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Werner Lorant: Wie er in den Schuldensumpf geraten ist

27.12.2010, 13:04 Uhr | t-online.de, t-online.de

Werner Lorant: Wie er in den Schuldensumpf geraten ist. Werner Lorant schämt sich für seine Schulden nicht. (Foto: imago)

Werner Lorant schämt sich für seine Schulden nicht. (Foto: imago)

Seine Villa in München wurde zwangsversteigert. Der einstige Fußball-Millionär Werner Lorant ist pleite. Bis zu acht Haftanordnungen zur Abgabe eines Offenbarungseids lagen gegen ihn vor. Mehrere Gläubiger warten auf ihr Geld. Der "Bild" erklärte Lorant, wie er sein Geld verlor.

Die Trainer-Legende darf noch in seiner Villa wohnen, weil er dem neuen Eigentümer Miete zahlt. "Nur über meine Leiche gehe ich hier raus", sagte Lorant. "Das Haus bedeutet mir alles. Hier wurden meine Söhne geboren."

Zwölf Stationen in neun Jahren

Die Misere begann am 18. Oktober 2001. Nach zehn Jahren Amtszeit wurde Lorant bei 1860 München entlassen. Danach nahm er Engagements bei Fenerbahce Istanbul, LR Ahlen, FC Incheon (Südkorea), Apoel Nikosia (Zypern), Sivasspor (Türkei), Saipa Teheran (Iran), Kayseri Erciyesspor (Türkei), SpVgg Unterhaching, Kasimpasaspor, SV ATA Spor München, FC Dunajska (Slowakei) und Tennis Borussia Berlin an. Diese ewigen Kurz-Beschäftigungen gibt Lorant auch als Grund für seinen finanziellen Niedergang an: "Ich war doch nie da, ich konnte mich um nichts kümmern."

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Fehlinvestitionen führen zum Ruin

Als Spieler und Trainer war Lorant überaus erfolgreich, verdiente Millionen. Er spielte 325 Mal für Eintracht Frankfurt und den FC Schalke 04. 500 Mal saß er an der Seitenlinie. Die Münchner Löwen führte der heute 62-Jährige bis in die Champions-League-Qualifikation.

Von dem Geld kaufte sich Lorant 1992 vier Wohnungen für zwei Millionen Euro. Der mittlerweile verstorbene 1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser gab ihm den Tipp. Die Wohnungen jedoch hat der Fußballlehrer nie bekommen und verkaufte sie mit einer Millionen Euro Verlust. Nachtragend gegenüber Wildmoser ist Lorant jedoch nicht. "Der kann nichts dafür. Ich bin selber schuld", sagte er.

Einen weiteren Total-Verlust musste Lorant aufgrund eines Schiffs-Fonds hinnehmen. Seine Haus-Sparkasse verkaufte ihm diesen für 250.000 Euro. "Totaler Blödsinn. Was habe ich mit Schiffen am Hut“, ist seine heutige Meinung zu diesem Geschäft.

Lorants Frau gibt Nachhilfe in der Nachbarschaft

Um etwas aus den Miesen zu kommen, will Lorant seine Ferien-Villa in Spanien verkaufen. Dies soll noch bis Ende März geschehen. "Dann kann ich Schulden bezahlen und sehe wieder Land“, sagte er. Vereine aus China und der Slowakei würden ihm außerdem noch Geld schulden: "Da hätte ich niemals hingehen dürfen. Allein von den Chinesen kriege ich noch 180.000 Euro.“

Seine Frau Doris gibt in der Nachbarschaft Nachhilfe. Um sie und seine beiden Kinder sorgt sich Lorant. "Meine Kinder mussten schon früher viel aushalten. Mir geht das am A... vorbei, aber für sie tut es mir leid“, sagte er. Schämen tut er sich für seine Schulden nicht.

Arbeitslosengeld kann Lorant nicht beantragen, "weil ich die letzten Jahre im Ausland gearbeitet habe". Hartz IV wäre die Alternative. "Das kommt für mich nicht in Frage", lehnt Lorant diese Unterstützung aber ab.

In München erinnert man sich noch an Lorant. Die 60er denken darüber nach, ein Benefizspiel für ihre Trainer-Legende zu veranstalten.

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