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Fall Amerell: Schiri-Obmann hat Amtspflicht verletzt

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Amerell verliert vor Gericht

01.02.2011, 15:19 Uhr | sid, sid

Fall Amerell: Schiri-Obmann hat Amtspflicht verletzt. Manfred Amerell blickt in eine ungewisse Zukunft. (Foto: imago)

Manfred Amerell blickt in eine ungewisse Zukunft. (Foto: imago)

Niederlage vor Gericht: Der ehemalige Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell hat im Rechtsstreit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Pleite einstecken müssen. Amerell scheiterte in letzter Instanz mit dem Versuch, DFB-Präsident Theo Zwanziger gerichtlich zu untersagen, öffentlich von einer Amtspflichtverletzung zu sprechen.

Die Äußerung, Amerell habe in seiner Funktion als Mitglied des DFB-Schiedsrichterausschusses über Jahre hinweg seine Amtspflichten verletzt, sei sachlich gerechtfertigt und rechtmäßig. Zu dieser Entscheidung kam das Oberlandesgericht München und bestätigte damit den Richterspruch des Landgerichts Augsburg. Gegen den Beschluss des Senats kann kein weiteres Rechtsmittel eingelegt werden.

Niederlage wird teuer für Amerell

Die Richter wiesen die Beschwerde Amerells mit folgender Begründung zurück: "Der angefochtene Beschluss erweist sich nach Überprüfung durch den Senat als sachlich richtig. Wie dort zutreffend dargelegt, hat sich der Antragsteller in seiner Funktion als Mitglied des Schiedsrichterausschusses mehrere Pflichtverletzungen zu Schulden kommen lassen." Amerell muss als Antragsteller die Verfahrenskosten bezahlen. Der Beschwerdewert wurde auf 25.000 Euro festgesetzt.

Situation zwischen Amerell und Kempter spielt keine Rolle

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach sagte nach dem Richterspruch: "Für den DFB konnte es nie um eine Bewertung der persönlichen Situation zwischen Manfred Amerell und Michael Kempter gehen, sondern immer einzig und allein um die für uns entscheidende Frage, ob Herr Amerell in der ihm vom Verband übertragenen Funktion seine Amtspflichten verletzt hat. Mit der Entscheidung des Oberlandesgerichtes München hat jetzt erneut ein ordentliches Gericht die Einschätzung des DFB in diesem zentralen Punkt bestätigt und einen rechtskräftigen Beschluss herbeigeführt."

Schadenersatzklage gegen DFB wohl hinfällig

Für den Berliner Anwalt Dr. Christian Schertz, der den DFB und seinen Präsidenten in dem Verfahren vertreten hatte, ist der Richterspruch richtungsweisend: "Vor dem Hintergrund dieses Richterspruches wirkt auch die immer wieder öffentlich von Herrn Amerell angekündigte Schadensersatzklage gegen den DFB geradezu grotesk. Wie sollte jemand, der gerichtlich festgestellt seine Pflichten verletzt hat, vom DFB auch noch Schadensersatz verlangen können? Das wäre ein Novum in der Rechtsgeschichte."

Der DFB wies erneut darauf hin, dass er nicht abschließend prüfen könne, was zwischen Manfred Amerell und Michael Kempter vorgefallen sei. Diese Klärung sei einzig Aufgabe der Zivil- und Strafgerichte. Erst wenn diese Ergebnisse vorlägen oder durch die Schiedsrichterkommission des DFB bewertbar seien, könne über etwaige Pflichtverletzungen und die weitere Schiedsrichter-Laufbahn von Michael Kempter entschieden werden.


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