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Kuranyi: "Werde bei der WM 2014 ziemlich sicher dabei sein"

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"Werde bei der WM 2014 sicher dabei sein"

21.02.2011, 10:00 Uhr | t-online.de, t-online.de

Kuranyi: "Werde bei der WM 2014 ziemlich sicher dabei sein". Kevin Kuranyi hat Großes vor mit Dynamo Moskau. (Foto: Reuters)

Kevin Kuranyi hat Großes vor mit Dynamo Moskau. (Foto: Reuters)

Das Interview führte Nils Tittizer

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Kevin Kuranyi gehört mit seinen 111 Bundesligatoren zu den herausragenden Stürmern der deutschen Eliteliga. In acht aufeinanderfolgenden Spielzeiten gelang es ihm, eine zweistellige Anzahl an Saisontreffern zu erzielen. Während seiner Zeit beim VfB Stuttgart (1997-2005) wurde er Vize-Meister. In seiner Zeit auf Schalke (2005-2010) wurde er Vize-Meister und erreichte das UEFA-Pokal-Halbfinale. Im Sommer 2010 wechselte er zum russischen Erstligisten FK Dynamo Moskau. In 16 Partien erzielte der 28-Jährige neun Treffer und wurde von den Fans zum Dynamo-Spieler der Saison gewählt.

Im Interview mit t-online.de spricht der Topstürmer über seine Ziele mit Dynamo Moskau, seinen Ex-Trainer Felix Magath und die Chance bei der WM 2014 in seinem Geburtsland dabei zu sein.

Herr Kuranyi, Sie sind jetzt rund sieben Monate in Moskau. Bitte ziehen Sie für uns ein sportliches Zwischenfazit.

Kuranyi: Mit den ersten Monaten bin ich zufrieden – weil wir uns als Team permanent weiterentwickelt haben. Gut, wir haben es nicht geschafft, unter die ersten fünf zu kommen, aber das war auch nicht zu erwarten, als ich im Sommer gekommen bin. Seit ich hier bin haben wir gegen keine der vier Spitzenmannschaften verloren. Das allein zeigt schon, dass unser Team Potenzial hat.

Haben Sie sich denn auch privat gut eingelebt?

Das war überhaupt kein Problem. Ich habe schon in einigen Ländern gelebt und hatte noch nie Anpassungsprobleme. Dazu kommt, dass meine Frau fließend Russisch spricht. Und dass Moskau eine absolut faszinierende Stadt ist, machte das Einleben auch leicht.

Leben Sie mit Ihrer Familie sehr abgeschottet?

Abgeschottet nicht – aber ruhig und etwas außerhalb. Nur wenige Meter von unserem Trainingsgelände entfernt. Mir war es wichtig, dass meine Kinder nicht mitten in der Stadt leben und ich es nicht weit zu meinem Club habe.

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Während des Terror-Anschlags am Moskauer Flughafen weilten Sie im Trainingslager in der Türkei. Haben Sie Angst vor Attentaten?

Das war für uns alle natürlich schon ein Schock. Aber wissen Sie, ein Attentat kann heutzutage leider überall passieren. In New York, Madrid, London oder Moskau. Und wenn wir jetzt überall ängstlich wären, dann hätten die Drahtzieher solcher Anschläge ihr Ziel erreicht.

Wo sehen Sie Dynamo Moskau in den nächsten fünf Jahren?

Wenn der Verein den eingeschlagenen Weg beibehält und sich weiter sinnvoll verstärkt, dann kann er eine erfolgreiche Zukunft haben, in Russland ganz oben mitspielen und auch in Europa angreifen.

Wo sehen Sie den russischen Fußball allgemein in den nächsten Jahren?

Der russische Fußball hat bereits eine beachtliche Entwicklung hinter sich. Zwei Europapokalsiege in den letzten Jahren, die tolle EM 2008 oder die guten Auftritte in dieser Saison im Europacup sind nur drei Beispiele. Durch die WM-Vergabe wird diese Entwicklung weiter vorangetrieben. Guter Fußball wird hier schon gespielt, jetzt kommt eine verbesserte Infrastruktur dazu – und auch die Begeisterung in der Bevölkerung wird im Hinblick auf 2018 wachsen.

Vor ihrem Wechsel gaben Sie ehrlich zu, dass Sie das Geld, das Sie verdienen werden, reizen würde – aber darüber hinaus war es ihnen wichtig, dass das "Gesamtpaket" stimmen müsse. Ist das bei Dynamo Moskau der Fall?

Bisher schon. Für mich waren auch die Arbeitsbedingungen und die Perspektive des Vereins wichtig. Die Bedingungen sind nach wie vor extraklasse. Und was die Perspektive betrifft: das hängt auch davon ab, wie sich das Team entwickelt und in welchem Maße es weiter verstärkt wird. Aber da bin ich optimistisch. Bei meiner Vertragsunterschrift wurde mir zugesichert, dass weitere starke Neuzugänge kommen werden.

