sepp hat gesagt: Franz, du musst bleiben", berichtete Beckenbauer. Diese Lösung wäre sicherlich auch Zwanziger am liebsten gewesen.

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