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Fußball - Wettskandal  

Wettskandal: Auch EM-Qualifikation 2008 betroffen

09.05.2011, 14:56 Uhr | sid

Wettskandal: Auch EM-Qualifikation 2008 betroffen. Wettpate Marijo C. gibt sich am Bochumer Landgericht auskunftsfreudig. (Foto: dpa)

Wettpate Marijo C. gibt sich am Bochumer Landgericht auskunftsfreudig. (Foto: dpa)

Der größte Wettskandal der europäischen Fußball-Geschichte zieht immer weitere Kreise. Betroffen ist offenbar nun auch die Qualifikation zur EM-Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz. Der mutmaßliche Wettpate Marijo C. sagte am zehnten Verhandlungstag vor der 12. Strafkammer des Landgerichts Bochum aus, dass der 4:0-Sieg Norwegens gegen Malta im Juni 2007 manipuliert worden sei.

Er habe sich vor dem Spiel mit mindestens drei maltesischen Spielern in einem Hotel in Oslo getroffen, sagte C.. "Ich hätte lieber ein 5:0 gehabt, aber die Spieler hatten sich schon alle untereinander abgesprochen", gab C. zu Protokoll. Der Kroate war nach Rücksprache mit Ante Sapina nach Oslo gereist. Sapina sitzt wie C. in Bochum auf der Anklagebank. Beiden droht wegen der Verschiebung von annähernd 50 Spielen eine mehrjährige Haftstrafe.

Mehr als sechs Jahre Haft werden erwartet

Auf das Spiel in Norwegen hatten Sapina und C. nach dessen Angaben jeweils 5000 Euro gesetzt. Die Höhe von Gewinn- und Bestechungssummen sowie Namen bestochener Profis wurden in der Befragung des Vorsitzenden Richters Wolfgang Mittrup nicht thematisiert. Norwegen half der Sieg nicht weiter, die Skandinavier qualifizierten sich ebenso wie Malta nicht für die EM-Endrunde 2008.

Der Prozesstag war voraussichtlich der drittletzte für die beiden Hauptangeklagten sowie für Mittäter Dragan M.. Am 19. Mai sollen laut Mittrup die Urteile fallen, am kommenden Montag die betreffenden Verfahren abgetrennt werden. Für die beiden mutmaßlichen Drahtzieher Sapina und Marijo rechnet die Staatsanwaltschaft mit mehr als sechs Jahren Haft.

Auch A-Länderspiele auf europäischer Ebene manipuliert

Das laufende Verfahren ist bereits das zweite im Wettskandal vor dem Bochumer Landgericht. Am 14. April hatte die 13. Strafkammer gegen drei Mittäter Haftstrafen zwischen drei Jahren und drei Jahren und elf Monaten verhängt. Mit den neuen Enthüllungen scheint nun sicher, dass mögliche Manipulationen durch die Wettbetrüger auch A-Länderspiele auf europäischer Ebene betreffen. Zuvor war bekannt geworden, dass Liga- und Pokalspiele im Senioren- und Juniorenbereich in ganz Europa sowie auch Champions-League-Spiele und Partien in der WM-Qualifikation möglicherweise manipuliert worden sind.

Als Kontaktmann bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) während der Manipulationen eines kompletten Testturniers im Sommer 2009 durch bestochene Spieler der bosnischen Mannschaft NK Travik nannte C. Richard W., einen von der UEFA lizenzierten Agenten, der als Trainerausbilder in der Schweiz arbeitet. W. bestreitet, von den Manipulationen gewusst zu haben. Bei dem Turnier in der Schweiz investierte C. 70.000 Euro und machte 240.000 Euro Gewinn.

Marijo C. hilft 108-Kilogramm-Spieler beim Abspecken

Am zehnten Verhandlungstag präsentierte sich C., dem im Gegensatz zu Sapina die Entlassung aus der Untersuchungshaft bislang verwehrt wurde, erneut auskunftsfreudig. Bei seinen Ausführungen beschrieb er mitunter skurrile Situationen. Bei der Infiltration des belgischen Zweitligisten Union Royal Namur, der 2008 praktisch komplett unter der Kontrolle der Wettmafia stand, investierte C. auch selbst in die Fitness "seiner" Spieler. Um einen seiner Vertrauten in die erste Elf zu bekommen, organisierte C. ihm einen persönlichen Trainer, der ihm beim Abspecken helfen sollte. Der Spieler wog 108 Kilogramm.

Später geriet C. in Konflikt mit einem hochrangigen Funktionär des Klubs, der sich nach seinen Angaben selbst an den Bestechungsgeldern bereichert haben soll. "Ich war damals noch zu grün für dieses Geschäft", sagte C. aus. Bei weiteren Bereicherungsversuchen durch den Funktionär konterte C. allerdings abgebrüht: "Ich habe ihm gesagt, ich gehe mal zum Finanzamt, mal sehen, was die so dazu sagen. Da hat er mich nicht mehr belästigt."

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