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Der FIFA droht ein neuer Korruptionsskandal

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Der FIFA droht ein neuer Korruptionsskandal

10.05.2011, 19:29 Uhr | dpa, sid

Der FIFA droht ein neuer Korruptionsskandal. FIFA-Chef Blatter: "Ich kann nur für mich sprechen." (Foto: imago)

FIFA-Chef Blatter: "Ich kann nur für mich sprechen." (Foto: imago)

Dem Fußball-Weltverband FIFA droht offenbar ein neuer Korruptionsskandal. In einer brisanten Anhörung vor dem britischen Parlament beschuldigte Lord David Triesman vier hochrangige FIFA-Mitglieder. Der frühere Präsident des englischen Verbandes FA und ehemalige Chef der gescheiterten englischen WM-Bewerbung für 2018 nannte in diesem Zusammenhang die Namen Jack Warner, Nicolas Leoz, Ricardo Teixeira und Worawi Makudi, die im Exekutivkomitee des Verbandes sitzen.

Darüber hinaus bestätigte Parlamentsmitglied Damian Collins, dass es Beweise für Bestechungszahlungen in Höhe von 1,5 Millionen Dollar (rund eine Million Euro) an den FIFA-Vizepräsidenten Issa Hayatou aus Kamerun und den Ivorer Jacques Anouma gebe.

Blatter will keine Toleranz zeigen

In einer ersten Reaktion distanzierte sich FIFA-Präsident Joseph S. Blatter in Zürich von den Vorwürfen. "Ich bin Präsident und habe ein eigenes Gewissen. Daher kann ich nur für mich und nicht für andere Exekutiv-Mitglieder sprechen", sagte der schockierte Blatter. Er habe die Mitglieder nicht ausgewählt und wisse nicht, ob sie Engel oder Teufel seien. Blatter unterstrich, dass er für eine saubere FIFA kämpfen werde. Sollten Untersuchungen entsprechende Beweise liefern, so werde man unverzüglich handeln und keine Toleranz zeigen.

Triesmann zeigte sich vor dem Parlamentsausschuss äußerst besorgt und berichtete detailliert über vier Vorfälle. Demnach soll angeblich Jack Warner, der erst in der vergangenen Woche als Präsident der Konföderation CONCACAF (Nord- und Mittelamerika und Karibik) bestätigt worden war, vier Millionen Dollar (2,8 Millionen Euro) für den Bau von Schulen in Trinidad/Tobago gefordert haben. Die Anfrage des 68-Jährigen hätte man allerdings sofort zurückgewiesen. In einem weiteren Fall habe sich im November 2009 der Präsident der südamerikanischen Konföderation CONMEBOL, Nicolas Leoz, gewünscht zum Ritter geschlagen zu werden. Auch diesem absurden Wunsch hätte man allerdings eine prompte Absage erteilt. Der Paraguayer habe daraufhin lediglich mit seinen Schultern gezuckt und sei kommentarlos fortgegangen.

TV-Rechte für ein Freundschaftsspiel als Preis für eine Stimme

Im gleichen Zeitraum habe man auch den brasilianischen Verbandspräsidenten Ricardo Teixeira am Rande eines Länderspiels zwischen England und Brasilien in Doha getroffen. Bei dieser Zusammenkunft soll der 73-Jährige konkrete Anspielungen gemacht haben. Wenn man etwas haben wolle, müsse man zu ihm kommen und sagen, was man für ihn habe. Auch der thailändische Funktionär Worawi Makudi sei Triesman unangenehm aufgefallen. Makudi wollte sich demnach die TV-Rechte für ein geplantes Länderspiel zwischen England und Thailand in Bangkok sichern.

Russland hatte sich am 2. Dezember 2010 in Zürich bei der Vergabe der WM 2018 durchgesetzt. England musste dagegen bei dem Votum eine desaströse Niederlage einstecken und war bereits im ersten Wahlgang mit nur zwei der insgesamt 22 Stimmen ausgeschieden. Anschließend hatte die FIFA-Exekutive die WM-Endrunde 2022 an Katar vergeben. Im Vorfeld der WM-Vergabe im Doppelpack in Zürich hatte es Bestechungsvorwürfe gegen zwei Mitglieder des Exekutivkomitees der FIFA: Amos Adamu aus Nigeria und Reynald Temarii aus Tahiti. Adamu wurde für drei, Temarii für ein Jahr gesperrt. Den beiden Offiziellen wurde vorgeworfen, ihre Stimmen für die WM-Vergabe feilgeboten haben.

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