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Offenbachs Stürmer Olivier Occéan im Interview mit t-online.de

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3. Liga - Kickers Offenbach  

"Können gar nicht anders, als aufzusteigen"

20.01.2011, 14:44 Uhr | t-online.de, t-online.de

Offenbachs Stürmer Olivier Occéan im Interview mit t-online.de. Sorgt seit Begin der neuen Drittliga-Saison für Tore bei Kickers Offenbach: Torjäger Olivier Occéan. (Foto: imago)

Sorgt seit Begin der neuen Drittliga-Saison für Tore bei Kickers Offenbach: Torjäger Olivier Occéan. (Foto: imago)

Das Interview führte Ricardo Da Silva Campos

Olivier Occéan, der neue Sturm-Tank aus Offenbach, sorgt schon seit Beginn der neuen Drittliga-Saison für Furore. Der 1,86 Meter große und 29 Jahre alte kanadische Mittelstürmer mit karibischen Wurzeln erzielte bislang neun Treffer in 14 Spielen und ist für die Kickers unverzichtbar geworden.

Der 17-malige kanadische Nationalspieler kam über eine Zwischenstation in den USA aus der ersten norwegischen Liga vom Spitzenklub Lilleström SK, wo er seit Anfang 2006 spielte und in 94 Spielen insgesamt 34 Tore erzielte. Mit Lilleström gewann er im Jahr 2007 den nationalen Pokalwettbewerb. Im Interview mit t.online.de spricht er über die Unterschiede im internationalen Fußball, sein Glück mit den deutschen Nachbarn und den geplanten Wiederaufstieg von Kickers Offenbach.

t-online.de: Herr Occéan, Sie müssen derzeit wegen eines Muskelfaserrisses passen. Wie geht es Ihnen?
Olivier Occéan: Danke, schon viel, viel besser. Ich absolviere ein Reha-Programm, welches diese Woche enden wird. In den nächsten Tagen werde ich dann wieder zur Mannschaft stoßen.

Neben Ihnen fallen für das nächste Punktspiel auch noch Alexander Huber und Denis Berger aus. Kann Trainer Wolfgang Wolf die Ausfälle kompensieren?
Ja, natürlich. Wir haben gute Spieler in unserem Kader. Das haben die Jungs auch zuletzt beim Heimsieg gegen Heidenheim gezeigt. Wir haben drei Punkte geholt und das zu recht.

Ihr nächstes Spiel wird ein Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden sein. Dresden ist derzeit Fünfter, Ihre Mannschaft Dritter. Was erwarten Sie vom Spiel mit dem Hintergrund, dass Sie nicht mitwirken dürfen?
Das wird ein hartes Match in Dresden, vor allem vor der Kulisse der Dynamo-Fans, die ihr Team anpeitschen werden. Es wird sicher schwer. Aber wir fahren dort hin, um zu gewinnen. Die Jungs schaffen das, unser Ziel sind die drei Punkte, ganz klar.

Wie würden Sie die Stärken Ihres Trainers Wolfgang Wolf beschreiben? Was ist sein Geheimnis?
Er ist ein absoluter Gewinner-Typ. Er will immer triumphieren, ein Dreier ist ein Muss für ihn. Er hat diese Gabe, uns zu pushen, er ist ein großer Motivator. Für ihn zählt nur der Fußball.

Haben Sie schon vor Ihrer Zeit bei den Kickers etwas von Wolfgang Wolf oder von Manager Andreas Möller gehört?
Oh ja, ich habe mich erkundigt und wusste, dass Wolf auch als Trainer bei großen Teams in der Bundesliga tätig war. Für mich ist es eine Ehre, mit ihm arbeiten zu dürfen. Und Manager Möller ist ja ein berühmter ehemaliger Spieler und Weltmeister von 1990. Er war von Anfang an sehr herzlich zu mir, behandelt die Spieler allgemein sehr gut. Er ist immer für einen da, kümmert sich, bietet Hilfe an. Das finde ich sehr gut.

Sie haben einen fulminanten Start in der Dritten Liga hingelegt. Neun Treffer in bislang 14 Spielen, das kann sich sehen lassen.
Ja, das fühlt sich sehr gut an, ich bin zufrieden und will wieder aufs Feld. Mein absoluter Fokus liegt daher auf einer schnellen Genesung, um noch mehr Tore zu schießen.

Wie würden Sie Ihre Stärken beschreiben? Haben Sie ein Geheimnis?
(lacht...) Das ist schwer zu sagen. Ich versuche, das Spiel schnell zu lesen und konzentriere mich auf den Spielverlauf. Ich kombiniere das physische mit dem technischen Spiel, um mich im Zweikampf durchzusetzen.

Das versucht doch aber jeder Stürmer?
(lacht...) Ja, das stimmt, aber ich versuche immer, meine Gegenspieler zu lesen, ich merke mir ihre Bewegungsabläufe, Laufwege und lote ihre Schwächen aus. Ich teste, mit welchen Möglichkeiten ich an ihnen vorbeikommen kann und womit sie gut und weniger gut klar kommen. Und dann schlage ich zu!

Schafft der OFC den Aufstieg in die Zweite Liga?
Das ist jedenfalls das Hauptziel des Vereins, das ist das, was die Fans wollen und was die Vereinsspitze von uns verlangt. Wir können gar nicht anders, als aufsteigen, verstehen Sie? Das geht aber natürlich nur Schritt für Schritt. Wenn wir das schaffen wollen, müssen wir uns immer auf die nächste Aufgabe konzentrieren.

