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WM 2018: Das Mutterland des Fußballs weint

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Desillusioniert und fern der Heimat

02.12.2010, 20:35 Uhr | t-online.de, t-online.de

WM 2018: Das Mutterland des Fußballs weint. Regungslos nahm David Beckham die Entscheidung pro Russland hin. (Foto: dpa)

Regungslos nahm David Beckham die Entscheidung pro Russland hin. (Foto: dpa)

Was für eine Sensation! Russland statt England, Katar statt USA. Das Mutterland des Fußballs sogar gleich im ersten Wahlgang mit gerade mal zwei mickrigen Stimmen abgestraft. Aus! Ende! Vorbei! England, der große Favorit für die WM 2018, liegt am Boden und leckt die Wunden eines jäh geplatzten Traumes. Und auch die USA wissen noch immer nicht, wie ihnen geschehen ist.

Im ersten Moment war David Beckham sprach- und regungslos. Dass Russland und nicht der große Favorit England den Zuschlag für die WM 2018 bekommen würde, war für den Botschafter der englischen Bewerbung nahezu undenkbar gewesen. Und so waren Beckham und die ebenfalls angereisten Prinz William, seines Zeichens Präsident des englischen Verbandes FA, sowie Premierminister David Cameron lange Zeit noch frohen Mutes gewesen. Die Ernüchterung traf sie dann wie ein Vorschlaghammer.

Ferdinand: "Ich bin am Boden zerstört!"

"Wir sind enttäuscht. Es ist hart, ohne die WM nach Hause zu kommen", sagte ein konsternierter Beckham hinterher. "Wir hätten keine bessere Bewerbung abgeben können." Und in der Tat: Für nahezu alle Experten galt Englands Bewerbung im Vorfeld als die klare Nummer eins. "Wir hatten von kommerziellen Aspekten her die beste Bewerbung", betonte auch Cameron hinterher erneut. Mit Recht fragt sich daher also nicht nur Englands Stürmer-Legende Alan Shearer: "Wenn wir es dieses Mal nicht geschafft haben, wann dann?" Und Englands Kapitän Rio Ferdinand fügte hinzu: "Ich bin am Boden zerstört. Was haben wir falsch gemacht?"

Die englischen Medien jedenfalls haben da schon eine Theorie. "Es sieht so aus, als ob England auch an den Enthüllungen der BBC gescheitert ist", schreibt die "Sun". Die neuesten Enthüllungen hinsichtlich korrupter FIFA-Funktionäre werden diesen und anderen tatsächlich wohl nicht gefallen haben. Die Antwort der FIFA fiel dann auch entsprechend deutlich aus: Lächerliche zwei Stimmen bekam England im ersten Wahlgang. Letzter Platz und raus. Oder in den Worten von Prinz William: "Das ist sehr traurig. Mit tut es für die Fans daheim unheimlich leid."

Bierhoff kritisiert die FIFA

Doch nicht nur die englischen Fans müssen einen Schock verdauen. Auch die USA galten im Vorfeld als klarer Favorit für die WM 2022 - und verstehen nach der Entscheidung für Katar die Welt nicht mehr. Am Ende hat sich ein reicher Wüstenstaat durchgesetzt, der nun vor der Herkules-Aufgabe steht: Aus dem Nichts muss eine gigantische fußballerische Infrastruktur für das Weltereignis aufgebaut werden, vom Schaffen begeisternder Atmosphäre in den Spielstätten einmal abgesehen.

US-Präsident Barack Obama nannte die Vergabe nach Katar anschließend schlichtweg eine "falsche Entscheidung". Und auch Deutschlands DFB-Teammanager Oliver Bierhoff konnte der überraschenden Wahl nichts Positives abgewinnen. Grundsätzlich sei es für einen Fan ja kein Unterschied, ob er nach Amerika, Australien oder nach Katar fliege. "Aber ich finde die Stimmung in dem Land, wo die WM stattfindet, sehr wichtig. Insofern betrachte ich Katar nicht als optimale Lösung."

Lalas: "Sepp Blatter ist kein Fan der USA"

Die USA jedenfalls stehen vor einem Scherbenhaufen. "Wir sind am Boden zerstört", meinte der ehemalige Bundesliga-Profi Eric Wynalda. Und Ex-Nationalspieler Alexi Lalas sah einen entscheidenden Faktor an höchster Stelle der FIFA. "Sepp Blatter ist einfach kein Fan der USA", kritisierte er. Der heimische Verband jedenfalls muss nun auf die erhoffte Sogwirkung für die Entwicklung von Jugend-Fußball-Programmen in den Großstädten der USA verzichten. "Die FIFA-Entscheidung wird diese Dinge jetzt definitiv bremsen", bestätige Ex-Nationalspieler Coby Jones.

Erschließen neuer Länder mit viel Geld

Sepp Blatter hingegen fand die Entscheidungen seines Komitees großartig. "Wir gehen in neue Länder. Osteuropa und der Mittlere Osten warten. Ich bin ein glücklicher Präsident", verkündete der FIFA-Präsident der Fußball-Welt, bevor er belehrende Worte für die enttäuschten Verlierer fand. "Beim Fußball geht es nicht nur ums Gewinnen, es ist auch eine Schule des Lebens, in der man lernen muss zu verlieren, und das ist nicht einfach."

DFB-Präsident Theo Zwanziger hingegen übte sich in Diplomatie und mahnte die FIFA indirekt, aus den vergangenen Wochen zu lernen. "Die Entscheidung, die WM 2022 nach Katar zu vergeben, hat mich überrascht. Ich bin mir sicher, dass die Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees alle Bedenken, die es gegen diese Wahl geben kann, bei ihrer Entscheidungsfindung bedacht haben." Einen solch dezenten Hinweis auf das Verhalten der FIFA sah Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque hingegen für unnötig. Er sprach aus, was viele Beobachter dachten: "Vielleicht wollten die Mitglieder des Exekutivkomitees dem Fußball neue Welten erschließen und ihn in neue Länder bringen - in wirtschaftsstarke Länder, die viel Geld haben."

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