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Wettskandal: Thomas Cichon erneut schwer belastet

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Zockerkönig Ante S.: "Cichon war der Häuptling"

05.01.2011, 13:22 Uhr | dpa, t-online.de, t-online.de, dpa

Wettskandal: Thomas Cichon erneut schwer belastet. Zentrale Figur im Wettskandal? Ex-Profi Thomas Cichon (Foto: dpa)

Zentrale Figur im Wettskandal? Ex-Profi Thomas Cichon (Foto: dpa)

Er hat ausgesagt: Ante Sapina, als "Ante S." im Schiedsrichter-Skandal um Robert Hoyzer bekannt geworden, hat vor Gericht brisante Details zum größten Wettskandal des europäischen Fußballs offen gelegt und den früheren Profi Thomas Cichon schwer belastet . "Cichon war für mich der Häuptling", sagte Zockerkönig Sapina im Zeugenstand des Bochumer Landgerichts. Wenn Fußballspiele des VfL Osnabrück manipuliert werden sollten, habe VfL-Spieler Cichon auf jeden Fall auf dem Platz stehen müssen.

So habe der Profi bei der Partie gegen Augsburg am 17. April 2009 definitiv in den Spielverlauf eingegriffen. "Das erste Tor ging meiner Meinung nach glasklar auf die Kappe von Cichon", sagte Sapina. Dagegen sagte Cichon dem Radiosender NDR Info: "Ich habe nie Kontakt zu Sapina gehabt, weder telefonisch, noch per SMS. Zu 99,9 Prozent habe ich Sapina auch nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüber gestanden."

Sapina zahlte persönlich das Schmiergeld

Sapina sagte zudem im Zeugenstand aus, dass er für die Manipulation des WM-Qualifikationsspiels in der deutschen Gruppe zwischen Liechtenstein und Finnland (1:1) am 9. September 2009 dem Schiedsrichter selbst das Schmiergeld gezahlt habe. "Ich habe ihn intensiv befragt, ob er das mit den zwei Toren in der zweiten Halbzeit überhaupt schaffen kann", sagte Sapina den Richtern - beide Tore fielen tatsächlich nach dem Seitenwechsel. Trotz des eher zufälligen zweiten Tores habe man "genau gesehen, dass der Schiedsrichter dazu beigetragen hat, dass unsere Wette gewinnt", behauptete Sapina.

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Einschlägige Vorgeschichte

Der Kroate Sapina galt schon als Drahtzieher im Fall Hoyzer. Trotz seiner Verurteilung zu zwei Jahren und elf Monaten Haft im Jahr 2005 hatte er nur wenige Monate im Gefängnis gesessen. Vor dem Bochumer Landgericht gab er nun zu, bereits nach der WM 2006 wieder große Summen auf angeblich manipulierte Fußballspiele gesetzt zu haben. Später habe er auch selbst Spieler bestochen.

Die Partie Nürnberg gegen Osnabrück im Mai 2009 sei entgegen der Anklage aber nicht manipuliert worden. "Wenn ich davon ausgegangen wäre, dass das Spiel manipuliert ist, hätte ich 200.000 bis 300.000 Euro gesetzt", sagte Sapina den Richtern. Tatsächlich habe sich sein Einsatz aber auf nur 15.000 Euro belaufen. Staatsanwalt Andreas Bachmann gab am Rande des Verfahrens bekannt, dass in den nächsten Tagen mit einer Anklage gegen Sapina zu rechnen sei.

Hoyzer entschuldigt sich

Unterdessen hat Robert Hoyzer sechs Jahre nach Bekanntwerden des damaligen Wett- und Manipulationsskandals bei DFB-Präsident Theo Zwanziger um Verzeihung gebeten. "Die persönliche Entschuldigung war ein Mosaikstein, der mir noch fehlte, um mit allem abzuschließen", sagte Hoyzer in einem Interview der "Sport Bild".

Zwanziger nahm die Entschuldigung in dem rund 40-minütigen Gespräch in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt entgegen. Das Treffen fand bereits einen Tag vor Heiligabend statt, wie das Magazin weiter berichtete. Hoyzer, der Fußballspiele als Referee manipuliert hatte, war im November 2005 zu zwei Jahren und fünf Monaten Gefängnis verurteilt worden.

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