Was sagen Sie zu den Fans der Kickers?
Ich habe viel über die Tradition und die Fankultur gelesen und gehört, das ist toll. Unsere Fans stehen wahnsinnig hinter uns, das gibt uns Kraft. Sie verdienen es einfach, dass ihr Verein aufsteigt. Ich weiß, dass Offenbach schon ganz oben war und unbedingt auch wieder dort hin will.

Auch in anderen Ligen gibt es viele Traditionsvereine. Sie haben ja bereits in drei verschiedenen Ligen gespielt: Erst in einer Amateurliga in den USA, dann in der ersten norwegischen Liga und jetzt in der dritten deutschen Liga. Wie kam es zu der Entwicklung?
In den USA habe ich nie in der Profiliga gespielt. Ich hatte trotzdem Glück, denn ich wurde damals von Vermont Voltage zu den New York MetroStars (heute: Red Bull New York, Anm. d. Redaktion) in die Major League Soccer gedraftet. Aber in den USA spielt man selten lange bei einem Verein, du hast nicht so die Sicherheiten, viele kommen und gehen. Danach wurde Grenland im Testspiel auf mich aufmerksam, so kam ich nach Norwegen. Kurz darauf wechselte ich dann zu Lilleström SK. Die Zeit dort gefiel mir sehr, doch dann kamen Verletzungen und mein Vertrag lief aus.

Wie ging es dann weiter?
Der Trainer setzte mich dann immer seltener ein, aber ich wollte spielen. Ich bekam mehrere Angebote aus den USA und Asien, aber ich wollte in ein Land, wo der Fußball einen großen Stellenwert hat. Und die Vereinsspitze in Offenbach hat was riskiert und mir ein tolles Angebot gemacht, so kam ich hierher. Jetzt will ich was zurückgeben.

Worin unterscheiden sich denn all diese Ligen, in denen Sie gespielt haben?
In den USA achten sie besonders auf deine Technik. In Norwegen kommt es vor allem auf die taktischen Fähigkeiten an, der Fußball ist außerdem sehr laufintensiv und körperbetont. In Deutschland ist das Spiel in der Dritten Liga sogar schneller als in der norwegischen Profiliga. Es ist hier viel internationaler, Technik, Taktik und Laufarbeit werden vorausgesetzt. Ich finde den Fußball in Deutschland viel besser, moderner und attraktiver. Deutschland ist eine große Fußball-Nation, das sagt schon einiges aus.

Stimmt es, dass Sie damals auch ein sehr guter Basketball-Spieler in der Highschool waren?
Ja, das stimmt. Ich habe viel gespielt, war auch ganz gut. Aber für mehr hat es nicht gereicht, die Konkurrenz war dort viel zu groß, der Wettbewerb ist echt hart. Es gab jede Menge andere Spieler, die viel besser waren als ich. Du musst schon ein echter Superstar sein, um es als Profi-Basketballspieler ganz weit zu bringen. 

Wie kamen Sie dann zum Fußball?
Fußball war immer mein Favorit. Ich spielte damals mit meinem Bruder in den Hinterhöfen. Außerdem stamme ich aus der Karibik, da ist Fußball Volkssport Nummer eins. Da steckt Leidenschaft dahinter, die ganze Familie liebt den Sport. Ich habe mich letzten Endes für den Fußball entschieden, weil ich mir dort mehr Chancen ausgerechnet habe.

Kennen Sie eigentlich weitere kanadische Spieler in Deutschland?
Ja, ich hatte bei unserem letzten Spiel in der Nationalmannschaft die Gelegenheit, kurz mit Rob Friend zu sprechen. Netter Typ, ich kannte ihn vorher aber nicht. Dann habe ich noch den Linksverteidiger von Augsburg kennengelernt. Seinen Namen hab ich leider vergessen, ich hab es nämlich nicht so mit Namen… (lacht)

Marcel de Jong…
Ach genau, stimmt. Und Kevin McKenna aus Köln kenne ich auch, der ist ja momentan ebenfalls verletzt.

Verfolgen Sie auch andere europäische Profi-Ligen?
Ich schaue die Premier League. Ich bin ein großer Arsenal-Fan, schon seit ich 14 Jahre alt bin, gucke ich mir die Spiele der Gunners an.

Haben Sie schon einen Lieblingsgegner in der 3. Liga ausgemacht?
Ja, es ist toll, gegen Wehen Wiesbaden zu spielen, mir gefällt dieser Derby-Charakter. Es macht Spaß, wenn man den Gegner im Derby schlägt, so wie wir das im August beim 2:1 gemacht haben.

Wie kommen Sie eigentlich mit Ihren Deutsch-Kenntnissen voran?
Gut, ich spreche schon ein bisschen Deutsch. Ich habe einen Privatlehrer, der zu mir nach Hause kommt. Aber es ist schon sehr hart, vor allem die Grammatik.

Ihre Frau und Ihre Kinder sind ja mittlerweile auch bei Ihnen. Wie war denn so die Eingewöhnungsphase?
Wir hatten sehr viel Glück mit unseren Nachbarn! Sie sind sehr herzlich und freundlich, haben uns allerlei Sachen in der Umgebung gezeigt, das ist echt toll.

Der ein oder andere Bundesligist hat bereits ein Auge auf Sie geworfen. Was halten Sie davon?
Das ist eine Ehre für mich. Auch wenn ich die Bundesliga eigentlich gar nicht verfolge. Ich versuche natürlich immer, auf höchstem Niveau zu spielen. Jetzt konzentriere ich mich aber auf die Aufgabe hier in Offenbach. Wer weiß, was danach kommt. Im Fußball kann alles passieren.

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