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Tognoni fordert den DFB auf, FIFA-Reform einzuleiten

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WM 2022 - FIFA  

Der DFB muss eine neue FIFA erschaffen

05.12.2010, 09:54 Uhr | t-online.de, dpa, t-online.de, dpa

Tognoni fordert den DFB auf, FIFA-Reform einzuleiten. Stand bis 2003 insgesamt 13 Jahre in Diensten der FIFA: Guido Tognoni. (Foto: imago)

Stand bis 2003 insgesamt 13 Jahre in Diensten der FIFA: Guido Tognoni. (Foto: imago)

Seitdem die FIFA beschlossen hat, die WM-Turniere 2018 und 2022 nach Russland und Katar zu vergeben, empört sich die Fußball-Welt. Vor allem die Entscheidung für den geografischen und fußballerischen Zwerg Katar stößt auf Unverständnis. Im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF hat der frühere FIFA-Pressesprecher und -Berater Guido Tognoni nun jedoch nicht nur gefordert, den WM-Veranstalter künftig auszulosen. Der Schweizer richtete vor allem einen Appell an die Adresse des DFB, die FIFA, deren Teil Tognoni 13 Jahre lang war, zu reformieren: "Die FIFA kann ihr System aus eigener Kraft nicht ändern."

Bereits zwei Tage vor seinem TV-Auftritt hatte Tognoni in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" die FIFA rechtlich mit einem Vogelzüchterverein verglichen: "Die weltweit reichsten Sportinstitutionen organisieren sich wie ein Vogelzüchterverein in Deutschland oder der Schweiz. Sie können machen, was sie wollen, das führt zu einer gewissen Abgehobenheit, die nicht sein müsste." Tognoni betonte die Ohnmacht der Klubs "gegenüber den Verhältnissen, wie sie in der FIFA herrschen - die führt wirklich ein Herrenleben im wahrsten Sinne des Wortes."

Warum kommt nichts vom DFB?

Offensichtlich herrsche allgemeine Zufriedenheit mit den Verhältnissen. Empörung sei nach der erst- und wohl auch letztmaligen Doppel-Vergabe einer WM-Endrunde nur seitens der Medien und deren Nutzer zu vernehmen gewesen. Tognoni sagte im "Aktuellen Sportstudio": "Ein Deutscher Fußball-Bund empört sich nicht - der größte und wichtigste Verband der Welt. Er schaut allem nur zu und reagiert nicht. Er ist extrem loyal. Aber er sollte nicht immer auf die Zähne beißen, sondern sollte versuchen, die FIFA von innen zu reformieren." Tognoni nimmt die Lichtgestalt des deutschen Fußballs in die Pflicht. "Es wäre ein Vermächtnis von Franz Beckenbauer, wenn er einen Zehn-Punkte-Plan aufstellen würde, bevor er geht und sagt: 'So wünsche ich mir die FIFA in zehn Jahren oder in zwölf Jahren, wenn wir in Katar spielen'."

Rauball kritisiert fehlende Transparenz

Auch der Präsident der Bundesliga, Borussia Dortmunds Boss Dr. Reinhard Rauball, sieht dringenden Reform-Bedarf. Im Magazin "Focus" kritisierte der Rechtsanwalt vor allem das Prozedere bei der geheimen Abstimmung zur Vergabe der WM. "Die Transparenz bei der Entscheidungsfindung ist eindeutig verbesserungsfähig", sagte der 63-Jährige. Nur ein Kärtchen aus einem Kuvert zu ziehen, sei nicht zeitgemäß und lade förmlich zu Spekulationen ein. "Den Fußball-Fans muss bei einer Entscheidung klar gemacht werden, warum sich die FIFA für oder gegen ein Land entschieden hat", forderte Rauball.

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Einfach das Los entscheiden lassen

Tognoni sieht gar keinen Anlass mehr für eine explizite Begründung, denn: "Man sollte einfach auslosen. Damit wäre das Exekutivkomitee aus der Schusslinie." Das Geld hätten letztlich alle. "Jedes Land, das zu den Bewerbern gehört, kann die WM ausrichten, sonst wären sie gar nicht in die Kür gekommen. Das ist keine Hexerei." Was jetzt abgelaufen sei, war jedoch abzusehen: "Das ist ein Teil des Erfolgs des Fußballs. Der Fußball hat sich massiv vergrößert und verbreitert. Er ist immer noch erfolgreicher geworden. Es ist immer mehr Geld im System."

Der Steuerzahler steht für schamlose Regierungen gerade

Tognoni wird schwindelig, wenn er über diese Summen nachdenkt. Alleine die für 2022 bereits im ersten Wahlgang kläglich gescheiterten Australier hatten 45 Millionen Dollar für ihre Bewerbungs-Kampagne in die Hand genommen - Steuergelder. "Die Schamgrenzen sind gesunken, und die Bedeutung der internationalen Anlässe ist gestiegen. Wenn ich sehe, wie sich Regierungen verbiegen, um irgendwelche Großanlässe zu bekommen, dann muss ich sagen: Da ist einiges aus den Fugen geraten", sagte Tognoni in der "FTD".

Dempsey fehlte plötzlich

Deutschland bildet diesbezüglich keine Ausnahme. "Deutschland hat seine Wahl zum WM-Ausrichter, sagen wir, sehr gut organisiert. Das war nicht nur der warme Händedruck von Franz Beckenbauer. Deutschland hat unter anderem dafür gesorgt, dass das Stimmenverhältnis bei der Wahl zu seinen Gunsten ausgefallen ist, hat dafür gesorgt, dass ein Mann (Ozeaniens Vertreter Charley Dempsey, der 2008 starb, Anm. d. Red.) plötzlich nicht mehr da war, als die Wahl stattfinden musste. Wenn der nicht da gewesen wäre, wäre wahrscheinlich ein Anderer nicht da gewesen", sagte Tognoni im "Aktuellen Sportstudio".

Eine Hand wäscht die andere

Beckenbauer gestand bei Sky in einem Nebensatz ein, bereits vor elf Jahren nach Katar gereist zu sein: um eine Stimme für die Wahl 2001 zu sichern... Tognoni erinnerte im "Aktuellen Sportstudio" an jene Tage: "Deutschland durfte diese Wahl vor zehn Jahren nicht verlieren. Ich finde es falsch, wenn man jetzt angesichts der Umstände mit dem ganz großen Finger auf Katar zeigen würde. Ich möchte auf die Umstände nicht eingehen: Die sind nicht immer bibelfest. Aber wenn man jetzt mit dem Finger auf Katar zeigt und alles vergisst, was in Deutschland passiert ist, dann ist man nicht gerecht."

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