Reicht es, um den laufenden Vertrag bis 2013 zu erfüllen?

Ich habe immer den Anspruch, meine Verträge auch zu erfüllen. Das habe ich bei Schalke ja auch so gemacht. Aber natürlich gibt es im Fußball immer wieder Situationen, in denen es anders läuft. Ich denke allerdings nicht an einen vorzeitigen Vereinswechsel.

In der Liga haben Sie nur einen mäßigen siebten Platz erreicht. Und sich damit nicht für das internationale Geschäft qualifizieren können. Bleibt nur noch der Pokal, bei dem Sie jetzt im Viertelfinale stehen. Ist das enttäuschend für Sie?

Nein, das ist es nicht. Wie eingangs schon erwähnt: die Richtung stimmt. Wir standen deutlich schlechter da, als ich gekommen bin. Aber jetzt muss die Entwicklung weitergehen. Dabei sind alle gefordert. Wir Spieler, aber auch der Verein.

Ist Dynamo denn schon international konkurrenzfähig?

Das kommt darauf an, wie man das auslegt. Wir sind sicher noch nicht stark genug, um in der Champions League für Furore zu sorgen. Aber wir wären sicher auch kein Kanonenfutter.

Sie spielen oft nur vor sehr wenigen Zuschauern, auch zu den Dynamo-Heimspielen kommen oft nur wenige Tausend. Wie frustrierend ist das, wenn man Bundesliga-Verhältnisse gewöhnt ist?

Gar nicht, weil ich wusste, was mich hier erwartet. Mir wäre es auch lieber, immer vor 60.000 Zuschauern zu spielen. Aber fairerweise muss ich sagen, dass unsere Fans eine absolute Sensation sind – auch akustisch. Da machen 6000 oft so viel Krach wie 40.000.

In der Rückrunden-Vorbereitung im vergangenen Sommer haben Sie mit der Mannschaft ein Schießtraining mit Pistolen und Gewehren absolviert. Sehen wir Sie demnächst beim Biathlon?

(Lacht) Nur dann, wenn man das Schießen nicht mit Langlauf sondern mit einer meiner Lieblingssportarten kombiniert: Fußball, Surfen oder Bowling.

Thema Bundesliga: Sie haben sowohl in Stuttgart, als auch auf Schalke unter Felix Magath gespielt. Was ist er für ein Typ?

Er ist ein harter und konsequenter Trainer.

Seit ihrem Wechsel sind nicht mehr viele Ihrer damaligen Mannschaftskollegen auf Schalke. Durch die Spielerverpflichtungen erntete Felix Magath viel Kritik. Was ist Ihre Meinung?

Ich finde immer, dass man sich nicht über Dinge auslassen sollte, die einen nicht direkt betreffen. Es ärgert mich immer, wenn das jemand bei mir oder meinem Verein macht, deshalb lasse ich mich auch nicht zu Ferndiagnosen hinreißen.

Ist Felix Magath noch der Richtige auf Schalke?

Es wäre jetzt ein leichtes, mit "ja" oder "nein" zu antworten. Aber ich kann das eigentlich nicht bewerten, weil ich die derzeitigen Innenverhältnisse überhaupt nicht kenne.

Was trauen Sie Schalke in dieser Saison noch zu?

Es ist noch vieles möglich – vor allem, wenn man von diesem tollen Publikum unterstützt wird.

Ein Blick in die Zukunft: Was macht Kevin Kuranyi nach seiner Zeit bei Dynamo Moskau?

Schwere Frage. Ich glaube, im Fußball sollte man nicht allzu weit nach vorne blicken, weil immer sehr viel passieren kann.

Zieht es Sie zurück in die Bundesliga oder reizt Sie ein Engagement in der Premier League?

Da will ich mich gar nicht festlegen, weil es immer auf sehr viele Faktoren kommt. Vielleicht kehre ich in die Bundesliga zurück, vielleicht bleibe ich auch bis zu meinem Karriereende hier.

In der Nationalmannschaft waren Sie zuletzt kein Thema mehr. Seit Ihrem Wechsel sind Sie etwas aus dem Fokus der Öffentlichkeit geraten. Wann hatten Sie eigentlich das letzte Mal Kontakt zu Bundestrainer Joachim Löw?

Das war kurz vor der WM – als mir Herr Löw persönlich mitgeteilt hat, dass ich nicht zu seinem Kader gehören werde.

Haben Sie noch Hoffnung, 2014 in Brasilien dabei zu sein?

Ich will niemanden mit dem Thema Kuranyi und DFB-Team nerven. Aber Hoffnung darf man immer ein wenig haben, solange die sportliche Leistung stimmt. Brasilien ist neben Deutschland und Panama meine Heimat. Deshalb werde ich ziemlich sicher dabei sein. Vielleicht als Fußballer, vielleicht als Experte – oder vielleicht nur als Tourist.

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