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Wettskandal: Paten auf der Trainerbank

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Wettpaten auf der Trainerbank

11.03.2011, 11:16 Uhr | sid, sid

Wettskandal: Paten auf der Trainerbank. Die Wettbetrüger sollen angeblich selbst Spiele auf die Beine gestellt haben. (Foto: imago)

Die Wettbetrüger sollen angeblich selbst Spiele auf die Beine gestellt haben. (Foto: imago)

Der Fußball-Wettskandal trägt immer skurrilere Züge. Nun wurde bekannt, dass nicht nur Spieler und Schiedsrichter bestochen wurden. Die mutmaßlichen Betrüger um Ante Sapina sollen in Eigenregie Spiele organisiert haben, mit dem Ziel, anschließend hohe Beträge darauf zu wetten. Dabei wurden eigene Spieler eingeschleust. Um den Erfolg der Wetten zu gewährleisten, saß sogar ein Wettpate auf der Trainerbank.

Ein Trainingslager des bosnischen Erstligisten NK Travnik im Sommer 2009 in der Schweiz mit fünf manipulierten Spielen brachte den Hauptbeschuldigten einen Wettgewinn von über 300.000 Euro, glauben die Ermittler der Sonderkommission "Flankengott".

Ausstehende Zahlungen

Die Anklageschrift gegen Sapina und fünf seiner Helfer, die sich ab 21. März vor dem Bochumer Landgericht verantworten müssen, listet die Details auf. 30.000 Euro an Reise- und Hotelkosten sollen die Wettbetrüger für den Aufenthalt des Klubs aus der bosnischen Premijer Liga bezahlt haben. Alle Rechnungen waren damit offenbar nicht beglichen. Der Hotelier klagte in Schweizer Medien, dass er noch auf Geld warte.

Zudem gab es, so die Staatsanwaltschaft, Bestechungsgelder für Spieler und Funktionäre: 5000 Euro für den Trainer, die gleiche Summe für den Präsidenten, zudem mal 5000, mal 11.000 Euro für die korrupten Spieler.

Taktikbesprechungen mit dem Manager

Damit sie bei asiatischen Wettanbietern sechsstellige Beträge auf die Testspiele setzen konnten, meldete Sapinas Komplize Marijo C. nach Erkenntnissen der Ermittler die Partien gegen Schweizer Vereine selbst offiziell beim Weltverband FIFA an. Damit nichts schiefging, reiste er zunächst nach Bosnien-Herzegowina, um dem Manager des Klubs "Gelder zu übergeben und die Taktik für die anstehenden Freundschaftsspiele zu besprechen". Auch der Trainer sei einverstanden, teilte er Sapina in einem abgehörten Telefonat mit.

"Gastspieler" sorgen für Niederlagen

In der Schweiz kümmerte sich Marijo C. selbst darum, dass alles im Sinne der Wettmafia lief. Der Plan war ausgeklügelt: Zunächst sollten niedrige Beträge auf Travnik gewettet werden, um die Quoten günstiger zu gestalten. Dann sollte Sapina von Deutschland aus über einen Mittelsmann in London hohe Summen bei asiatischen Buchmachern auf Niederlagen der Bosnier setzen. Zudem sollten "Gastspieler" eingewechselt werden, die für Niederlagen des bosnischen Klubs sorgen sollten - notfalls mit Eigentoren.

Beim ersten Spiel ging der Plan noch nicht auf. Zwar verlor Travnik gegen die Young Boys Bern mit 0:5, doch es gab keine Möglichkeit, in Asien "Großwetten" zu platzieren, so die Anklage.

Wettpate auf der Bank

Erst im zweiten Versuch zahlte sich der Aufwand aus: Beim 1:4 gegen den FC Sion sollen die Beschuldigten über 116.000 Euro aus asiatischen Wetten kassiert haben. Sogar der Trainer von Sion sei eingeweiht gewesen. Bei Travnik habe Marijo C. mit auf der Bank gesessen, um dafür zu sorgen, dass die besten Spieler in der zweiten Halbzeit ausgewechselt wurden.

Entscheidung kurz vor Schluss

Im dritten Spiel gegen den FC Winterthur lautete die Absprache zunächst, Travnik solle gewinnen. Während des Spiels, so die Staatsanwaltschaft, wurde die Taktik geändert - jetzt sollte es eine möglichst hohe Niederlage sein. Am Ende hieß es 7:1 für die Schweizer, Sapina und Co. strichen allein mit asiatischen Wetten angeblich über 93.000 Gewinn ein. Das letzte Tor, an dem gleich mehrere Wetten hingen, fiel erst kurz vor Schluss. Schließlich kamen auch die sogenannten "Gastspieler" zum Einsatz.

Gegen Xamax Neuchatel sollten, so die mitgehörte Absprache, mindestens fünf Tore fallen. Allein darauf setzten Sapina und Marijo C., so die Anklage, 40.000 Euro. Das letzte Tor fiel erneut kurz vor Schluss.

200.000 Euro "netto"

Zum Abschluss des Trainingslagers gewann Travnik gegen Servette Genf noch 3:1, doch zumindest auf dem asiatischen Markt wetteten die Angeklagten nicht, weil das Spiel gar nicht angeboten wurde. Unterm Strich soll - beim Abzug aller "Kosten" - ein satter Gewinn von über 200.000 Euro herausgesprungen sein.

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