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Kind kann 2017 Hannover 96 übernehmen

30.08.2011, 17:02 Uhr | dapd, dpa, t-online.de

Kind kann 2017 Hannover 96 übernehmen. Martin Kind und seine Geschäftspartner können die Kontrolle über Hannover 96 übernehmen - aber erst in ein paar Jahren.

Martin Kind und seine Geschäftspartner können die Kontrolle über Hannover 96 übernehmen - aber erst in ein paar Jahren.

Den Scheich, der über Nacht auftaucht und einen deutschen Fußball-Klub übernimmt, wird es auch in Zukunft nicht geben. Doch in einigen Jahren könnten private Investoren die Kontrolle über die Kapitalgesellschaften übernehmen, die das Sagen über die Lizenzspielermannschaften hierzulande haben. Den Weg dafür hat das Ständige Schiedsgericht für Vereine und Kapitalgesellschaften der Lizenzligen freigemacht. Das dreiköpfige Gremium unter dem Vorsitz von Udo Steiner folgte mit seiner Entscheidung dem Kompromissvorschlag von Bundesligist Hannover 96 und dessen Geschäftsführer Martin Kind.

Nun erhalten die Klubs der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die Möglichkeit, Förderern nach mehr als 20 Jahren finanziellem Engagement im Verein die Kapitalmehrheit oder auch die Mehrheit der Stimmen an der lizenzierten Gesellschaft zu übertragen. Die bisherige Regelung mit dem 1. Januar 1999 als explizitem Stichtag entfällt. Diese Regelung hatte bislang nur dem VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen eine erhöhte Mitbestimmung seitens der Geldgeber ermöglicht.

Sogenannte Stichtagsregelung gekippt

Hannover 96 hatte gegen die Stichtagsregelung geklagt, weil diese nach Meinung des Klubs gegen den allgemeinen vereinsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz verstößt. Dieser Meinung schloss sich das Schiedsgericht an: "Es findet sich kein hinreichend gewichtiger sachlicher Grund, Fußball-Kapitalgesellschaften von der eröffneten Ausnahme von der 50+1-Regelung auszuschließen, die die erforderlichen Voraussetzungen dieser Ausnahmevorschrift nach dem 1. Januar 1999 erfüllt haben oder erfüllen werden."

Das Gericht bestätigte jedoch, dass die 50+1-Regel "bei summarischer Prüfung mit dem europäischen Gemeinschaftsrecht vereinbar" ist. Demnach hat auch künftig der Ligavorstand das letzte Wort darüber, ob eine Genehmigung erteilt wird. Nach der 50+1-Regel der DFL ist es Kapitalanlegern nicht möglich, die Stimmenmehrheit bei Kapitalgesellschaften zu übernehmen, in die Fußballvereine ihre Profimannschaften zum Teil ausgliedern. Erlaubt ist hingegen, dass sich die Mehrheit des Kapitals im Besitz privater Investoren befindet.

Rauball: "keine spanischen, italienischen oder englischen Verhältnisse"

"Im deutschen Profi-Fußball werden Investoren weiterhin nur im Ausnahmefall und sehr eingeschränkt die Stimmenmehrheit bei einzelnen Klubs übernehmen können. Wir müssen auch künftig keine spanischen, italienischen oder englischen Verhältnisse fürchten", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball.

Er kündigte an, die geforderte Streichung der Stichtagsregelung in die Gremien einzubringen und auf einer der nächsten Mitgliederversammlungen zur Abstimmung zu stellen. "Die Bundesliga behält ihren unverwechselbaren Charakter und kann weiter auf die Faktoren setzen, die in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend zum Erfolg beigetragen haben: Stabilität, Kontinuität, Vorrang des Wettbewerbs und gelebte Bodenständigkeit“, sagte Rauball.

25 Millionen Euro Kapitalbedarf

Kind, der bei der Anhörung Anfang Juli von seiner Klage gegen die gesamte 50+1-Regel abgerückt war, bewertete das Urteil als Erfolg. "Unsere Rechtsauffassung ist bestätigt worden und wir haben jetzt Planungssicherheit". Er will nun Gespräche mit den Altgesellschaftern und zwei möglichen neuen Gesellschaftern über etwaige Kapitalerhöhungen führen. Das Investitionsvolumen müsse definiert werden, der Kapitalbedarf liege bei rund 25 Millionen Euro, sagte Kind.

"Unsere Infrastruktur ist noch nicht wettbewerbsfähig. Zum Beispiel bei unserem Nachwuchsleistungszentrum muss etwas getan werden. Der zweite Bereich für Investitionen sei mittelfristig die Bundesliga-Mannschaft", sagte Kind. Sein Ziel hat er klar definiert: "Wir wollen uns im oberen Tabellendrittel etablieren. Mit den jüngsten sportlichen Ergebnissen und dieser Entscheidung können wir den Verein jetzt gut entwickeln."

Adidas und Audi Anteilseigner beim FC Bayern

Kind ist seit 1997 nicht nur Klubchef, sondern auch 96-Gesellschafter. Alle anderen derzeitigen Gesellschafter wurden damals von ihm mit ins Boot geholt. Von der neuen Regelung kann Hannover somit frühestens ab dem Jahr 2017 profitieren, also nach dem Ablauf der 20 Jahre. Denkbar sei allerdings, dass später umwandelbare Gesellschafterdarlehen einen sofortigen Geldfluss ermöglichten. "Wir können praktisch schon viel vorbereiten", sagte Kind. Zufrieden erklärte er: "Die Interessen von Hannover 96 sind erfüllt und die Sache ist abgeschlossen."

Der Hannover-Boss will das Urteil aber nicht als "Lex 96" verstanden wissen. Kind rechnet vielmehr damit, dass sich mit dem Thema "jetzt auch andere Klubs auseinandersetzen und auf uns oder unsere Anwälte zukommen werden". Denkbar wäre es, dass adidas oder Audi beispielsweise den FC Bayern München übernehmen. Beim deutschen Rekordmeister war adidas im Jahr 2002 mit zehn Prozent eingestiegen, Audi folgte 2009. Auch für diese beiden Firmen gilt die 20-Jahres-Frist.

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