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WM-Vergabe: Wladimir Putin verteidigt die FIFA

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Putin: "Unlauterer Wettbewerb"

03.12.2010, 08:43 Uhr | t-online.de, sid, dpa, sid, dpa, t-online.de

WM-Vergabe: Wladimir Putin verteidigt die FIFA. So sehen Sieger aus: Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin (re.) und FIFA-Boss Sepp Blatter. (Foto: AP)

So sehen Sieger aus: Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin (re.) und FIFA-Boss Sepp Blatter. (Foto: AP)

Der überglückliche Ministerpräsident des Landes, das als Gewinner aus der Vergabe der WM 2018 hervorging, stieg gleich nach der Bekanntgabe der Entscheidung in sein Flugzeug. Wladimir Putin wollte seiner Freude über das Votum der FIFA-Funktionäre für Russland vor Ort Ausdruck verleihen. Nach den üblichen Shake-Hands mit Sepp Blatter verteidigte Putin auf einer Pressekonferenz die FIFA und attackierte den Mitbewerber aus England, dessen Medien - darunter die BBC - vor der Wahl Unstimmigkeiten enthüllt hatten.

"Leute wurden der Korruption bezichtigt, ohne jeden Grund, ohne Fundament. Das war nur ein Druckmittel gegen die FIFA. Es war inakzeptabel, dass dies in England in die Medien transportiert wurde. Das ist ein Beispiel für unlauteren Wettbewerb. Russland hat verstanden, dass wir den Exekutiv-Mitgliedern der FIFA die Möglichkeit geben mussten, die Entscheidung ohne Druck von außen und ganz objektiv fällen zu können."

In das gleiche Horn stieß das FIFA-Exekutivmitglied Ángel María Víllar Llona. "Die Fifa ist eine saubere Institution. Alle meine Kollegen sind ehrenwerte Herren und arbeiten ehrlich und hart. Der gesamte Bewerbungsprozess ist sauber, egal, was die Medien erzählen."

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Lob für Russland

Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, zeigte sich ob der Entscheidung für Russland hoffnungsvoll gestimmt. "Ich bin sicher, Russland wird eine hervorragende Weltmeisterschaft ausrichten. Daran kann kein Zweifel bestehen. Russland hat viel Tradition im Fußball, knüpft im Vereinsfußball an alte Erfolge an und hat viele Fans."

Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht eine WM in Russland als positiv für die Entwicklung der Sportart in dem osteuropäischen Land an: "Russland möchte natürlich sehr gerne an die großen fußballerischen Zeiten der Sowjetunion anknüpfen, in der es auch tolle Spiele gegen die deutsche Nationalmannschaft gegeben hat. Für diesen Weg zurück zu alten Erfolgen sind moderne Stadien eine wesentliche Grundlage. Diese werden nunmehr für die WM in acht Jahren gebaut, und deshalb bin ich überzeugt, dass das Turnier dem Fußball in Russland einen großen Schub geben wird."

Die deutsche Fußball-Legende Günter Netzer traut den Russen zu, "ein gutes Turnier auszurichten". Sie hätten noch genug Zeit, sich professionell vorzubereiten, sagte er der "Welt".

Blatter verliert sich in Weisheiten

Der Chef der FIFA spielte das übliche Funktionärs-Spiel nach einer Wahl. Sepp Blatter fühlte sich als Sieger. "Danke an das Exekutivkomitee der FIFA, denn wir gehen in neue Länder. Osteuropa und der Mittlere Osten warten. Ich bin ein glücklicher Präsident. Wir entwickeln den Fußball. Aber ich muss allen Bewerbern ein großes Lob aussprechen für den tollen Job, den sie gemacht haben. Beim Fußball geht es nicht nur ums Gewinnen, es ist auch eine Schule des Lebens, in der man lernen muss zu verlieren, und das ist nicht einfach."

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Große Enttäuschung in England

Einer der Favoriten auf die Ausrichtung der WM 2018 war das Mutterland des Fußballs. "Meine einzige Erklärung ist die von Sepp Blatter genannte: Sie wollen mit der WM neue Länder erschließen", sagte der britische Sportminister Hugh Robertson. Premierminister David Cameron und Fußball-Star David Beckham äußerten ihre Niedergeschlagenheit. (Mehr zur Stimmung in England)

Katar überrascht die Welt

Auch die Vergabe der WM 2022 endete mit einem für Außenstehende erstaunlichen Resultat. Der kleine Wüstenstaat Katar erhielt den Zuschlag. Auch aufgrund der Wirtschaftskraft des Landes erwartet Günter Netzer eine "gigantische, einzigartige und neuartige" WM. Dennoch ist es für Netzer "eine komische Vorstellung, dass dort nun eine Weltmeisterschaft stattfindet".

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff ist skeptisch, ob der Fußballbegeisterung in Katar. "Grundsätzlich, ob ein Fan nun nach Amerika, Australien oder nach Katar fliegt, da ist für den europäischen Fan Katar wahrscheinlich noch besser als Australien. Aber ich finde natürlich generell die Stimmung im Land, wo die WM stattfindet, auch sehr wichtig. Insofern betrachte ich Katar nicht als optimale Lösung."

Barack Obama, der Präsident der USA, kommentierte kurz, aber deutlich: "Ich denke, dies war die falsche Entscheidung."

Hitze könnte in Katar zum Problem werden

Für Bundestrainer Joachim Löw ist die Vergabe der Fußball-WM 2022 nach Katar "eine im Moment unglaublich mutige Entscheidung". Der Chefcoach der deutschen Nationalmannschaft hatte mit einem anderen Votum des FIFA-Exekutivkomitees gerechnet: "Russland ist eine Fußball-Nation. Aber von Katar bin ich schon überrascht. Ich hätte gedacht, dass Bewerber mit Fußball-Tradition den Zuschlag bekommen", sagte Löw. "Eine große Rolle wird die Hitze sein." Im Sommer vergangenen Jahres konnte der Bundestrainer mit seinem Team die besonderen Bedingungen beim Wüsten- Fußball schon einmal testen. "Das war schon eine Belastung. Bei 40 Grad zu spielen und zu trainieren, ist schon schwierig."

Kritik an der Doppel-Vergabe

Schon vor der Entscheidung in Zürich hatte Franz Beckenbauer, selbst Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees, die Vergabe von zwei Weltmeisterschaften gleichzeitig kritisiert. "Im Nachhinein sind alle der Meinung, dass es ein Fehler war", sagte Beckenbauer dem "Handelsblatt".

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