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Wettskandal im Fußball: Angeklagter packt aus

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Wettskandal  

Erstes Geständnis im Fußball-Wettskandal

25.11.2010, 18:34 Uhr | dpa, dpa

Wettskandal im Fußball: Angeklagter packt aus. Ein Angeklagter sagt aus: Nürettin G. (li.) mit seinem Verteidiger Jens Meggers. (Foto: imago)

Ein Angeklagter sagt aus: Nürettin G. (li.) mit seinem Verteidiger Jens Meggers. (Foto: imago)

Im Prozess um den wohl größten Wettskandal im europäischen Fußball hat es ein erstes Geständnis gegeben. Der 35-jährige Angeklagte Nürettin G. gab zu, Wetten auf manipulierte Spiele gesetzt und selbst Spieler bezahlt zu haben. "Es hat genaue Anweisungen gegeben, was zu tun ist: Wenn es schief läuft, sollten Elfmeter gemacht werden - oder Rote Karten", sagte Nürettin G. den Richtern. Vor allem Thomas C., Ex-Profi des Zweitligisten VfL Osnabrück, habe echtes Talent bewiesen, extra schlecht zu spielen. "Der hat das ganz geschickt gemacht, das hat allen gefallen."

Die ersten Kontakte zum VfL Osnabrück seien schon 2008 zustande gekommen. Zwei Profifußballer hätten unter anderem 50.000 Euro auf eine Niederlage des eigenen Vereins gesetzt. Nach Angaben von Wettbüro-Betreiber Nürettin G. habe einer der beiden Profis von einer sicheren Sache gesprochen und dabei wörtlich gesagt: "Wir spielen gegen die eigene Mannschaft."

Manipulation fällt Trainer auf

Die Wette sei trotzdem verloren gegangen. Einer der beiden Spieler habe danach "fast geweint", weil er den Wetteinsatz nicht habe bezahlen können. Der Trainer hatte den Profi schon in der Halbzeit ausgewechselt, weil er es mit dem Schlechtspielen offenbar übertrieben hatte. Später habe sich dann auch Thomas C. an den Spielmanipulationen beteiligt. Das Bestechungsgeld sollte sich auf je 25.000 Euro belaufen.

Eigene Code-Sprache verwendet

Bei der Platzierung hoher Wetteinsätze hat Nürettin G. nach eigenen Angaben eng mit dem Mitangeklagten Tuna A. und dem noch nicht angeklagten Ante S. zusammengearbeitet, der schon in den Wettskandal um den ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelt gewesen ist. Es habe Telefonate und Video-Konferenzen über das Internet gegeben. Um das Wort "Manipulation" dabei zu umgehen, habe man eine Art Geheimsprache benutzt. Formulierungen wie "spiele Powerplay", "das kommt zu hundert Prozent" oder "spiele Maximum" seien eindeutige Hinweise darauf gewesen, dass im Vorfeld der Partien Spieler bestochen worden sind.

Zweitliga-Wette soll fast 300.000 Euro gebracht haben

Auch bei Wetten auf Fußballspiele in der Schweiz, in Belgien, Slowenien oder Ungarn ist Nürettin G. davon ausgegangen, dass der Ausgang der Partien zuvor abgesprochen war. Trotzdem seien längst nicht alle Wetten gewonnen worden. Besonders lukrativ seien die Wetten auf die deutsche Zweitliga-Partie FC Augsburg gegen den VfL Osnabrück vom 17. April 2009 gewesen. Der Wettgewinn soll sich dabei auf über 290.000 Euro belaufen haben.

Beckenbauer und Reif als Sachverständige erwünscht

Parallel zu dem Geständnis von Nürettin G. haben die Verteidiger des ebenfalls angeklagten ehemaligen Profifußballers Christian S. beantragt, Franz Beckenbauer und Fußball-Kommentator Marcel Reif als Sachverständige zu laden. Beckenbauer und Reif sollen bewerten, ob die Spiele der Oberliga-Mannschaften des VfB Pößneck, Germania Halberstadt, SC Borea Dresden und FC Carl Zeiss Jena II im Jahr 2009 tatsächlich verschoben worden sind. Sie seien für diese Aufgabe wegen ihres "großen Fußball-Sachverstandes besonders geeignet", sagte Verteidiger Udo Klaus Duits im Prozess.

Gesamtwert der Wettgewinne: 1,6 Milliarden Euro

Den insgesamt vier Angeklagten wird vorgeworfen, in die Manipulation von über 30 Fußballspielen verstrickt gewesen zu sein. Betroffen sind laut Anklage Spiele von der Europa League bis zur A-Jugend. Die Wettgewinne sollen sich auf rund 1,6 Millionen Euro belaufen. Das Strafverfahren wird am 10. Dezember fortgesetzt.

Auch Ante S. soll aussagen

Bis dahin soll über weitere Befangenheitsanträge gegen das Gericht entschieden worden sein. Sollten sie zurückgewiesen werden, ist mit einem Geständnis des Angeklagten Tuna A. zu rechnen. Nach Angaben des Gerichts soll auch der noch nicht angeklagte Ante S. voraussichtlich noch vor Weihnachten in den Zeugenstand gerufen werden.

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