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Wettskandal: Jugendspieler von Wettmafia bestochen

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Bielefelder A-Jugendspieler bestochen

20.12.2010, 14:54 Uhr | dpa, sid, sid, dpa

Wettskandal: Jugendspieler von Wettmafia bestochen. Wettskandal: Auch A-Jugendliche wurden bestochen. (Foto: imago)

Wettskandal: Auch A-Jugendliche wurden bestochen. (Foto: imago)

Neue, erschreckende Erkenntnisse aus dem Wettskandal-Prozess vor dem Bochumer Landgericht: Einer der Angeklagten erklärte in seiner Aussage, dass selbst A-Jugendliche von der Wettmafia bestochen wurden. Drei U-19-Spieler von Arminia Bielefeld, die mittlerweile schon vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gesperrt wurden, sollten ihre Spiele gegen Bochum und Schalke verlieren.

Die Spieler hätten das Geld erhalten, um die Partien nach den Vorstellungen der Wettmafia zu beeinflussen. Bei der Liga-Partie gegen den FC Schalke 04 sollen den Bielefelder Spielern sogar 15.000 Euro versprochen worden sein. Bedenken wegen des jungen Alters der Spieler hatten die Angeklagten nicht. "Das habe ich einfach so hingenommen", sagte Marijo C.

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"Nicht im Knast landen"

Bei den Manipulations-Absprachen hatte man sich des Internets bedient, um nicht am Telefon abgehört zu werden. "Wir wollten ja nicht im Knast landen", sagte der 35-Jährige. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stehen inzwischen 312 Fußballspiele unter Manipulationsverdacht, darunter Liga- und Pokal-, WM-Qualifikations- und Europa-League-Spiele.

Bestechungsgelder in der Bundesliga zu hoch

Nach Aussagen von Marijo C. wurde in der Bundesliga kein Spiel manipuliert. Dies hätte jedoch nicht an der Unbestechlichkeit der Spieler gelegen, sondern an der Höhe der Bestechungsgelder, die dafür notwendig seien. "Wenn es sich ergeben hätte, wäre mit Sicherheit auch die Bundesliga dran gewesen", sagte er vor dem Bochumer Landgericht.

Bundesliga - Video 
Wettbetrug in Bundesliga?

2009 soll ein Spiel zwischen dem VfL Bochum und Energie Cottbus manipuliert worden sein. Video

Die vier in Bochum angeklagten mutmaßlichen Wettbetrüger sollen an der Verschiebung von mehr als 30 Spielen beteiligt gewesen sein. Drei von ihnen, Kristian S., Nürettin G. und Tuna A., sind weitgehend geständig und können Weihnachten zu Hause feiern. Der vierte Angeklagte, Stevan R., bleibt dagegen in Untersuchungshaft. Er hatte zugegeben, den Torwart des Regionalligisten Bayern Alzenau bestochen zu haben.

"Der Junge wollte Geld verdienen"

Für die Manipulation sollte der Keeper angeblich knapp 5000 Euro bekommen. Dies funktionierte nach Angaben von Stevan R. nicht immer. "Der Junge wollte Geld verdienen und hat gehalten wie ein Weltmeister", sagte er, in Bezug auf die knappe 0:1-Niederlage von Alzenau gegen den SC Freiburg II am 19. September 2009. Die Wettmafia hatte aber auf eine höhere Niederlage gesetzt. Nach der 1:3-Schlappe gegen die Stuttgarter Kickers am 31. Oktober 2009 kassierte der Torwart hingegen 7500 Euro, so Stevan R.

Nur so getan

Keine konkreten Manipulationen soll es beim Regionalligisten SC Verl gegeben haben. Drei Spieler hätten zwar in einem Dortmunder Schnellrestaurant 500 Euro erhalten, man habe aber lediglich gegenüber anderen mutmaßlichen Wettbetrügern zusammen mit einem Spieler so getan, als wenn Spiele manipuliert werden sollten, so Stevan R. "Das war ein Bluff von uns", sagte er, der dennoch das Bestechungsgeld von Marijo C. kassierte.

Ante S. wieder im Fokus

Der Prozess vor der 13. Strafkammer wird am 5. Januar mit der Vernehmung des noch nicht angeklagten Ante S. fortgesetzt. Er war 2005 bereits in den Schiedsrichter-Skandal um Robert Hoyzer verwickelt. Ante S. gilt auch im aktuellen Betrugsprozess als Nummer eins der Wettbetrüger mit Beteiligung an 217 Betrugsfällen, darunter auch die Bestechung der FIFA-Schiedsrichter Novo Panic (Bosnien-Herzegowina) und Oleg Orijechow (Ukraine), die mittlerweile lebenslang gesperrt wurden.

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