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Harun Arslan ist der engste Berater von Joachim Löw

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Jogis geheimnisvoller Schattenmann

22.03.2011, 11:33 Uhr | t-online.de

Harun Arslan ist der engste Berater von Joachim Löw. Harun Arslan scheut die große Aufmerksamkeit. (Foto: imago)

Harun Arslan ist seit 1998 an der Seite von Joachim Löw. (Foto: imago)

Von Martin Einsiedler

Harun Arslan kennt fast niemand. Dabei ist Arslan einer der wichtigsten Karrierebegleiter von Joachim Löw. 1998 fädelte er den Wechsel von Löw zu Fenerbahce Istanbul ein. Seitdem ist der Deutsch-Türke der engste und vertrauteste Berater des Bundestrainers.

Arslan war vergangenen Sommer einer der Wegbereiter für die Vertragsverlängerung des DFB mit Löw und Oliver Bierhoff, nachdem Letzterer die DFB-Zentrale durch überhöhte Forderungen vor den Kopf gestoßen hatte. Aber wer ist dieser Mann eigentlich?

Arslan gibt kaum Interviews

Aus Arslan selbst ist wenig bis gar nichts herauszubekommen. Die Arbeit mit den Medien behagt ihm nicht. Sein erstes Interview, in dem er Fragen zu seiner Person zuließ, gab er im Oktober vergangenen Jahres. Und das auch nur, weil das Spiel gegen die Türkei anstand und sich die Anfragen stapelten. Die Mitarbeiter seiner eigenen Firma mussten ihn anstupsen, diesbezüglich endlich mal aktiver zu werden. "Gar nichts sagen geht ja auch nicht", sagt Arslan. Und dass es besser sei, im Hintergrund zu arbeiten. Auf die Frage, ob er denn ein enger Freund der Familie Löw sei, antwortet Arslan schon einmal kurz und bündig mit "Ja". Mehr kommt von ihm nicht.

Dabei hätte er so viel zu erzählen. Die Geschichte vom türkischen Einwandererkind, das es von ziemlich weit unten nach ziemlich weit oben geschafft hat. Im Alter von 15 Jahren verlässt Arslan mit seinen Eltern Istanbul und zieht nach Misburg, einem Stadtteil von Hannover. Sein Vater arbeitet in einer Schraubenfabrik. Sohn Harun macht alles Mögliche, mal jobbt er an der Tankstelle, mal verdingt auch er sich als Schrauber, ehe er es in der Gastronomie versucht. Dann kommt das Jahr 1995 und mit ihm das Bosman-Urteil. Spielervermittler schießen aus dem Boden. Viele Halunken, und ein paar seriöse wie Arslan.

Löw schwärmt von Arslan

1998 gelingt ihm mit dem Löw-Deal nach Istanbul der Durchbruch. Anschließend tätigt er die ersten großen Spielertransfers. Die Nationalspieler Tayfun Korkut und Alpay Özalan vermittelt er nach Spanien und England. Heute zählen neben Löw Mirko Slomka sowie Christian Schulz von Hannover 96 zu seinen prominentesten Klienten.

Doch Arslan hält nicht viel von Lobliedern auf seine Lebensleistung, die Rolle des stillen Strippenziehers hat er perfektioniert. Seinen Anteil am Erfolg des Bundestrainers bezifferte er einst auf "null". Löw sieht das anders und gerät geradezu ins Schwärmen, wenn er von ihm spricht. Er bescheinigt Arslan eine große "emotionale Intelligenz" und "enorm viel Fingerspitzengefühl". Überhaupt habe Arslan sehr wohl Anteil daran, "dass ich als Bundestrainer einiges erreicht habe".

Deutscher als jeder Deutscher

Geschäftspartner bezeichnen Arslan als äußerst diszipliniert, verpassten ihm sogar den Spitznamen "Bismarck". Er sei deutscher als jeder Deutsche, sagen sie über ihn. Mit all dem kann Arslan nicht viel anfangen. Vielleicht ja, weil sich dahinter der vorurteilsbeladene Gedanke verbirgt, dass sich ein Türke mit der Disziplin schwertut. "Wenn man als Unternehmer Erfolg haben will, dann geht es ohne Disziplin nicht. Das ist die Grundbasis. Ich weiß nicht, warum das bei mir so außergewöhnlich sein soll", sagt Arslan.

Aber so ganz gewöhnlich ist er nun auch wieder nicht. In dem Geschäft, in dem mit knallharten Bandagen gekämpft wird, regelt er seine Vereinbarungen mitunter nicht per Vertrag, sondern per Handschlag. "Die Basis einer Zusammenarbeit sollte das Vertrauen sein. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht", rechtfertigt Arslan sein unkonventionelles Geschäftsgebaren.

"Ein Produkt sollte zur Persönlichkeit passen"

Dank dieser auf Vertrauen und Loyalität beruhenden Arbeit hat er sich einen Namen gemacht, selbstverständlich auch wegen seines Zugpferdes Joachim Löw. Arslan blickt über den Tellerrand hinaus und sieht in seinen Geschäftspartnern nicht pure Goldesel wie viele andere in seiner Branche. "Ich habe gegenüber meinen Klienten auch eine gewisse Verantwortung. Ein Produkt sollte zur Persönlichkeit passen. Wenn das nicht gegeben ist, sollte man es auch lassen", erklärt Arslan. Kurz darauf legt er auf. Es war ein freundliches, aber kurzes Gespräch, vielleicht 20 Minuten. Harun Arslan ist es vermutlich trotzdem lange vorgekommen.

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