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Klaus Augenthaler: Lahm ist zu harmoniesüchtig

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Augenthaler: Lahm als Kapitän noch zu brav

11.02.2011, 14:47 Uhr | t-online.de, t-online.de

Klaus Augenthaler: Lahm ist zu harmoniesüchtig. Klaus Augenthaler spricht über seinen ehemaligen Klub: Bayern München. (Foto: imago)

Klaus Augenthaler spricht über seinen ehemaligen Klub: Bayern München. (Foto: imago)

Das Interview führte Björn Wannhoff

Klaus Augenthaler ist seit fast einem Jahr in der 3. Liga bei der SpVgg Unterhaching. Der Weltmeister von 1990 spielte als aktiver Spieler von 1976 bis 1991 beim FC Bayern München. Im Interview mit t-online.de spricht er über die aktuelle Situation bei den Bayern.

In der Bundesliga hat ihr ehemaliger Verein, der FC Bayern, einen neuen Kapitän bestimmt. Der neue Anführer Phillip Lahm sagte, Sie sind sein Vorbild für die Ausübung des Amts. Was sagen Sie dazu?

Das ehrt mich sehr, dass sich jemand an mich erinnert.

Was zeichnet denn einen Kapitän beim FC Bayern aus, auf dem Platz und neben dem Platz?

Auf dem Platz ist ja eigentlich klar: Wenn das Team, so wie am Samstag gegen Köln (2:3), zu lasch aus der Kabine kommt, muss der Kapitän dazuwischen funken. Und auch beim Stand von 1:2 kann man dann mal ein Zeichen setzen. Das sagt sich natürlich leicht, aber oft zeichnen sich solche Hänger wie in der zweiten Halbzeit schon unter der Woche, in den Trainingseinheiten ab. Auch da muss ein Kapitän präsent sein und aktiv werden. Da bin ich früher auch mal den eigenen Mann härter angegangen, auch wenn ich ihn natürlich nicht verletzen wollte. So kann man auch schon vor dem Spieltag Zeichen setzen.

Sie selbst haben auf dem Platz immer eine zentrale Position eingenommen, so wie auch Bastian Schweinsteiger. Wäre er von daher nicht die bessere Wahl gewesen?

Was die Position angeht, wird zuviel hineininterpretiert. Paul Breitner hat auch außen gespielt und hat das Amt hervorragend ausgefüllt. Es kommt viel mehr auf die Spielweise an als auf die Position. Man muss halt Zeichen setzen. Damit meine ich, dass man, wenn es notwenig ist, auch mal einen Gegenspieler rasiert oder einen Mitspieler anpflaumt. So was hat dann einen "Hoppla"-Effekt auf die Mannschaft.

Trauen Sie Philipp Lahm das zu? Er gilt ja als eher ruhiger Zeitgenosse.

Er wirkt manchmal so. Ich kenne ihn zu wenig, aber ich würde sagen, vielleicht ist er noch zu harmoniesüchtig. Natürlich will am liebsten jeder seine Ruhe. Aber Ruhe hat man nur, wenn man Erfolg hat. Deshalb muss man schon im Training ansetzen. Wenn man merkt, da wird einer überheblich, muss man dazwischenfegen. Im Spiel ist es dann oft schon zu spät.

War Mark van Bommel nicht genau so ein Spielertyp?

Man kann van Bommel nicht mit Lahm vergleichen. Von den beiden hat meine Spielweise sicherlich van Bommel geglichen: Wenn es notwenig ist, lieber mal eine Gelbe Karte in Kauf nehmen. Vielleicht ist da der Philipp noch zu brav oder zu gut (lacht). Aber ich glaube fest, dass man als Kapitän auch mal Foul spielen muss. Bei mir gab es keine Kompromisse.

Haben Sie ihre Mitspieler auch außerhalb des Platzes mal beiseite genommen?

Ja klar, da hat man sich irgendwo, auch bei mir zuhause, zusammengesetzt, wenn man die Zielsetzungen aus den Augen verloren hat. Aber das war eine andere Zeit. Wir haben sowieso fast immer nach den Spielen zusammen was unternommen, die komplette Mannschaft mit Anhang. Ich habe aber gehört, dass das die Bayern-Spieler heute auch ab und zu machen.

Wie gut kennen sie Thomas Kraft? Können Sie die Entscheidung, dem jungen Mann eine Chance zu geben, nachvollziehen? Sie selbst lassen auch gerne junge Spieler ran.

Es ist schön, dass Louis van Gaal den jungen Spielern wie Badstuber, Müller oder auch Alaba eine Chance gegeben hat. Von Hans-Jörg Butt halte ich allerdings sehr viel. Ich hatte den Bayern damals auch geraten, ihn als zweiten Mann hinter Rensing zu verpflichten. Mir war da schon klar, dass er dann auch irgendwann spielt. Was Thomas Kraft angeht, so bin ich zu weit weg. Das kann ich nicht beurteilen.

Viele spielen bei den Bayern nicht auf ihrer Lieblingsposition. Ist das gut? Müssen sich die Spieler nach dem Trainer richten oder der Trainer nach den Spielern?

Normalerweise stellt der Trainer die Spieler da auf, wo sie am stärksten sind. Aber die Aufstellung ist nicht das Wunschkonzert der Spieler. Es ist Aufgabe des Trainers, das Ganze im Auge zu haben.

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