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FIFA ermittelt gegen eigenen Chef Blatter

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FIFA  

Der FIFA-Wahlkampf wird immer schmutziger

27.05.2011, 12:06 Uhr | dpa

FIFA ermittelt gegen eigenen Chef Blatter. Nun selbst im Fokus der Ethik-Kommission: FIFA-Chef Joseph S. Blatter. (Foto: imago)

Nun selbst im Fokus der Ethik-Kommission: FIFA-Chef Joseph S. Blatter. (Foto: imago)

Ermittlungen gegen den eigenen Verbandsboss, Verschwörungstheorien und Rufe nach der Verschiebung der Präsidentenwahl - der Kampf um die Macht im Weltfußball wird immer schmutziger und unappetitlicher. Fünf Tage vor der geplanten Wahl des neuen Präsidenten leitete die Ethik-Kommission des Weltverbandes nun auch eine Untersuchung gegen FIFA-Chef Joseph Blatter ein.

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Gegen seinen Herausforderer Mohamed bin Hammam wird bereits ermittelt. Der Katarer sieht nach den Bestechungsvorwürfen "zunehmende Beweise für eine Verschwörung" gegen seine Kandidatur. Die Anschuldigungen seien "Teil des letzten Versuchs zu verhindern, dass Mr. Bin Hammam für die FIFA-Präsidentschaft kandidiert", hieß es im Blog des Blatter-Rivalen.

Platini ist sich sicher, dass die Wahl stattfindet

Der Politiker Damian Collins, der zuletzt im britischen Parlament schwere Vorwürfe gegen zwei Angehörige der FIFA-Exekutive erhoben hatte, erklärte: "Die FIFA braucht jetzt eine saubere und unabhängige Untersuchung und das lässt der Zeitplan nicht zu. Sollte bin Hammam suspendiert werden, wäre es nicht zu akzeptieren, dass die Wahl eine sichere Sache für Sepp Blatter wird. Wir brauchen einen neuen Wahltermin mit neuen Kandidaten."

Dazu wird es nach Einschätzung von UEFA-Präsident Michel Platini jedoch kaum kommen. "Damit es keine Wahlen gibt, bräuchte es drei Viertel der Generalversammlung, die Nein sagen müssten. Aber ich denke, es wird die Wahlen geben", sagte der Franzose. Blatter hat bis zum Samstag Gelegenheit, sich zu den von bin Hammam gegen ihn erhobenen Vorwürfen zu äußern. Tags darauf müssen sich beide Kandidaten der Anhörung der Ethikkommission unter Vorsitz des Namibiers Petrus Damaseb stellen. Die Maßnahmen gegen den Präsidenten stehen laut Weltverband in Einklang mit Artikel 16 des FIFA-Ethikcodes.

Der DFB stärkt Blatter den Rücken

"Ich kann zum Verfahren, das heute gegen mich eröffnet wurde, keine Stellung nehmen. Die Fakten werden für sich selbst sprechen", ließ der 75 Jahre alte Chef des Weltverbandes mitteilen. Auch bin Hammam sieht der Anhörung gelassen entgegen. "Ich habe keine Angst, alle Fragen zu beantworten, die die Ethikkommission mir stellt. So lange das Komitee ein faires Verfahren garantiert, habe ich nichts zu befürchten", teilte der Katarer mit.

Ungeachtet der Untersuchungen steht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) weiter treu zu Blatter. "Bei aller berechtigten oder unberechtigten Kritik hat Blatter stets bewiesen, dass er notwendige Änderungen und strukturelle Verbesserungen angehen und durchsetzen kann. Als sich die Korruptionsvorwürfe gegen zwei Exekutivmitglieder erhärteten, handelte er und suspendierte die betroffenen Personen. In den anderen Fällen sind wir aktuell noch im Prozess des Verdachts. Und ich warne ein wenig davor, jeden Verdacht sofort mit Wahrheit gleichzusetzen", schrieb DFB-Präsident Theo Zwanziger in einem Gastbeitrag für die "Rhein-Zeitung Koblenz/Mainz".

Drei Varianten sind denkbar

Präsidentschaftskandidat bin Hammam wirft dem Amtsinhaber vor, von angeblichen Zahlungen an FIFA-Mitglieder aus der Karibik gewusst, aber nichts dagegen unternommen zu haben. Kurios daran: Bin Hammam bezieht sich auf Vorwürfe, die an ihn selbst gerichtet sind und die er bislang stets zurückgewiesen hat. Der Chef der Asiatischen Konföderation soll gemeinsam mit FIFA-Vizepräsident Jack Warner versucht haben, zur Erhöhung seiner Wahlchancen Stimmen der karibischen Funktionäre für die Wahl am 1. Juni in Zürich zu kaufen.

Möglich sind für den Sonntag in der FIFA-Zentrale in Zürich im Prinzip drei Szenarien: Bin Hammam wird suspendiert und Blatter ist auf dem Kongress einziger Kandidat für weitere vier Jahre im Amt des Präsidenten. Variante zwei: Die Ethikkommission suspendiert Blatter und bin Hammam - die Folgen für den Verband und das Ansehen des Fußballs auf der ganzen Welt wären nicht abzusehen. Szenario drei: Weder bin Hammam noch Blatter werden suspendiert.

Der Zeitdruck auf die FIFA ist enorm

Am wahrscheinlichsten scheint derzeit der Ausschluss bin Hammams. Mittlerweile soll es sogar Beweise dafür geben, dass bei einem Treffen der Karibischen Fußball-Union (CFU) am 10. und 11. Mai in Trinidad Geld an Funktionäre geflossen sein soll. Bin Hammam hatte die Kommission dazu aufgefordert, eine Untersuchung gegen Blatter einzuleiten. Der 61-Jährige muss sich neben Blatter, FIFA-Vizepräsident Warner aus Trinidad & Tobago sowie Debbie Minguell und Jason Sylvester von der CFU vor der Ethikkommission verantworten.

Der Zeitdruck ist wegen der anstehenden Präsidentschaftswahl durch die 208 Mitgliedsverbände enorm. Im Herbst vergangenen Jahres hatte das Gremium auf Bestechungsvorwürfe im Vorfeld der WM-Vergabe mit der Suspendierung der Exekutivmitglieder Amos Adamu (Nigeria) und Reynald Temarii (Tahiti) reagiert.

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