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Zwanziger fordert Überprüfung der WM-Vergabe an Katar

01.06.2011, 10:32 Uhr | dpa

Zwanziger fordert Überprüfung der WM-Vergabe an Katar. DFB-Präsident Theo Zwanziger fordert eine Aufklärung des FIFA-Skandals. (Foto: dpa)

DFB-Präsident Theo Zwanziger fordert eine Aufklärung des FIFA-Skandals. (Foto: dpa)

Kurz vor der Präsidentenwahl auf dem FIFA-Kongress in Zürich hat sich DFB-Chef Theo Zwanziger für eine geheime Wahl ausgesprochen. Der einzige Kandidat Sepp Blatter wäre klug beraten, "wenn das Ganze in einer geheimen Abstimmung geschieht", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im ZDF-Morgenmagazin. "Was in den letzten Wochen passiert ist, ist ein Skandal, den wir uns so nicht vorstellen konnten", sagte er.

"Wir brauchen andere Strukturen, bessere Strukturen", sagte Zwanziger weiter. "Was jetzt zu tun ist, ist eine Auflösung des Skandals."

"Krebsgeschwür der Korruption"

Man müsse "klar gegen ein solches Krebsgeschwür der Korruption angehen". Die Sünder und Täter müsse man bestrafen, forderte Zwanziger. Zudem sprach sich der deutsche Verbandsboss für eine kritische Überprüfung der WM-Vergabe 2022 an Katar aus. Um den umstrittenen Zuschlag für den Gastgeber der Weltmeisterschaften in elf Jahren "ranken sich immer wieder Spekulationen und Korruptionsvorwürfe. Sogar der FIFA-Generalsekretär hat, egal ob salopp formuliert oder nicht, in einer E-Mail die finanziellen Möglichkeiten Katars kritisch betrachtet. Deshalb bin ich der Meinung, dass diese WM-Vergabe nochmals auf den Prüfstand gebracht werden sollte", sagte Zwanziger auf der DFB-Internetseite.

Schachzug von Blatter

Amtsinhaber Blatter hat indes die Delegierten auf dem Kongress mit einem revolutionären Vorschlag überrascht. "Ich möchte, dass in Zukunft die Organisation der WM vom Kongress der FIFA beschlossen wird", sagte der 75-Jährige in seiner mit Spannung erwarteten Rede vor den Vertretern der 208 Mitgliedsverbände. Bislang wurden die Weltmeisterschaften vom 24-köpfigen Exekutivkomitee vergeben, was immer wieder zu Korruptionsvorwürfen geführt hatte. "Es geht jetzt darum, radikale Schritte zu unternehmen und nicht nur kleine kosmetische Verbesserungen", sagte Blatter.

Mit Blick auf die Korruptionsvorwürfe und die schwerste Krise in der 107-jährigen Geschichte der FIFA sagte Blatter: "Wir werden unsere Kontroll- und Managementinstrumente verbessern. Entweder neue schaffen oder solche, die es bereits gibt, stärken." Ein Antrag des englischen Verbandes FA auf eine Verlegung der Wahl war von den FIFA-Delegierten mit 172:17 Stimmen deutlich abgelehnt worden.

David Bernstein, der Boss des englischen Fußball-Verbandes FA, sagte zu seinem Antrag: "Einige wollten mich überreden, hier zu schweigen. Aber wir werden universell kritisiert, von Regierungen, Sponsoren, Medien und der breiten Öffentlichkeit. Die Wahl ist ein Rennen mit einem Pferd. Ich fordere aber eine offene und faire Wahl mit einem Konkurrenten. Denn dann wird der gewählte Präsident auch die notwendige Glaubwürdigkeit haben, um die Probleme zu lösen."

"Rote Karte für die FIFA"

Vor dem Gebäude hatten indes etwa ein Dutzend Menschen gegen die FIFA und Blatter demonstriert. Die kleine Gruppe hielt im strömenden Regen Plakate in die Höhe mit der Aufschrift "Play fair FIFA" oder "Rote Karte für die FIFA". Auf einem kleinen Plakat stand: "Sepp verpiss dich, keiner vermisst dich."

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